Einbußen in Wien und verstärktes Wachstum im Ausland

Einbußen in Wien und verstärktes Wachstum im Ausland

Für Novomatic bedeutet dies Ausfälle in Höhe von etwa 80 Millionen Euro, keine kleine Summe, jedoch gehen Experten davon aus, dass diese Ausfälle das Unternehmen kaum schmerzen dürften. Nach Angaben des Unternehmens selber wird der Plan verfolgt, die Einbußen durch gut laufende Geschäfte im Ausland mehr als auszugleichen.

Bei Novomatic steht also offenkundig alles im Zeichen der Expansion. Das österreichische Glücksspielunternehmen konzentriert sich nach eigenen Angaben auf große Kernmärkte in Europa, wie beispielsweise Groß Britannien, Spanien und Italien. Die Geschäfte im Ausland setzen sich aus dem Automatenangebot und dem Angebot von lizensierten Onlinespielen zusammen.

Doch nicht nur das Altbewährte wird für den Glücksspielkonzern weiterhin wichtig sein, auch ist der Einstieg in neue Glücksspielmärkte geplant. So ist bereits die Rede davon Lotto im Ausland anzubieten. Die Entwickler des Unternehmens arbeiten bereits an den entsprechenden Technologien, um das Lottoangebot bald präsentieren zu können. Möglich wird dies durch die übernahme der isländischen Technologiefirma Betware.

Konzentration auf den amerikanischen Markt

Das Unternehmen hat bereits weitere Pläne, wie die Einbußen in Wien langfristig ausgeglichen werden können. Auch gehört es zum Plan dazu, sich in Zukunft auf den amerikanischen Markt zu konzentrieren. Hier verfügt das Unternehmen bereits über Lizenzen in acht Bundesstaaten. Die Spielautomaten von Novomatic sind bereits in Spielcasinos, Restaurants und Hotels aufgestellt. Da in den USA ein Weg gesucht wird, wie mehr Geld eingespielt werden kann, ist damit zur rechnen, dass in Zukunft weitere Hotels vor Ort entstehen sollen.

Auch hier will das österreichische Glücksspielunternehmen mit dem Angebot der eigenen Spielautomaten punkten. Der heimische Markt soll letztendlich jedoch auch nicht vollkommen links liegen gelassen werden. Auch wenn das Automatenspiel in Wien verboten sein soll, so plant das Unternehmen die Lizenzen für die Spielbanken vor Ort zu erhalten. Zwei der drei Lizenzen hatte der Glücksspielkonzern bereits erhalten, jedoch wurde in diesem Fall von Seiten der Casinos Austria Beschwerde eingereicht. Nun bleibt es abzuwarten, ob die Lizenzen dennoch an Novomatic vergeben werden und das Unternehmen im eigenen Heimatland mit Größe und Bekanntheit weiterhin punkten kann.

Online Casinos große Konkurrenz für klassische Casinos

Bei den klassischen Spielbanken machen sich die Krise und die virtuelle Konkurrenz deutlich bemerkbar. Die Betreiber von Spielbanken weltweit kommen gerade in den Genuss dieser negativen Erfahrung. Schnelles Geld hat in Krisenzeiten nur Bestand, wenn man mit kleinen Einsätzen im Netz spielt.

Ein Casinobesuch ist scheinbar zu teuer. Diese schlechte Erfahrung machen die Betreiber von Spielbanken auf der ganzen Welt. So auch die Casinos Austria und Novomatic. Im Gegensatz stehen die Anbieter von Onlinespielen wie Bwin gut da.

Die Casinos Austria International (CAI), in der die ausländischen Geschäfte der Casag konzentriert sind, ist in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres ins Minus gekommen, dies ist der erste Verlust überhaupt. Der ehemalige Goldesel des Unternehmens, der die inländischen Verluste jahrelang ausgeglichen hatte, machte Spielgewinne von 104,1 Mio. Euro (minus 4,7 Prozent).

Das Nettoergebnis sank von 24,6 auf minus 14,4 Mio. Euro. Die Ursache ist nicht nur in der Krise zu suchen. Der Aufschwung im Internet macht allen traditionellen Casino Unternehmen das Leben schwer. MGM, der zu den größten Playern auf der Welt gehört, hat in den ersten beiden Quartalen fast eine Milliarde Dollar Verlust gemacht. Im Laufe der WM 2010 wurde gewettet anstatt Roulette zu spielen.

Die österreichische Gruppe die im Juni eine Anleihe von 140 Millionen Euro gesetzt hatte, profitierte im letzten Jahr von außerordentlichen Verkaufseinnahmen von über 26 Millionen Euro. Im Moment gibt es diese Möglichkeit nicht. Aufgrund der problematischen Situation in Griechenland wurden Vorsorgen im Wert von 3,4 Millionen Euro gemacht.

Zudem steckte man etwa 50 Millionen Euro in die Spielbanken in Brüssel, Hannover und Glasgow gesteckt. Wenn man diese Last herausnehme, dann komme man wieder ins Plus, so ein Sprecher.

Die Situation bleibt schwierig so der Vorstand von CAI. Der Gruppe droht auch im ganzen Jahr das Minus. Die CAI möchte auf alle Fälle ihr Stück vom Onlinegeschäft abhaben. Im Frühjahr begann von Malta aus die Onlineplattform von CAI, die aber nur für das Vereinigte Königreich verfügbar ist.

In Belgien will man eine Lizenz zum Online Gaming bekommen. Die Novomatic, die Spielautomaten herstellt und im Ausland 900 Spielbetriebe unterhält, konnte den Gewinn zwar einfach auf über 660 Millionen Euro anheben, das Ergebnis des Konzerns sank aber von 84,2 auf 56,9 Millionen Euro.

Die Novomatic ist sich der Zurückhaltung bei Investitionen der Spielbanken und den wirtschaftlichen Einbruch in Osteuropa bewusst. Außerdem wurde der Markt in Russland und der Ukraine ganz geschlossen. Die Fußball-WM brachte dagegen positive Ergebnisse.

Das Unternehmen unterhält via Admiral 194 Wettlokale in österreich. Sie ist auch in Malta aktiv. Sie hat 40 Prozent der neu eröffneten Spielbank Dragonara und hat BeatYA Online, die Geschicklichkeitsspiele bereitstellt übernommen.