Falsches Bild vom Casinobesuch

Falsches Bild vom Casinobesuch

Die moderne Ausstattung vieler Casinos soll den Gästen zeigen, dass das Casino nicht mit Prostitution und Kriminalität gleichzusetzen ist. Die Vorurteile wird es auf Seite der Kunden jedoch immer geben, so sieht es auch der Direktor des Züricher Spielcasinos, Marc Baumann. Für viele Gäste würden die verruchten Vorurteile auch einen gewissen Reiz ausmachen, doch auf der anderen Seite kann dies eben auf Kunden auch abschreckend wirken, so der Direktor, der seit 2014 direkt vor Ort unterschiedlichste Erfahrungen sammeln konnte.

Während Casinos früher Glanz und Glamour ausstrahlten und den gehobenen Gästen Luxus boten, gibt es heute in vielen Casinos keinen Dresscode mehr, so auch im Züricher Spielcasino. Die Gäste sitzen in Freizeitkleidung an den Spielgeräten, im Anzug erscheint im Casino heute kaum noch jemand. In Zürich liegt es jedoch nicht nur an dem fehlenden Glamour, dass das Casino die Erwartungen der Betreiber nicht erfüllt. Nach Angaben von Experten würde das Casino nicht bekannt genug sein, Züricher Spieler wüssten teilweise nicht einmal, wo sich das Casino befindet. Darüber hinaus habe das Casino, wie viele anderen Spielbanken auch, mit den Vorurteilen der Einwohner zu kämpfen. Glücksspiel sei vielerorts noch verpönt, so auch in Zürich und genau aus diesem Grund würden die Erwartungen der Betreiber stetig untertroffen werden.

Stadtcasino kämpft mit Problemen

Im Stadtcasino in Zürich sind es jedoch nicht nur die allgemeinen Probleme, mit denen Spielbanken generell zu kämpfen haben, sondern darüber hinaus bietet die Lage des Casinos nicht die Vorteile, die man sich vorgestellt hatte. Das Stadtcasino nennt folgende Probleme, die zu wenig Kundschaft und dementsprechend zu wenig Umsatz führen:

– keine Laufkundschaft

– wenig attraktiver Eingangsbereich

– keine angrenzenden Parkplätze

– Halteverbot vor der Tür

– keine repräsentative Auffahrt

Unabhängig von den Problemen, die der Standort mit sich bringt, hat das Stadtcasino zudem mit der Konkurrenz aus dem Nachbarkanton zu kämpfen. Das Züricher Stadtcasino befindet sich ganz in der Nähe des berühmten Grand Casino Baden. Der Bekanntheitsgrad und das umfassende Angebot sind durchaus auch den Spielern in Zürich bekannt, wodurch diese gerne einen etwas längeren Weg auf sich nehmen, um den Besuch im Badener Casino zu wagen. Für das Stadtcasino Zürich ist dies natürlich ein Problem, weil so die potentiellen Besucher eher zur Konkurrenz gehen, anstatt das stadteigene Angebot zu nutzen.

Marc Baumann: vom Theater- zum Casinodirektor

Marc Baumann: vom Theater- zum Casinodirektor

Der Auftrag, den Baumann als Direktor im Züricher Casino verfolgt, ist gar nicht so einfach zu erfüllen. Die Inneneinrichtung des Casinos ist aktuell noch viel zu bunt für das Züricher Publikum, doch Baumann hat bereits begonnen, hier für mehr Understatement zu sorgen und ein wenig Einheitlichkeit in die Casinohallen zu bringen. In den Administrationsbüros ist sein eigener Stil schon eindeutig erkennbar. Doch nicht nur in Bezug auf die Inneneinrichtung sieht der neue Direktor seinen Auftrag, auch in Bezug auf die Zielgruppe.

Bisher seien vor allem normale Bürger die Besucher der Spielbank, so Baumann. Dies wolle er in Zukunft ändern und mit dem Angebot den gehobenen Mittelstand ansprechen. Doch nicht nur das Casino hat mit dem eigenen Image zu kämpfen, auch für Baumann selber war der Wechsel von Theater zu Casino nicht sonderlich einfach. Es war nach eigenen Angaben schon schwer in der Familie für Verständnis zu sorgen. Die Menschen haben Vorurteile und dies sei auch nicht verwunderlich. In der eigenen Familie konnte Baumann jedoch davon überzeugen, dass das Image von Glücksspielhäusern schlechter ist als die Realität.

Wachstum beim Züricher Casino

Für Baumann stellt die Arbeit in dem Casino eine gro?e Herausforderung dar, die er gerne angenommen und irgendwie auch gesucht hat. Nun beschäftigt er sich nicht mehr nur mit einem Budget, welches für Ausgaben genutzt werden kann, sondern kümmert sich um Einnahmen, Ausgaben, Investitionen und Spielerschutz. Das Casino Zürich ist aktuell das einzige Casino in der Schweiz, welches Wachstum verbuchen konnte. Der Casinodirektor gibt an, dass in Zukunft einige Investitionen geplant sind, um das Wachstum und damit auch die Erträge weiter voranzutreiben. Zu den Plänen gehört die Modernisierung ebenso wie die Einführung neuer Konzepte. Auch das Sozialkonzept soll vor Ort weiterhin gefestigt werden, denn es sei sein Auftrag und der seiner Mitarbeiter, im Casino für Spielerschutz und Suchtprävention zu sorgen.