Mehreinnahmen auf Kosten der Spielsüchtigen

Mehreinnahmen auf Kosten der Spielsüchtigen

Doch die Zahlen in Zwickau sprechen eine ganz andere Sprache. Die Sucht ist nicht zurückgegangen, aber die Städte haben mehr Einnahmen, dank der Vergnügungssteuer und damit verbunden der Gewinnsteigerung von den Spielotheken. Damit profitiert die Stadt eben gleichzeitig von der Sucht der Spieler.

Insgesamt zehn Prozent Mehreinnahmen konnte die Stadt mit der Einführung der Vergnügungssteuer erzielen. Bei der Vergnügungssteuer handelt es sich jedoch letztlich um die Gelder der Spieler. Insgesamt 18 Prozent der Spielergelder, also der Gelder die von Seiten der Spieler an den Automaten verzockt werden, werden dann als Steuer abgegeben und fließen in die Kassen der Stadt. Auch im Westen Sachsens sollen aufgrund der Vergnügungssteuer die Einnahmen für die Städte angestiegen sein.

Das was im ersten Moment so positiv erscheint hat einen bitteren Nebeneffekt, denn die Gelder, die nun mehr eingenommen werden, werden den Spielern und oft auch den Spielsüchtigen zur Last gelegt. Umso mehr Spieler Geld in das Automatenspiel investieren, desto mehr Geld fließt in die Kassen der Städte. Die Spielsuchtgefahr ist groß und die Anzahl der Spielsüchtigen wächst laut Suchtberatungszentren stetig.

Es wurde bereits nachgewiesen, dass von den Spielautomaten grundsätzlich eine besonders Hohe Suchtgefahr ausgeht. Auch in dem "Cash Casino" in Zwickau gibt es viele Spielsüchtige, so die Geschäftsführerin Nicole Lucas. Sie selbst schätzt die Anzahl der Spielsüchtigen auf etwa die Hälfte. Nach eigener Aussage sind die richtig krankhaften Spieler jedoch nicht diejenigen, die öfter vor Ort gesehen werden.

Krankhafte Spieler verspielen meist ihr ganzes Geld mit einem Mal und kommen daher auch nur einmal im Monat, zu dem Zeitpunkt zu dem sie an Geld gekommen sind.