Verbote sind nicht immer sinnvoll

Was das Pokern in der Schweiz angeht, so hat es immer mehr ähnlichkeit mit dem Chicago in den 20er und 30er Jahren. Das Untersagen der Produzierung und des Verkaufs von Alkohol kurbelte in den Vereinigten Staaten die Geschäfte in Gangsterkreisen richtig an.

Bekannte Größen wie Al Capone kamen durch diese Geschäfte zu Reichtum. Doch das Land gab nach und erlaubte den Alkohol wieder. Seit dieser Zeit weiß man, dass Verbote mehr kaputt machen als richten, besonders wenn das Verbotene in der Illegalität praktiziert wird.

Doch nun wurde bekannt, dass in der Schweiz stolze Beträge beim unrechtmäßigem Cash-Game verzockt werden, dabei soll es sich um maximal 155.000 Euro handeln. Die Illegalität in dieser Umgebung begünstige das Risiko, suchtkrank zu werden, so ein Fachmann von der Universität Luzern.

Hier sollen auch Kredit unter der Hand und Drogenhandel stattfinden. So lässt sich der Schluss ziehen, das Poker im Untergrund bestens läuft. Diese These hätte auch schon im Mai letzten Jahres Gültigkeit gehabt, als das Bundesgericht in der Schweiz befand, dass die Poker-Version Texas Holdem als Glücksspiel anzusehen ist und für entsprechende Poker-Turniere das Spielbankengesetz gilt.

Seit diesem Zeitpunkt ist es privaten Turnierveranstaltern nicht mehr gestattet, solche Turniere zu organisieren, bei denen um Geld gespielt wird. Nur Spielbanken mit staatlicher Zulassung ist dies erlaubt. Solche Turniere im privaten Kreis sind aber rechtens.

Weil die Grenze zur Illegalität aber nicht klar definiert werden kann, werden die übergänge immer unschärfer. Der Ständerat fand es aber nicht für nötig, eine gesetzliche Anpassung, sprich eine gesonderte Legalisierung des Pokers von Privatanbietern durchzuführen.

Von der schweizerischen Partei SVP mit nationalkonservativen Ansichten kam die Idee, dass Pokerturniere ohne kommerziellen Hintergrund mit einem maximalen Einsatz von 200 Franken nicht unter das Gesetz fallen sollen. Sie möchten auch eine Zulassung für Lokale, in denen nur Kartenspiele gespielt werden, durchsetzen, doch dies hat keine Mehrheit im National- und Ständerat.

Bei dieser Ausgangslage kann man davon ausgehen, dass unrechtmäßige Pokerrunden weiterhin Zulauf haben werden. Ein sinnvoller Kampf gegen diesen Markt scheint nicht möglich zu sein, da keine geeigneten Vorbeugungsvorschläge und Ermittlungskonzepte vorliegen.

Die Untersuchungschefin der Spielbankenkommission gibt an, dass man bei den Ermittlungen die Unterstützung der Bürger benötige.