Macau schreibt weiteren Umsatzrekord

Die Casinos in Macau konnten laut der Nachrichtenagentur Lusa im Januar einen neuen Umsatzrekord verzeichnen. Umgerechnet nahmen die Casinos der ehemaligen portugisischen Kolonie insgesamt mehr als 1,5 Milliarden Euro ein, damit erwirtschafteten sie gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 65 Prozent. Für die Betreiber der Casinos in Macau reagierte der Aktienmarkt mit üppigen Aufsschlägen.

Ein Plus von 5 Prozent konnte somit zum Beispiel die Aktie von SJM Holdings Ltd., die kontrollierte Spielbanken Firma vom Casino Kingpin Stanley Ho, verzeichnen. Mehrere Casinos werden von dieser Gruppe in Macau betrieben und somit kontrolliert sie mehr als 30 Prozent des dortigen Glcüksspielmarktes. Um 3,3 Prozent legte die Aktie von Hos Konkurrenten Sands China Ltd. zu. Sands China Ltd. Ist der zweitgrößste Casino Betreiber im chinesischen Las Vegas und hat 22 Prozent der Marktanteile inne. Auch Wynn Macau Ltd. konnte ein Plus von 2,2 Prozent schreiben.

"Wir sind uns sehr sicher, dass der Zuwachs nicht nur mit der verbesserten Wirtschaftlage zu tun hat", so ein Sprecher von SJM Holdings. "Die asiatische Bevölkerung entdeckt die Casino Kultur des Westens erst gerade für sich und sie passt hervorragend in die Spielkultur Chinas und der anderen Länder."

Roulette war in diesem Quartal ganz klar das Casino Spiel mit den meisten Zuwächsen. 40 mal öfter drehte sich das Rad in den Spielbanken der SJMHoldings als im Vorjahr. Das Roulette ist das perfekte Spiel für einen Chinesen", meinte der SJM Sprecher. "Es ist ein Glücksspiel mit hohen Gewinnmöglichkeiten, an dem der Spieler zwar seine Gewinnchancen beeinflussen, aber das Schicksal nicht ausklammern kann. Das ist für chinesische Spieler sehr wichtig. Spiele mit eine hohen Taktikanteil sind bei uns nicht so beliebt wie im Westen. Das Schicksal muss immer mitspielen. Deswegen haben wir hier im Vergleich auch nur eine sehr kleine Pokerszene."

Schon fast seit drei Jahren verdrängt Macau Las Vegas nun von der Spitze und zählt bei vielen Spielern schon als Glücksspielmetropole Nummer eins. Im Gegensatz zum schwer gebeutelten Las Vegas macht Macau nicht nur mehr Gewinn, mit dem Venecian beherbergt Macau auch noch das größte Casino weltweit.

Rekordumsätze in Macau

Derzeit kämpfen in Las Vegas praktisch alle Casinos ums überleben, Macau scheint jedoch von der Wirtschftskrise überhaupt nichts mitzubekommen. Ganz im Gegenteil denn die Einnahmen schoßen in den letzten Monaten in ungeahnte Höhen und es scheint als würde die Casinos auch nichts aufhalten.

Mehr als 3,81 Milliarden US Dollar nahmen die Casinos in der chinesischen Stadt alleine in diesem Quartal ein. Das ist ein neuer weltweiter Rekordumstz für Casinos und mehr als in Las Vegas in den letzten drei Quartalen umgestezt wurde. Selbst das städtische Büro für Prüfung und Koordination in Macau bestätigte das.

Vor allem nach den Rekordumsätzen im August und im September wurden Zahlen in dieser Größenordnung durchaus erwartet. Durch die 180 Grad­Wende der chinesischen Regierung könnte der Boom jedoch bald ein Ende haben, denn Macaus Regierung hat die Einreisebeschränkungen erneut verschärft. Chinesen vom Festland dürfen nun nur noch einmal alle zwei Monate nach Macau einreisen und nicht mehr wie bisher einmal im Monat.

Protest wurde bereits von den Casinobesitzern eingelegt, die Wahrscheinlichkeit, dass sich die chinesische Regierung erweichen lässt ist allerdings gering. Expertem gehen davon aus, das China so den Wachstum der Spielindustrie bremsen und regulieren will. Das Geld der Konsumenten solle vermehrt in die Wirtschaft fließen und nicht über die stärkste Einnahmequelle in den Casinos, über die Roulette Tische.

Das solch eine Maßnahme bisher noch nie Erfolgreich war, nicht in China und auch nicht in den USA, scheint die Regirung kaum zu stören. Ohne weitere Begründung beharrt sie weiterhin auf ihrer Entscheidung. Sollte das Weihnachtsgeschäft nicht exzeptionell gut ausfallen, so wird die chinesische Führung die monatlichen Reisen so schnell wieder erlauben, wie sie sie verboten haben, darüber sind sich Glücksspielkenner sicher, denn es geht ums Geld.

Las Vegas in Kasachstan

Nach Macau, Ungarn oder Montenegro kommen nun auch aus Kasachstan, dem neuntgrößten Land der Erde, ambitionierte Pläne ein zweites Las Vegas zu erbauen.

Ein amerikanischer Immobilienmakler will in der Wüste Kasachstans, in der Nähe von Astana, die weltweit bekannte Glücksspielmetropole Las Vegas originalgetreu nachbauen. 10 Jahre soll das Projekt in Anspruch nehmen und zwischen 25 und 30 Milliarden Dollar kosten. „Wir wollen damit Touristen aus der ganzen Welt anziehen – aus China, Rußland, Indien, den Arabischen Emiraten, der Türkei und Europa.“ so Mark Advent, Chef der auf Freizeitprojekte spezialisierten Oz-Gruppe.

Im ersten Schritt soll noch in diesem Jahr mit dem Bau eines Flughafens begonnen werden. Dafür ist eine Zusammenarbeit mit Fraport, der Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens geplant.

5 Millionen Passagiere aus allen Ländern sollen laut Advent nach Eröffnung 2011 auf dem neuen Flughafen empfangen werden. In zehn Jahren soll sich die Zahl der Passagiere dann bereits verfünffacht haben, 2021 werden dann 25 Millionen Passagiere erwartet.

Mit der Las Vegas Kopie sollen in der kasachischen Wüste 25 Spielcasinos, 42 000 Hotelzimmer und über 1 000 Restaurants entstehen, zusätzlich rechnet Advent mit 800 000 Einwohnern.

Schon im Juli 2008 soll der Vertrag zum Bau der zweiten Glücksspielmetropole mit der kasachischen Regierung unterzeichnet worden sein. Um den Weg für eine Spielerstadt frei zu machen hatte Präsident Nursultan Nasarbajew bereits alle Casinos des Landes schließen lassen.

Die Machbarkeitsstudien für dieses große Projekt werden laut Tourismusminister Temirchan Dosmuchamedow vorraussichtlich bis Ende des Jahres dauern.

Einschränkung des Glücksspiels in Macau

Der neuer Verwaltungschef Macau’s Fernando Chui will die Abhängigkeit der chinesischen Sonderwirtschaftszone vom Glücksspiel verringern.

Macau gehörte bis 1999 zu Portugal und ist jetzt der einzige Ort in ganz China in dem das Glücksspiel erlaubt ist. Vorallem Chinesen aber auch Touristen aus aller Welt die in Ihrer Heimat keine legale Gelegenheit haben, um Geld zu spielen, reisen nach Macau.

Durch das Glücksspiel hat Macau in den vergangenenen Jahren einen unglaublichen Boom erlebt. Mit 15 Milliardan Dollar überstiegen die Gewinneinnahmen der Casinos in Macau bereits 2006 die Einnahmen von Las Vegas. Der Umsatz der Casinobetreiber hat sich in den Jahren fast verzehnfacht. 2008 übertrafen die Gewinneinnahmem 59 Milliarden Patacas, das sind umgerechnet 4,9 Milliarden Euro. Somit hat Macau das Spielparadies Las Vegas längst überrundet. Die Steuern und Abgaben der Casinos machen 80 Prozent der Staatseinnahmen aus. Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 36.000 Dollar stieg die kleine Enklave zu einer der reichsten Regionen Asiens auf.

Trotz Weltkulturerbe und trotz der wunderschönen portugiesisch?chinesischen Altstadt bleiben die eigentlichen Stars jedoch die Casinos. 24 Stunden täglich sind die Spielbanken in Betrieb, darunter das mächtige Sands als weltweit größtes Casino, das altmodische Lisboa und die anderen 27 Casinos der ehemaligen portugiesischen Kolonie.

Am 1. Januar 1962 wurde die erste Konzession zum Glücksspiel noch durch die Portugiesen vergeben. Mittlerweile befinden sich fast 4375 Spieltische und 13.300 Slot-Machines in dem 500 000 Einwohner Dorf. 2007 wurden 27 Millionen Gäste gezählt davon kamen alleine 26.338 aus Deutschland. Bei den Besucherzahlen kann sich also Las Vegas mit 39,2 Millionen Besuchern n o c h behaupten.

Der Zentralregierung Peking kommt der regelrechte Boom jedoch äusserts dubios vor. Aus Pekings Sicht muss in Macau etwas schief laufen, denn es passt nicht zusammen, dass die Umsätze um 60 Prozent wachsen, aber keiner der Anbieter eine ordentliche Marge erwirtschaftet. Durch Einreisebeschränkungen soll der Boom nun gestoppt werden. Gleich zweimal wurden in den vergangenen Wochen die Einreisebestimmungen für Festland?Chinesen verschärft. Besucher aus Guangdong, der reichen Provinz nördlich von Macau, dürfen seit einigen Wochen nur noch alle 2 Monate einreisen um ihr Glück beim Spiel zu versuchen. Einen sichtbaren Einfluss auf die Zockerzahlen hatte die Einreisebeschränkung bisher jedoch nicht, sie stiegen im Juni sogar um 22 Prozent. Auch chinesen aus der Volksrepublik müssen in Zukunft eine seperate Einreisegenehminung vorzeigen können.