Regulierter Onlinemarkt in Spanien

Regulierter Onlinemarkt in Spanien

Der spanische Online Glücksspiel Markt sollte eigentlich schon zu Beginn dieses Jahres reguliert werden. Doch es traten Verzögerungen auf, weshalb sich die Regulierung nun bis zum 01. Juni dieses Jahres hinzog. Die Anbieter konnten innerhalb dieser Zeit ihr Angebot ohne Lizenzen weiterhin öffentlich machen.

Erschwerend hinzu kamen nun die angesetzten Steuerrückzahlungen, die die Bewerber für die vergangenen vier Jahre nachholen sollen. Einige Unternehmen, wie beispielsweise Microgaming, Bodog und Unibet haben diese Steuerrückzahlungen bereits abgelehnt und den Rückzug vom spanischen Markt vorgenommen.

Andere Unternehmen hingegen, haben sich bereit erklärt, eine bestimmte Summe an das Finanzamt Spaniens zurückzuzahlen, um die Lizenzen für den regulierten Markt zu erhalten. Wieder andere Anbieter haben zu diesem Thema bisher kein eindeutiges Statement abgegeben.

Eines der ersten Unternehmen, welches der Steuerrückzahlung zustimmte, war das Unternehmen PartyPoker, welches als Eigentümer von bwin.party bekannt ist. Es wurde sich bereits auf eine Rückzahlungssumme in Höhe von 31 Millionen Euro geeinigt.

Mit Ausgabe der Lizenzen plant das Unternehmen in Spanien künftig Poker, Casinospiele und Sportwetten im Online Bereich anzubieten. Bwin.party selbst scheint den spanischen Markt nicht erobern zu wollen, weshalb die spanischen Spieler künftig zu PartyPoker wechseln müssen, um weiterhin im gleichen Netzwerk spielen zu können.

Betfair plant den spanischen Markt in mehreren Schritten anzugehen. Vorerst soll lediglich eine Summe in Höhe von 10 Millionen Euro an das Finanzamt gezahlt werden. Damit plant das Unternehmen dann erst einmal nur das Angebot von Sportwetten in Spanien zu lizensieren. Weitere Angebote, wie Poker, sollen dann erst später folgen.

Auch das Unternehmen 888.poker hat den Einstieg in den spanischen Online Glücksspielmarkt bekannt gegeben.

Hier sollen 8,7 Millionen Euro in Form von Steuerrückzahlungen an das spanische Finanzamt gezahlt werden. In Zukunft plant das Unternehmen dann das Angebot von Poker und Casinogames in Spanien. Die eigenständige Marke 888.com hat auch bereits den Einstieg in den spanischen Markt angekündigt. Laut Ankündigung sollen drei Segmente in Spanien angeboten werden. Das Unternehmen kann bereits große Erfolge feiern, in Bezug auf die regulierten Märkte in Dänemark, Frankreich und Italien.

PokerStars gehört zu den Unternehmen, welches bisher kein offizielles Statement zum Thema Steuerrückzahlungen gemacht hat. Experten erwarten, dass eine Rückzahlungssumme in Höhe von etwa 200 Millionen Dollar nötig wäre. Die anderen Unternehmen konnten sich bereits auf Zahlungen in halber Höhe mit dem Finanzministerium einigen.

Wenn dies auch für PokerStars zutreffen würde, dann müsste das Unternehmen eine Summe in Höhe von 100 Millionen Dollar berappen. Dass das Unternehmen eine Lizenz für den spanischen Markt erhalten will ist allerdings schon sicher, auch wenn öffentlich bisher nicht über das Thema Steuerrückzahlung und die damit verbundene Lizenzausgabe gesprochen wurde.

Weitere Unternehmen, von denen kein offizielles Statement abgegeben wurde, aber von denen erwartet wird, dass sie eine Lizenz für den spanischen Markt erhalten wollen, sind die Unternehmen des iPoker Netzwerks: Bet365, William Hill and Paddy Power. Die Firmen haben bereits Erfahrungen auf dem spanischen Glücksspielmarkt gesammelt und hätten laut Experten lediglich Steuerrückzahlungen in geringer Höhe zu tätigen.

Die Anbieter von Microgaming, Ladbrokes und StanJames, halten sich mit ihren Statements auch weiterhin bedeckt. Das Unternehmen Ladbrokes hat sich verschiedenen Angaben zufolge jedoch um eine Sportwettenlizenz in Spanien beworben, weshalb erwartet wird, dass diese auch in Anspruch genommen wird. Andere Unternehmen von Microgaming, wie Unibet und NordicBet haben sich bereits vom spanischen Markt zurückgezogen.

Auch ausschließlich für den Bereich Sportwetten, hat sich SportingBet um eine Lizenz in Spanien beworben. Zusätzlich konnte man sich auf eine Steuerrückzahlung in Höhe von 17,2 Millionen einigen. Welche Lizenzen nun tatsächlich vergeben werden, welche Unternehmen auf dem Markt präsent sein werden und welche sich komplett von dem spanischen Markt zurückziehen, wird in der nächsten Zeit sicher noch deutlicher werden.