Beim Pokern hört die Freundschaft auf

Beim Pokern hört die Freundschaft auf

Die junge Frau finanziert sich ihr Studium mit dem Pokerspiel und das Paar scheint ihre Leidenschaft für das Pokerspiel zu teilen. Nichtsdestotrotz ist das Pokern in der Beziehung der beiden kein Thema, sie treten nicht gegeneinander an, spielen zu Hause nicht Poker und auch an den Turniertischen der Welt, wurden beide bisher noch nicht gleichzeitig beim Spielen gesehen.

Die 26jährige hat das Pokerspielen bereits im Jahr 2006 nach ihrem Abitur für sich entdeckt. Sie spielte nebenbei, immer nach den Vorlesungen zu ihrem Studium Erziehungswissenschaften und Theologie in Osnabrück. Nachdem Freunde ihr ein Turnierticket für das Casino in Bad Zwischenahn schenkten und die junge Frau den dritten Platz belegte, wurde Hof entdeckt und begann neben dem Studium zu Turnieren auf der ganzen Welt zu reisen. Sie wurde von PokerStars entdeckt und spielte für die große Pokercommunity. Die Gewinne aus den Pokerturnieren nutzt die junge Frau, um ihr Studium zu finanzieren.

Pius Heinz und Natalie Hof verbindet zwar die Leidenschaft des Pokerspiels, jedoch wird dieses zu Hause nicht thematisiert, Die beiden leben in einer kleinen gemeinsamen Wohnung in der Nähe des Rudolfplatzes. Gespielt wird hier auch, aber kein Poker, sondern eher Monopoly oder Twister. Das Pokerspielen bleibt dennoch ihre Leidenschaft, auch wenn sie hierbei in Turnieren nicht gegen Freunde antreten möchte. Freundschaft und Geld sind immer schwierige Themen. Aus den Gewinnen konnte Hof bereits einiges Geld sparen, sodass sie sich in Zukunft eine weitere Ausbildung zur Kinder- und Jugendpsychotherapeutin leisten möchte.

 

"Der bessere Spieler gewinnt!" – Interview mit Poker-Pro Natalie Hof

"Der bessere Spieler gewinnt!" – Interview mit Poker-Pro Natalie Hof

Natalie, seit wann spielst Du Poker und wie kamst Du dazu?

2006 kam ich in Kontakt mit dem Poker-Spiel. Und zwar durch meinen besten Freund, der schon einige Zeit gespielt hat und mit uns eines Abends spaßeshalber um Salzstangen Poker gespielt hat. Es diente uns mehr als Gesellschaftsspiel und Zeitvertrieb. Allerdings war mein Interesse dadurch mehr als geweckt. Ich genoss die mentale Auseinandersetzung mit meinem Gegenüber und hatte das Bedürfnis mich mehr mit dem komplexen Spiel zu beschäftigen.

Mein Kumpel nahm mich dann an meinem Geburtstag mit ins Casino Bad Zwischenahn und spendierte mir das Buy-in eines kleinen Turniers, bei dem ich auf Rang 3 landete. Ich fühlte mich großartig, obwohl ich eigentlich noch keinen blassen Schimmer von Strategie und so gut wie kein Spielverständnis hatte. Allerdings war ich von dem Zeitpunkt Feuer und Flamme und wollte mich verbessern und das Spiel ernst nehmen.

Poker ist eine Männerdomäne. Als Frau wird man erstmal nicht ernst genommen und es erfordert Mut sich bei einem Pokerspiel zu behaupten. Wie schwer war es für Dich, Dich als Frau zu behaupten? Musstest Du den ein oder anderen Spruch über Dich ergehen lassen?

Da ich schon immer mehr auf männliche Aktivitäten wie Billard und Skateboard fahren stand und viele männliche Freunde hatte, fällt es mir logischerweise gar nicht schwer mich in einer Männerdomäne aufzuhalten und mich dort zu behaupten. Ich finde auch das Poker keine Geschlechter-Unterschiede kennen sollte. Schließlich ist es ein Mind-Game und erfordert kein körperliches Kräfte messen, wo Frauen halt anatomisch unterlegen wären. Und wenn mal ein blöder Spruch kommt, dann geht das hier rein und da wieder raus. Und das passiert so gut wie nie, jedenfalls nicht bei so renommierten Poker Events wie z.B. der European Poker Tour.

Du bist nicht nur erfolgreich am Pokertisch sondern siehst zudem auch noch sehr gut aus, was manchem Mann am Pokertisch sicher den Kopf verdreht. Hat es einen gewissen Reiz für Dich gerade Deinen männlichen Mitspielern das Geld aus der Tasche zu ziehen?

Danke für das nette Kompliment. Aber Nein, ich setze meine Weiblichkeit nicht bewusst ein um Profit daraus zu schlagen.

Was ist Poker für Dich? Glücksspiel, Strategiespiel, Sport oder lediglich ein Hobby?

Ein Strategiespiel und eines meiner Hobbies.

Wie würdest du das Pokerspiel erklären?

Man braucht fünf Minuten um es zu lernen, aber ein Leben lang, um es zu beherrschen.

Du hast sehr erfolgreich Pädagogik und Theologie studiert, denkst Du, dass Dein Pädagogik-Studium einen positiven Einfluss auf Dein Pokerspiel hat, gerade im Bezug auf das Pokerface Deiner Mitspieler? Denkst Du, Du erkennst leichter, wenn ein Pokerspieler blufft?

Ich denke schon, dass eine gute Menschenkenntnis von Vorteil beim Pokern ist. Allerdings muss man dafür nicht Pädagogik und Theologie studiert haben.

Was war Dein bisher größter Pokergewinn und was hast Du damit gemacht?

Mein größter Gewinn war beim EPT Berlin Main Event, bei dem ich damals den 39. Platz für knapp 19.000 Euro gemacht habe. Gekauft habe ich mir davon nichts besonders außer Bücher und Sneakers, so weit ich mich erinnern kann.

Wie stehst Du zur Emanzipation und der Geschlechtertrennung am Pokertisch?

Wie schon gesagt. Diese Frage dürfte eigentlich gar nicht im Raum stehen. Ich glaube der Pokersport ist einfach nicht so attraktiv für Frauen, weil es keinen Gruppenwettkampf gibt, der von Frauen bevorzugt wird und man stundenlang auf dem Allerwertesten sitzt.

Mit welchem Geschlecht sitzt Du lieber am Pokertisch? Fällt es Dir leichter bei Frauen oder bei Männern zu bluffen?

Ich mag die Abwechslung. Von daher gemischte Tische. Ich spiele sehr gerne Ladies Events. Die Gespräche sind dort einfach vielseitiger.

Du moderierst seit 2013 die TV Total PokerStars.de Nacht. Mit welchen Promi(s) würdest Du gerne ein Mal am Pokertisch sitzen?

Ja, ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich das wirklich mache. Hmm, am liebsten würde ich gern mal gegen Raab spielen.

Du bist mit Pius Heinz liiert, der 2011 die WSOP gewonnen hat. Lässt er in Eurer Beziehung auch gerne mal den Poker Coach raushängen? Welche Rolle spielt Poker in Eurem Beziehungsaltag?

Keine. Und das ist auch gut so.

Wie stehen Deine Eltern zu Deiner Karriere als Pokerspielerin?

Naja. Ich bin ja nicht hauptberuflich Pokerspielerin. Ich verdiene mein Geld durchs Moderieren, habe ein abgeschlossenes Studium und will jetzt ab Oktober meinen Master machen. Ich finde man sollte schon Alternativpläne haben. Die Welt hat so viel zu bieten, warum nur auf eine Sache beschränken?

Meine Mama und auch mein Papa sind sehr stolz auf mich und gucken sich alles von mir an, selbst wenn ich nur Sekunden zu sehen bin. Sie standen schon immer hinter allem, was ich mache und dafür bin ich sehr dankbar. Man sollte immer das machen, was einen gerade glücklich macht.

Was macht ein perfektes Pokerspiel für Dich aus?

Ich glaube perfekt gibt es nicht. Wir sind keine Maschinen und machen Fehler. Deswegen gibt es ja auch Gewinner und Verlierer. Perfekt wäre es jede Hand profitabel und mathematisch richtig zu spielen.

Bevorzugst Du Online Poker oder spielst Du lieber live an den Tischen?

Poker kann ein sehr soziales und kommunikatives Spiel sein. Und ich liebe einfach die direkte Auseinandersetzung mit den Gedanken meines Gegners. Von daher definitiv LIVE. Aber wenn ich mal keine Lust habe meinen Jogger gegen eine Jeans einzutauschen, auch gerne online.

Welche Ziele hast Du in der Zukunft?

Nicht stehen zu bleiben. Ich mag gern Abwechslung und ich probiere mich gerne aus. Ich habe kein bestimmtes Ziel im Leben, das ich unbedingt erreichen muss, sonst bin ich totunglücklich oder so. Aber ich habe eine gewisse Vorstellung meiner Zukunft und die beinhaltet ganz klassisch Haus, Mann, Kind und Hund.

Poker hat auch heute leider immer noch an vielen Ecken einen schweren Stand, weil es immer wieder mit Glücksspiel assoziiert wird. Denkst Du das Poker unterschätzt wird und wie hoch ist für Dich der Glücksfaktor bei einem Pokerspiel?

Poker hat einen Glücksfaktor, das lässt sich gar nicht abstreiten. Aber es ist und bleibt ein komplexes Strategiespiel. Auf Dauer wird immer der bessere Spieler gewinnen. Wie kann es dann ein Glücksspiel sein?

Welche Strategie hast Du?

Es gibt nicht die perfekte Strategie. Jede Situation ist aufgrund von Stack Sizes, Gegnern und Turnierphase anders. Es gibt mittlerweile so viele Foren und Literatur, die einem helfen stetig an seinem Spiel zu arbeiten, so dass man nie auslernt.

Welchen Tipp hast Du für weibliche Pokerspieler?

Für Neulinge: Traut euch und probiert es aus. Vielleicht gefällt es euch ja. Für Frauen, die schon spielen: Arbeitet stetig an eurem Game und vernetzt euch mit vielen Pokerspielern.

Was ist Dein Lebensmotto?

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe auf über . . . nächstes Jahr.

Interview geführt von Franziska Steiner

(Bildquelle:facebook.com/NatalieHof)

Deutscher Sieger der WSOP 2013

Deutscher Sieger der WSOP 2013

Das Pokerspiel scheint in Deutschland stetig beliebter zu werden, denn offensichtlich werden nach und nach in Deutschland immer mehr Weltmeister in dieser Disziplin geboren. Martin Finger war jedoch bis dato nicht unbekannt, denn er konnte bereits durch die European Poker Tour in Prag von sich reden machen, bei der er eine stolze Gewinnsumme in Höhe von 775.000 Dollar gewann.

Das Finale der Poker Weltmeisterschaft wurde im Rio All Suite Hotel and Casino in Las Vegas ausgetragen. Bis dahin konnte der Frankenberger sich bereits gegen fast 800 Konkurrenten am Pokertisch durchsetzen. Als letztes verließ er dann als stolzer Gewinner den finalen Tisch und kann sich nun außerdem über ein Preisgeld in Höhe von über einer halben Million Dollar freuen. In der finalen Runde am letzten Tag traten noch 13 Spieler am Tisch gegeneinander an.

Unter ihnen befand sich auch der bis dahin geltende Chipleader, der US-Amerikaner Matt Stout. So wie er den finalen Tag begann, wurde er eigentlich schon ziemlich früh als Favorit des Tages angesehen und letztendlich musste der Amerikaner sich dann aber doch mit einem schlechteren Platz zufrieden geben. Immerhin konnte er eine Gewinnsumme von 313.000 Dollar für sich beanspruchen und diese als Trostpreis mit nach Hause nehmen.

Der Amerikaner und der Deutsche boten sich gegenseitig ein spannendes, finales Duell, bei dem sich keiner der beiden einen groben Fehler erlaubte. Letztendlich konnte Finger sich als deutscher durchsetzen und ist nun im Besitz des Preisgeldes und des Bracelets der WSOP. Der Amerikaner muss sich mit der Niederlage zufriedengeben, die er trotz allem mit Würde genommen hat.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch in Zukunft noch weitere Neuigkeiten zu dem neuen Pokerweltmeister Martin Finger hören, der durch zwei Gewinne bei bekannten Pokerturnieren bisher von sich reden machen konnte.

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Pokerweltmeister Pius Heinz künftig Werbeikone für Deichmann Schuhe

Pokerweltmeister Pius Heinz künftig Werbeikone für Deichmann Schuhe

Bekanntlich hatten sich die Wege des weltweit größten Pokerraumes und von Pius Heinz im November nach einem Jahr der Zusammenarbeit getrennt. Nun aber steht der Bonner plötzlich wieder im Rampenlicht. Wie aber schon in den vergangenen Monaten kann Pius Heinz dabei nicht am Pokertisch überzeugen. Stattdessen wurde ein neuer Werbedeal bekannt.

Denn Pius Heinz und der größte europäische Schuhhändler Deichmann haben nun offenbar zueinander gefunden. Was sich schon Tage zuvor in der Gerüchteküche andeutete wurde inzwischen von Deichmann bestätigt. Die erste Promotion mit dem deutschen Pokerweltmeister ist schon am Start.

Damit erhofft sich das Schuh-Unternehmen sicherlich, mehr junges Publikum für sich gewinnen zu können. Ob dies der einzige Promoauftritt mit Pius Heinz sein wird wurde genauso wenig bekannt wie weitere Details wie die Dotierung des Vertrages. Hierzu gab es weder von Pius Heinz noch von Deichmann Informationen.

In der nun bekannt gewordenen Werbekampagne suchen das Unternehmen aus Essen und der Pokerprofi das Most Wanted Poker Team. Dabei dürfen sich zwei glückliche Gewinner auf eine besondere Woche in Berlin freuen.

Sie fahren nämlich im Juli dieses Jahres zu einem fünftägigen Poekrcamp nach Berlin im D-Loft. Neben einem umfangreichen Rahmenprogramm dürfen sich die beiden Gewinner zusammen mit jeweils einem Begleiter auf eine Partie Poker gegen das einstige Aushängeschild von PokerStars freuen. Ob sich der Pokerweltmeister dabei durchsetzen wird?

Glücksspielprobleme in der Bundesrepublik und wie sie gelöst werden

Glücksspielprobleme in der Bundesrepublik und wie sie gelöst werden

Alle Bundesländer außer Schleswig-Holstein haben zusammen die Vorlage eines neuen Vertrags im Bereich Glücksspiel, den ersten geänderten Glücksspielvertrag, erarbeitet, dieser wird auch "E-15 Modell" genannt. In Bälde ist es möglich, dass Sportwetten auf dem virtuellen Weg gesetzt werden können, hiervon sind das virtuelle Pokerspiel und Spiele fürs Casino nicht betroffen. Die Kommission der EU tat ihren Zweifel bezüglich dieser Vorlage im Prozess der Notifizierung klar und deutlich kund.

Hier bemängelte man auch die wissenschaftlichen Basics und hat auch einen Prozess zur Vertragsverletzung zur Sprache gebracht. Nur das Nordlicht Schleswig-Holstein hat ein eigenes Gesetz auf die Beine gestellt, welches den Glücksspielmarkt mittels eines wettbewerbstauglichen Prinzips in Sachen Abgaben für Poker und andere Spiele im Netz freimacht und kontrolliert.

Diese Methode stößt nicht nur bei der EU auf Wohlwollen, sondern wird auch von den Experten freudig begrüßt. Dies wurde in einem Pressefachgespräch des Instituts für Forschung im Bereich Glücksspiel und Wetten beim Amt für Presse und Informationen ersichtlich, das der Regierung in der Bundeshauptstadt unterstellt ist.

Ein Rechtsexperte erklärte, dass es nach einer Epoche von Unordnung nun an der Zeit ist, sich zu sammeln und zu überlegen, welche Prinzipien innerhalb und außerhalb Europas vonstatten gehen. Es ist wichtig, unkomplizierte und deutliche Vorgaben zu erarbeiten, welche nicht gleich Schwierigkeiten machen und die nicht gleich gegen die Verfassung und das Europarecht verstoßen. Zudem sollen sie es den Betreibern erlauben, reizvolle Dienstleistungen im Hinblick auf die Nutzer anzubieten, dies sollte zu bewerkstelligen sein.

Die 15 Länder haben eine Abgabe in Höhe von 5 Prozent hinsichtlich des Gewinns vorgesehen, was diesen Vorgang aber nicht sicherstellt. In Verbindung mit anderen Begrenzungen dieses Modells, sprich limitierte Zulassungen, begrenzte Dienstleistungen, Untersagung von virtuellen Poker und Casinos im Netz, ist es nicht möglich, den Zweck einer Regulierung zu erfüllen. In Berlin wurde dies besonders klar. Wenn man die virtuellen Angebote per Netzsperre und anderen Dinge blockieren will, kommt man nicht weiter, da die Nutzer schon lange die Option haben, diese zu umschiffen.

Das von der CDU und der FDP geführte Nordlicht zeigt mit einer neuartigen und verantwortungsbewussten Legislative, was man machen kann. Der Bruttoreingewinn jedes virtuellen Glücksspiels ist mit einem Fünftel Abgaben belegt, es gibt es einen breit gefassten Schutz der Jugend und Vorbeugeschritte, was die Sucht angeht, hierzu gehört auch ein Modell, das Geldwäsche und Betrügereien unterbinden soll. Hier findet man auch einen "Safe Server". Dies ist eine Art Fahrtenschreiber. Dazu gibt es noch Unternehmen, die Zahlungsdienstleistungen anbieten, diese müssen eine Vollbankzulassung mitbringen und unterstehen damit auch dem "Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht".

Zu guter Letzt gibt es noch sichere Erträge für den Sport auf organisierter Ebene. In der Landeshauptstadt sind offenbar mehr Überlegungen gemacht worden, was für Europa wichtig ist und man hat sich an Dänemark eine Scheibe abgeschnitten. Der Mitgründer der Kanzlei "Hambach & Hambach" in München sagte, dass das Modell aus dem Norden gegenüber dem der 15 nicht durch Zufall ohne Schwierigkeiten akzeptiert worden ist.

Es hat sich gelohnt, dass die Legislative Schleswig-Holsteins schon vor drei Jahren mit ganzer Energie an einem Glücksspielgesetz gearbeitet hat. Viele Gespräche mit Repräsentanten anderer Aufsichtsämter in der Europäischen Union hätten wohl gezeigt, dass gerade das Prinzip aus dänischen Landen von der Kommission abgesegnet wurde.

So war es möglich, dass der vor 8 Jahren begonnene Prozess zur Vertragsverletzung gegen das Glücksspielmonopol in Dänemark vor drei Jahren beendet wurde. Der Mitgründer sagte, dass wenn sich die restlichen 15 dem Norden anschließen, bekommen sie nach einer Dekade, in der juristische Unordnung herrschte, nun auch rechtliche Sicherheit, dies ist für diesen heiklen Sektor äußerst wichtig.

Er ist davon überzeugt, dass das Modell aus dem Norden gewinnen wird. Der wissenschaftliche Direktor im Institut im Bereich der Glücksspiele und Wetten untersuchte besonders die ungleiche Handhabung von Sportwetten und dem virtuellen Pokerspiel, das die 15 Bundesländer praktizieren.

Er sagt, dass das virtuelle Pokerspiel in der Bundesrepublik und im Großteil Europas bis dato nicht rechtlich geregelt ist. Ungeachtet dieser Untersagung, stellt der Markt für virtuelles Pokerspiel in der Bundesrepublik den zweiten Platz weltweit. Wenn die Bundesländer diesen Markt keiner rechtlichen Regelung unterziehen, dann wird es der Fall sein, dass die Nutzer dem Schwarzmarkt anheimfallen und als kriminell gelten. So ist es auch nicht möglich, suchtkranke Spieler ausfindig zu machen und diese im Hinblick auf die Vorbeugung kontrollieren zu können.

Im Zuge der aktuellen rechtlichen Situation kann ein effektiver Schutz der Spieler nicht bewerkstelligt werden. Der nicht zu überwachende Schwarzmarkt erlaubt und begünstigt auch die unerlaubte Geldwäsche in Deutschland. Eine Studie, die der "TüV" veranlasst hat, legt ein umsetzbares Prinzip der Beurteilung von Dienstleistungen im Glücksspielbereich fest. Dies hat den Zweck, unparteiische und standardisierte Überprüfungen und möglicherweise Zertifikate möglich zu machen. Hierbei wurde ersichtlich, dass das virtuelle Pokerspiel nur als mittlere Gefahr auf einer Skala mit 5 beurteilt wird. Dies zeigt, dass das Pokerspiel den Gefahrengrad von Sportwetten hat.

Momentan sind die 15 Bundesländer am Zug. In der schleswig-holsteinischen Hauptstadt wird es nun eine andere Landesregierung geben, doch hinsichtlich schon gegebener Zulassungen, die gemäß dem neuen Glücksspielgesetz erfolgt sind, es unwahrscheinlich, dass eine neue Regierung hier änderungen vornimmt. Außerdem ist es wohl zu leicht, angesichts der Auseinandersetzungen um die Regelungen des Glücksspiels, eine Lage zu wählen, die 15 gegen 1 entspricht.

Der neue Vertrag in Sachen Glücksspiels kommt erst dann zur Geltung, wenn 13 der 15 Bundesländer bis 01. Juli 2012 einverstanden sind, doch dies wird von den Fachleuten als wenig wahrscheinlich angesehen. Nordrhein-Westfalen befasst sich auch wie sein Nachbar in Norden erst einmal mit Verhandlungen im Koalitionsbereich und der Bildung einer Regierung. Mit dem Vorschaltgesetz in Niedersachsen wird schon klar, dass sich die Regierung der echten Gefahr bewusst ist und dass die nötige Mindestabstimmung nicht funktionieren kann.

Hierbei ist interessant, dass dieses Gesetz im Gegensatz zum Vertrag die Limitierung auf 20 Zulassungen außen vorlässt und Sportwetten im Liveformat gestattet. Man will sich absichern, wenn das Modell der 15 Bundesländer nicht funktioniert, so das Land und auch die Bundesländer Bayern und Bremen bereiten sich entsprechend vor. Der Fraktionschef der FDP, Dürr, wird mit dem Zitat zum unter dem von Kurt Beck initiierten Glücksspielvertrag, der dann doch nicht funktioniert hat, genannt, er will sich vom Landesvater von Rheinland-Pfalz nicht verkohlen lassen.

Eine solch dargelegte Unsicherheit hinsichtlich der "Sammlung" der notwendigen Abstimmungen in den Parlamenten zeigt, dass die bislang vorhandene Uneinigkeit vielleicht nur durch eine große Maßnahme beseitigt werden kann. Ein Rechtsexperte aus Düsseldorf legte in Berlin dar, dass die bisher stattgefundene Entwicklung nicht richtig ist, um eine angemessene Regelung der Glücksspielmärkte in Europa zu erreichen.

Der Jurist erklärte, dass die Bundesländer, was die Regulierung in Sachen Glücksspielrecht angeht, nichts erreicht haben. Der Bund soll dieses Problem lösen und die Regelung der Märkte im Bereich des Glücksspiels und der Gewinnspiele übernehmen.

Lediglich eine Regulierung auf der Ebene des Bundes kann dafür sorgen, dass die Märkte im Bereich Glücksspiel einheitlich und sinnvoll geregelt werden und so ist es möglich, die Funktionstauglichkeit der juristischen und wirtschaftlichen Ordnung in Sachen Glücksspiel wieder zum Laufen zu bringen. Ein Abgeordneter der FDP im EU-Parlament und aus Rheinland-Pfalz spinnt den Gedanken weiter. Er geht ungeachtet des Wohlwollens mancher Länder davon aus, dass die Bundesländer dem Gesetz aus dem Norden nicht folgen werden.

Er verlangt eine Problemlösung auf europäischer Ebene im Bereich der virtuellen Glücksspiele. Die daraus resultierenden Schwierigkeiten, wie der Schutz der Jugend, die Spielsucht und Betrug bei Spielen, bei denen Wetten möglich sind, kann man nur mithilfe einer Richtlinie auf europäische Ebene beseitigen, so der Abgeordnete.

Schon im vergangenen Jahr sprach sich das Parlament der EU im Rahmen einer Resolution zum Grünbuch im Bereich der virtuellen Glücksspiele dafür aus, dass die EU-Länder zusammen ein Prinzip zur Konzessionierung erarbeiten sollen.

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