Beckenbauers Honorar Affäre

Beckenbauers Honorar Affäre

Die Vorwürfe im Überblick:

– Franz Beckenbauer habe im Rahmen seines ehrenamtlichen Jobs als Chef des Organisationskomitees bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 durch einen Sponsorenvertrag 5,5 Millionen Euro kassiert

– als Gegenleistung für bestimmte Tätigkeiten sei Beckenbauer im Vorfeld der WM für den DFB-Sponsor Oddset an den Erlösen eines Werbevertrages beteiligt worden

Der Wettanbieter Oddset gehört zu den 16 staatlichen Lotteriegesellschaften in Deutschland. Die Honorar Affäre um Beckenbauer ist nicht der erste Skandal, der rund um die Lotteriegesellschaften als negative Schlagzeile in der Presse landet. Bisher ist nicht klar, inwieweit Oddset bei diesem Skandal tatsächlich eine Rolle spielt, dennoch häufen sich die negativen Schlagzeilen rund um den Lotterieanbieter. Das staatliche Glücksspielgeschäft wird dadurch in ein schlechtes Licht gerückt, welches automatisch Auswirkungen auf Politik und Sport hat.

Beckenbauer als Testimonial

Nach Angaben von Oddset legte man bei dem Unternehmen Wert darauf, dass Beckenbauer aktiv in geplante Werbemaßnahmen eingebunden wurde. Für Oddset war Beckenbauer somit eine Art Testimonial. Von Seiten eines Freundes von Beckenbauer wurde bei den Verhandlungen mit Oddset ein Honorar für diesen gefordert. Offensichtlich sollen darauf 5,5 Millionen Euro geworden sein, die für Beckenbauer als Werbegesicht gezahlt worden sein sollen.

Sportwetten in Deutschland

Sportwetten in Deutschland

Nach der Neuregelung sollten 20 bundesweite Glücksspiellizenzen für das Angebot von Sportwetten ausgegeben werden. Hierfür gab es ein Vergabeverfahren, bei welchem die Bewerber auf Herz und Nieren geprüft wurden. Die Bewerber mussten Auflagen erfüllen, die zum Beispiel die Bereiche Spielerschutz und Werbung betreffen. Eine Auswahl potentieller Bewerber hat bereits stattgefunden, allerdings können diese bis heute nicht auf dem Markt agieren.

Mit der Bekanntgabe der 20 ersten Lizenznehmer durch das hessische Innenministerium brach nach dem Herbst dieses Jahres eine Klagewelle los. Diese sorgte dafür, dass trotz feststehender Lizenznehmer vorerst keine weiteren Schritte eingeleitet werden können. Geklagt wurde von Seiten der Bewerber, die bei der Lizenzvergabe nicht berücksichtigt wurden.

Das hessische Innenministerium veröffentlichte eine Liste der 20 vorgesehenen Lizenznehmer, die sich aus folgenden Unternehmen zusammensetzt: Admiral Sportwetten, Cashpoint, Digibet, Bet 90, Intermedia, Bet-at-home.com Internet, ODS Oddset Sportwetten Deutschland, Oddsline Entertainment, Electra Works, Deutsche Sportwetten, Primebet International, Bernd Hobiger Wettbüro Goldesel, Personal Exchange International, Polco, Ladbrokes International, Ruleo Alpenland, Racebets International Gaming, Star Sportwetten, Albers Wettbörsen Deutschland und IBA Entertainment.

Ziel des Spielerschutzes weiterhin unerreicht

Experten waren besonders überrascht über die Veröffentlichung der ausgewählten Unternehmen, denn bereits auf den ersten Blick wird deutlich, dass einige der größten und international anerkannten Unternehmen, wie zum Beispiel Bet365 und Betvictor, auf der Liste fehlen. Aufgrund dessen wurden das Vergabeverfahren und damit einhergehend die Bewertungskriterien massiv in Frage gestellt. An dieser Stelle entschieden einige Anbieter sich dafür, Klage einzureichen.

Zum Beispiel der Anbieter Tipico klagte nun gegen die Lizenzvergabe. Aufgrund der Klagen wurde das Verfahren erst einmal nicht weiter fortgesetzt, was nun dazu führt, dass alle Anbieter in Deutschland, mit Ausnahme derer in Schleswig-Holstein, in einem rechtsfreien Raum operieren und die Regierung dem Vorhaben besseren Spielerschutz mit der Lizensierung einzuführen, keinen Schritt nähergekommen zu sein scheint.

Lizenzvergabe für Sportwetten nun endlich erfolgt

Lizenzvergabe für Sportwetten nun endlich erfolgt

Die Liste der lizensierten Sportwettenanbieter setzt sich aus folgenden Unternehmen zusammen: ODS ODDSET Deutschland Sportwetten GmbH, Cashpoint, Admiral Sportwetten GmbH, Oddsline Entertainment AG, Primebet International Ltd., ElectraWorks Ltd. (Bwin), Digibet Ltd., Bet at home.com Internet Ltd., Ladbrokes International PLC, Bet90 Ltd., Deutsche Sportwetten GmbH, Personal Exchange International Ltd. (Mybet), Polco Ltd. (Betfair), Intermedia GmbH, Bernd Hobiger Wettbüro Goldesel, RULEO Alpenland GmbH, Racebets International Gaming Ltd., Albers Wettbörsen Deutschland oHG mbH, IBA Entertainment Ltd. (Bet3000) und Star Sportwetten GmbH.

Mit der ausgegebenen Namensliste des hessischen Innenministeriums wird schnell klar, dass sich nun einige Anbieter unter den Lizenznehmern befinden, die bisher in Deutschland vollkommen unbekannt sind. Auf der anderen Seite wird schnell deutlich, dass bekannte Unternehmen wie Tipico, Bet365 und Betvictor sich nicht unter den Lizenznehmern befinden. Es wird damit gerechnet, dass die Entscheidung des Innenministeriums eine Klagewelle auslösen wird, denn für die Betreiber ist der deutsche Markt besonders interessant und es geht um viel Geld. Von Transparenz beim Vergabeverfahren kann im Rückblick nicht die Rede sein. Zwar haben einige große Sportwettenanbieter wie Oddset und Bwin eine Lizenz für den regulierten Sportwettenmarkt erhalten, andere beliebte Anbieter gingen allerdings leer aus, Gründe hierfür wurden nicht bekannt gegeben.

Vorprogrammiertes Chaos

Nachdem lange Zeit auf die Vergabe der 20 Sportwettenlizenzen durch das hessische Innenministerium gewartet wurde hält sich die Begeisterung nun in Grenzen. Zum einen wird die mangelnde Transparenz beim Vergabeverfahren bei den leer ausgegangenen Anbietern sauer aufstoßen, denn an Erfahrung mangelt es Anbietern wie Tipico nicht. Die Anbieter, die nun eine Lizenz erhalten haben, haben die Möglichkeit, Wettbüros zu eröffnen und ihr Angebot legal zu präsentieren. Unklar ist jedoch was unterdessen mit den illegalen Wettanbietern passiert, die bisher ihr Angebot in Deutschland präsentierten, da sie sich in einer rechtlichen Grauzone befanden.

Normalerweise müsste die Regierung umgehend gegen die illegalen Wettanbieter vorgehen, ob dies jedoch tatsächlich passieren wird ist unklar. Es darf nun mit Klagen von Seiten der leer ausgegangenen, bekannten Wettanbieter gerechnet werden, dass dies zu einem weiteren Chaos führen wird ist eigentlich schon absehbar. Gleichzeitig ist unklar, wie die Kontrolle von illegalen Wettanbietern und vor allem nicht regulierten Online Angeboten in Zukunft durchgeführt werden soll. Die Diskussionen scheinen demnach auch nach der lang ersehnten Lizenzvergabe noch nicht vorbei zu sein.

Der Wettmarkt bei der Fußball WM

Der Wettmarkt bei der Fußball WM

Schon die ersten fünf Tore in dem Spiel sorgten bei den WM-Zuschauern für Aufregung. Innerhalb kürzester Zeit waren die Tore gefallen und im Vorfeld, könnte man meinen, wird wohl keiner mit dem Ergebnis von 7:1 für Deutschland gerechnet haben. In Deutschland lagen die Quoten für ein Ergebnis, welches einen Sieg mit fünf oder mehr Toren voraussagte besonders gut. Mit einem Einsatz von 10 Euro konnten die Spieler durch die hohen Quoten bei diesem Spiel Summen in Höhe von 2500 Euro abräumen.

Der Wettanbieter Oddset gab danach an, dass insgesamt 351 Tippspieler beim Halbfinale auf ein solches Ergebnis getippt hatten. Die genaue Toresanzahl wurde als Wettmöglichkeit vom Anbieter im Vorfeld gar nicht angeboten. Mit diesem überraschenden Ergebnis, auch innerhalb der Sportwettgemeinde, veränderte sich das Wettangebot für das Finalspiel der WM. Durch das so eindeutig ausgefallene Halbfinalspiel tippten im Anschluss daran die meisten deutschen Sportwettfans auf einen Sieg für Deutschland.

Dementsprechend passte der Wettmarkt auch die Quoten an, denn für einen Tipp auf den Sieg lagen die Quoten bei 1 zu 1,6. Die Quoten für Argentinien fielen vor dem Finalspiel ein wenig höher aus. Für die Sportwettanbieter war die Fußball-WM 2014 ein besonderes Ereignis, nicht nur weil die deutsche Mannschaft einen Sieg mit nach Hause brachte, sondern vor allem auch deshalb, weil die Sportwetten von Seiten der Kunden in diesem Zeitraum wieder mehr Beachtung gefunden hatten.

Die Fußball-WM war für die meisten Sportwettenanbieter wohl die beste Werbung. Statistiken zeigen auf, dass in der Zeit der Weltmeisterschaft vermehrt Sportwetten abgegeben wurden. Dies lässt darauf schließen, dass vor allem auch Gelegenheitsspieler, neben den Stammspielern, das Risiko auf sich genommen und einen Einsatz getätigt haben. So sorgte die Fußball-WM rückblickend dafür, dass die Wettaktivität der Spieler innerhalb dieses Zeitraums einen leichten Anstieg zu verbuchen hatte.

Die Auswertungen dieser Zeit machen deutlich, dass die Spieler im Durchschnitt einen Einsatz in Höhe von 10 Euro getätigt haben. Erfolgreiche Wetten mit diesem Einsatz wurden im Finale mit einer Gewinnsumme in Höhe von 175 Euro belohnt. Wer für das Finalspiel den richtigen Tipp abgab, konnte sich passend zum Ende der Fußball WM nicht nur über einen Gewinn bei den Sportwetten, sondern vor allem auch über den Sieg der deutschen Nationalmannschaft freuen.

Zäher Vergabeprozess sorgt für Frustration bei den Anbietern

Zäher Vergabeprozess sorgt für Frustration bei den Anbietern

Das Warten und die unerfüllten Hoffnungen der Unternehmer sorgen für Frustration in der Branche. In dem Büro der Münchener ODS Oddset Sportwetten arbeiten 20 Mitarbeiter, doch bisher ohne Resultat, denn es sei zwar alles bereit, offiziell angeboten werden könne jedoch nicht, da die Konzession noch nicht ausgegeben wurde.

Die Frustration hat sich bei den Unternehmen und Unternehmern bereits breit gemacht. Nach 1,5 Jahren warten ist die Hoffnung gering, dass sich im kommenden Jahr hinsichtlich des Vergabeprozesses viel tun wird. Experten gehen davon aus, dass die ersten Konzessionen letztendlich erst im Jahr 2015 vergeben werden können.

Der Glücksspielstaatsvertrag existiert zwar in der bestehenden Form bereits seit letztem Jahr, dennoch sind den Anbietern ohne Konzessionen die Hände gebunden, auch wenn das Angebot von Sportwetten nun eigentlich gestattet ist. Es sollen von Seiten des hessischen Innenministeriums insgesamt 20 Konzessionen ausgegeben werden, allerdings sei das vergabeverfahren so komplex und kompliziert das bisher kein Unternehmen die Mindestanforderungen erfülle und daher noch keine Konzession ausgegeben werden konnte.

Die Unternehmen, die sich beworben hatten, sind nun nach den Ablehnungen noch viel frustrierter, denn kein Unternehmen kann sich die Ablehnung erklären. Es wurden keine Gründe angegeben, wieso das Unternehmen die Mindestanforderungen nicht erfüllen könnte, also können die Unternehmen gleichzeitig auch nicht wissen, was verändert werden müsste, um eine Chance auf eine der begehrten Konzessionen zu haben. Sogar ODS Oddset GmbH, die zu großen Teilen in staatlicher Hand ist, konnte die Mindestvorgaben nicht einhalten.