Strengeres Vorgehen gegen Manipulation im Sport

Strengeres Vorgehen gegen Manipulation im Sport

Spielmanipulation ist im Zusammenhang mit Sportwetten und Pferdewetten schon seit jeher ein brisantes Thema. Sowohl Spieler als auch Sportler müssen sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Experten fordern, dass genau diese Personengruppen schon frühzeitig aufgeklärt werden, um so effektiv gegen Manipulation im Sport vorgehen zu können.

Ein wichtiges Anliegen ist dies auch der Sportrechtlerin Anja Martin. Von ihrer Seite wurden nun ein schnelles und entschiedenes Vorgehen, sowie ein frühzeitiges Eingreifen gefordert. Der Markt weist viel Kriminalität auf, hier gilt es, diese zu Verringern und im besten Fall zu versuchen, die Kriminalität gänzlich zu verhindern. Hierzu ist Prävention zusätzlich ein besonders wichtiges Thema.

Forderung nach Prävention:

  • frühe Aufklärung über die Gefahren der Spielmanipulation
  • Aufklärung vor allem bei jungen Spielern und Athleten
  • Neues Schiedsrichter-System
  • Wettüberwachung
  • Maßnahmen beim Fußball, aber auch bei Individualsportarten, die besonders anfällig sind

Von Seiten des DFB wurden schon einige Maßnahmen gegen die Manipulationen im Sport eingeführt. Hierzu zählen zum Beispiel das neue Schiedsrichter-System und die Wettüberwachung. Auch gibt es neue Turniersysteme. All die Maßnahmen seien gut und würden zeigen, dass das Interesse an der Verhinderung von Manipulation und Kriminalität bei entsprechenden Vereinen, Personen und Institutionen vorhanden sei. Neben der Manipulationsbekämpfung sei jedoch die frühe Aufklärung und damit die Prävention ein entscheidender Faktor. Hierzu soll vor allem bei den jungen Spielern und Athleten angesetzt werden.

Großes Manipulationsrisiko beim Fußball

Sportwetten gibt es heute in verschiedenen Varianten. Sowohl online als auch beim Buchmacher kann auf zahlreiche Sportarten gewettet werden. Experten gehen davon aus, dass die Branche pro Jahr Umsätze in Höhe von rund 1,4 Billionen Euro erreicht. Besonders viel und gerne wird heutzutage auf den Fußballsport gewettet. Je mehr Interesse von Seiten der Spieler an einer Sportart ist, desto gefährlicher ist es, dass hier Manipulationen ablaufen. Gerade bei Fußball ist davon auszugehen, dass beim Setzen von hohen Summen oftmals Manipulationen und Kriminalität in Verbindung zu bringen sind. Spieler und Sport sollen zukünftig durch bessere Präventionsmaßnahmen geschützt werden. Auch soll ein härteres Durchgreifen in Bezug auf Manipulationen beim Sport dabei helfen, die Manipulationen zu verringern.

Magglinger Konvention gegen Korruption und Manipulation im Sport

Magglinger Konvention gegen Korruption und Manipulation im Sport

Was die Konvention beinhaltet:

– verpflichtet die Staaten, Strafnormen zur Bekämpfung von Manipulation im Sport zu schaffen

– die Zusammenarbeit und die gegenseitige Rechtshilfe sollen verstärkt werden

– gibt Empfehlungen zum Umgang mit Anbietern von Sportwetten und Sportorganisationen

– Erlassung geeigneter Selbstregulierungsvorschriften

– Maßnahmen zur Verhinderung von Wettkampfmanipulation durch Behörden

Mit der Erlassung geeigneter Selbstregulierungsvorschriften könnten zum Beispiel Wetten auf eigene Veranstaltungen und die Weitergabe von Insiderinformationen untersagt werden. Auch wird es für einen geeigneten Plan gehalten anonyme Meldestellen für Sportler und Sportlerinnen zu schaffen.

Generell soll alles in die Richtung gehen, dass die Behörden langfristig Maßnahmen zur Verhinderung von Wettmanipulationen ergreifen. Mit diesen Maßnahmen sollen Korruption und Wettkampfmanipulation verhindert werden, weil diese eine Gefahr für den Sport im Allgemeinen darstellen.

Automaten-Betrüger vor Gericht

Automaten-Betrüger vor Gericht

Vorgeworfen wird den Betrügern die bundesweite Manipulation von Geldspielgeräten. Zu den Betrügern zählen auch ein früherer Geschäftsführer und der Technische Leiter der Automatenfirma, die als Teil einer Bande betrogen haben sollen.

Bei dem Betrug, der den Mitgliedern der Betrügerbande vorgeworfen werden, ging es um Manipulation von Geldspielgeräten. Die Manipulation soll dafür gesorgt haben, dass die Geräte kleinere Gewinne ausschütteten als normalerweise vorgesehen. Das übrige Geld konnte dann durch Läufer in den Spielhallen abkassiert werden. Ein weiterer Trick war darüber hinaus die Möglichkeit des Leerspielens. Durch die Manipulation konnte mit bestimmten Tastenkombinationen von Seiten der Betrüger dafür gesorgt werden, dass der betroffene Automat von den Betrügern mit einem Mal leer gespielt werden konnte.

Urteil über Bandenchefs ausstehend

Das Handwerk konnte der Bande, die bundesweit aktiv war, im Jahr 2015 gelegt werden. Hier hatte die Polizei bundesweit mehrfach Razzien durchgeführt und auf diesem Weg wurden die Betrüger geschnappt. Die sogenannten Läufer wurden in anderen Verhandlungen wurden bereits zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt, in der Verhandlung in Essen soll nun darüber entschieden werden, welche Strafen die Chefs der Bande zu erwarten haben.

Betrugsversuche bei Sportwetten

Betrugsversuche bei Sportwetten

Zu den Regelungen gehört unter anderem das Verbot für Spieler einer Mannschaft auf die Ergebnisse des eigenen Spiels zu setzen. Dieses Verbot ist in der Rechts- und Verfahrensordnung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) geregelt.

In einem aktuellen Fall wurde ein Spieler des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) gesperrt. Der Grund hierfür ist, dass der Spieler des Nord-Bayernligisten SC Eltersdorf einen dreistelligen Betrag auf eine Niederlage seiner eigenen Mannschaft gegen den TSV Aubstadt gesetzt haben soll. Auf Antrag des Verbandsanwalts wurde der Bayernliga-Spieler mit sofortiger Wirkung gesperrt. Als weitere Folge wurde die Partie von dem Wettanbieter aus dem Programm genommen. Das Ergebnis des Spiels lag bei 0:3 für die gegnerische Mannschaft von Eltersdorf.

Folgen von Wettmanipulation und -betrug

Auch wenn in diesem Fall vielleicht noch nicht von Manipulation die Rede sein kann, so hatte der Versuch, der gegen die Regelungen verstieß, Folgen für den Spieler und die Mannschaft. Der Spieler wurde mit sofortiger Wirkung von den Spielen ausgeschlossen und der Verein SC Eltersdorf sieht sich mit einem Sportgerichtsverfahren konfrontiert. Auch die zuständige Polizeibehörde wurde über den Vorfall informiert.

Gesetz zur Bestrafung bei Sportwettenbetrug

Gesetz zur Bestrafung bei Sportwettenbetrug

In Zukunft soll es somit einfacher sein, Betrug bei Sportwetten strafrechtlich zu verfolgen und auch Manipulationen im Profisport als Straftat einzuordnen. Zuvor gab es noch Gesetzeslücken, durch die nicht alle Fälle von Betrug und Manipulation strafrechtlich verfolgt werden konnten. Durch den neuen Gesetzesentwurf sollen eben diese Gesetzeslücken geschlossen werden.

Im Folgenden gelten auch folgende Sachverhalte als Straftat:

– wenn Sportler im Zusammenhang mit einer Sportwette Geld für eine geplante Wettbewerbsmanipulation versprochen bekommen

– Vereinbarungen mit Trainern, Schieds-, Wertungs- oder Kampfrichtern

Auch unabhängig von Sportwetten sind Absprachen dieser Art im Bereich des Sports strafbar, da solche Manipulationen große finanzielle Auswirkungen für Sportler und Vereine mit sich bringen können.

Wo gilt der neue Gesetzesentwurf?

Der neue Gesetzesentwurf wurde so aufgestellt, dass sowohl in- und ausländische Sportwettbewerbe erfasst werden. Dies bedeutet, dass die Strafvorschriften Gültigkeit haben, egal ob Wettbewerbe im Inland oder im Ausland ausgetragen werden. Dies bedeutet gleichermaßen, dass bei einem Sportwettbewerb im Inland grundsätzlich deutsches Strafrecht gilt, auch wenn die Wettbewerbsmanipulation beispielsweise im Ausland vereinbart wurde.