Pokerbetreiber auf den Barrikaden

Pokerbetreiber auf den Barrikaden

Für die Pokerbetreiber bedeutet dies, dass die Casinos ab dem Jahresende illegal werden könnten. Natürlich bringt diese Information die Pokeranbieter auf die Barrikaden. Die Pokerbetreiber haben nun Existenzängste.

Es bleibt nicht viel Zeit, um die Situation für die Pokeranbieter noch zu retten. Doch nicht nur für die Betreiber selbst würde dies bedeuten, dass sie Angst um die eigene Existenz haben müssen, sondern auch die Entlassung von über 1000 Leuten würde noch vor Weihnachten vor der Tür stehen. Ob dies der Sinn sein soll ist ungewiss und die Betreiber wenden sich mit Briefen an die zuständigen, um die Situation vielleicht noch abzuwenden.

Auch in Bezug auf die Casinolizenzen herrscht in österreich weiterhin noch Ungewissheit. Nachdem die Lizenzen europaweit ausgeschrieben werden mussten, steht der Vergabeprozess weiterhin unter Kritik. Vergeben wurden die Lizenzen nun letztlich immer noch nicht. Die Ungerechtigkeit wird darin gesehen, dass die Ausschreibung zu sehr auf den bestehenden Monopolisten, die Casinos Austria ausgelegt waren.

Als Bewerber sind letztlich nur die Casinos Austria als auch Novomatic ins Rennen gegangen. Welches der Unternehmen den Zuschlag bekommen wird, ist bisher noch nicht festgelegt worden. Der österreichische Verfassungsgerichtshof und die EU ist bereits sehr interessiert an der Vergabe der Lizenzen vor Ort und wird hier mit Sicherheit in Zukunft noch einmal nachhaken. Wie sich die letzten Wochen vor dem Jahreswechsel für die Pokerbetreiber entwickeln werden bleibt unterdessen erst einmal noch abzuwarten.

Gibt es ein Comeback von "Full Tilt Poker" im Internet?

Gibt es ein Comeback von "Full Tilt Poker" im Internet?

Diese Tragödie ist auch nach rund einem Jahr nicht vorbei. Als Konsequenz der Maßnahmen des Ministeriums konnte "Full Tilt Poker" seinen einstigen Nutzern kein Geld mehr zahlen. Davon waren erst nur die Spieler in den USA betroffen, doch bald darauf waren alle Nutzer davon getroffen.

Parallel dazu machten Spekulationen über finanziellen Ungereimtheiten die Runde. Dies hatte zur Folge dass die Glücksspielbehörde von Alderney (AGCC), die Zulassung für das Pokerspiel vorerst auf Eis legte. Damit hatte der Betreiber mit noch mehr Schwierigkeiten zu kämpfen, da das Pokerportal nun kein Geld mehr einnehmen konnte, um seine Pflichten erfüllen zu können.

Nach zahlreichen Spekulationen über einen potentiellen Käufer erwarb die "Groupe Bernard Tapie" den Betreiber. Die Gespräche begannen nun und in dem ganzen Zeitraum hatten die Nutzer keine Informationen darüber, wann sie ihr Geld wiederbekommen würden. Nun befasst man sich mit einem "Comeback" des Pokerbetreibers, was gar nicht so unwahrscheinlich ist.

Der Käufer kooperierte in den vergangenen Monaten mit der obenstehenden Glücksspielbehörde, um die Zulassung zum Betrieb der Seite wiederzubekommen. Vor kurzem setzte die Behörde eine Anhörung im öffentlichen Rahmen für einen Antrag auf Zulassung in der Kategorie Zwei an, welche von dem Tochterunternehmen des Betreibers, "Orinic Limited", beantragt wurde.

Mit einer Zulassung der Kategorie Drei, wäre es dem Pokerbetreiber wieder möglich, im Netz zu arbeiten.

Der Abschluss des Vertrags zwischen dem Pokerbetreiber und dem Käufer wird immer greifbarer und es stellt sich die Frage, welche Figur der Betreiber unter der neuen Geschäftsführung machen wird.

"Schwarzer Freitag" brachte Online Poker gehörig durcheinander

"Schwarzer Freitag" brachte Online Poker gehörig durcheinander

Diese wurde rasch durch den Kongress gebracht, bevor man sich hier aufgrund der Wahlen vor sechs Jahren für eine bestimmte Zeit nicht mehr zusammenfinden wollte.

Dieser Entwurf nannte sich "Unlawful Internet Gambling Enforcement Act" (UIGEA) und hatte die Aufgabe, es den Unternehmen im Bereich des Glücksspiels zu verbieten, Zahlungen anzunehmen, die einen Bezug zu Wetten und anderen Formen des Glücksspiels haben, die im World Wide Web getätigt werden und die allen Gesetzen auf nationaler und bundesstaatlicher Ebene zuwiderlaufen.

Wie diese These ausgelegt werden soll, steht auch nach fünf Jahren noch nicht fest. Ungeachtet dessen hatte dies zur Folge, dass einige hochrangige Manager Haftbefehle bekamen, es gab Festnahmen, Konfiszierungen einiger Millionen Dollar und auch eine milliardenschwere Branche in den USA hätte es fast nicht mehr gegeben.

Es flog alles auf, als im April 2011 die Betreiber der Seiten "PokerStars", "FullTilt Poker" und auch "Absolute Poker/Ultimate Bet" beschuldigt wurden, dies war das Finale einer Entwicklung, die schon fünf Jahre lief.

Der obengenannte Entwurf bestand eigentlich nur aus einer knappen Ergänzung in Bezug auf ein Gesetz zu den Sicherheitsvorgaben bei Handelshäfen in den USA. Der Bezug zu virtuellem Pokerspiel war nicht vorhanden, man wollte den Handel der Vereinigten Staaten vor dem Missbrauch durch Terroristen bewahren, die Gelder unerlaubterweise ins Land schleusen wollten.

Dieses Dokument mit dem Kürzel "H.R. 4411" hatte die Aufgabe, zu vermeiden, dass Geldinstitute in den Vereinigten Staaten mithilfe des World Wide Web Zahlungen im Bereich des Glücksspiels durchführten.

Dies stellte eine Ergänzung zum "Wire Act" Anfang der 60er Jahre dar, dieser untersagte Glücksspiele über das Telefon, nun waren auch Sportwetten, Casinospiele und Poker im Netz nicht erlaubt.

Lotterien mit sportlichen Veranstaltungen als Basis, was ungefähr dem Totospiel in der Bundesrepublik entspricht, waren nun nicht mehr erlaubt. Handel mit Devisen und Rohstoffen galten nicht mehr als "Glücksspiel" und auch Pferderennen stellten hier eine Ausnahme dar.

Das eigentliche Glücksspiel wird in diesem Entwurf nicht für verboten erklärt, verboten sind nur die damit zusammenhängenden virtuellen überweisungen. Es gab einige Bemühungen, dieses Gesetz aus den Angeln zu heben, einer der dies versuchte, war ein Angehöriger des Kongresses, doch es ist immer noch gültig.

Auch wenn es eine rund einjährige Interimszeit in Bezug auf die Etablierung des neuen Entwurfs gab, erlebte der Sektor der Sportwetten und des virtuellen Pokerspiel bereits kurz nach der Veröffentlichung des erstgenannten Gesetzes eine Instabilität.

Das Unternehmen "PartyPoker", welches zu diesem Zeitpunkt den Markt dominierte kehrte dem amerikanischen Markt aus freien Stücken den Rücken und ließ so vier Fünftel seiner Erträge sausen. Weitere kleinere Betreiber taten es ihm gleich und verschwanden von diesem Markt. Die sich daraus ergebende Lücke wurde durch die Betreiber "PokerStars" und "FullTilt Poker" ersetzt.

Man ging davon aus, ein gesetzliches Schlupfloch gefunden zu haben, das Poker vom normalen Poker abgrenzt und begann noch nie dagewesene Werbeaktionen und teilte den Markt unter sich auf. Mithilfe von zielgerichteter Werbung im TV und dem Aufbau eines Teams von professionellen Pokerspielern, mit den Größen im Poker, hatten die beiden Unternehmen die Möglichkeit, die ganze Spielergrundlage des Betreibers "PartyPoker" zu erwerben und zu erweitern. Binnen 12 Monaten wurden die beiden Betreiber zu den Motoren der Branche und daran änderte sich bis zum April des letzten Jahres nichts.

Der Betreiber "Absolute Poker/Ultimate Bet" konnten auf dem Markt der USA bleiben, hatten aber aufgrund des sogenannten "Superuser-Skandals" und anderen Problemen hinsichtlich der Marktanteile einen geringen Einfluss. Die beiden anderen Betreiber wähnten sich juristisch im Trockenen, dennoch änderte der erstgenannte Entwurf die Konditionen für die Transaktionen im Netz ab.

Die Möglichkeiten "PayPal", Kreditkarten und überweisungen durch die Bank waren nun nicht mehr offen, so setzte man Dritte als Anbieter für Zahlungen ein. Doch diese waren auch von dem Gesetz betroffen und so wurde das "Department of Justice" (DoJ) auf die beiden Betreiber aufmerksam.

Im Sommer des letzten Jahres nahm das Department die Inhaber des Zahlungsunternehmens "Neteller" fest und konfiszierte einige Millionen Dollar, welche scheinbar seitens der Spieler in den USA an Betreiber von virtuellem Pokerspiel gezahlt wurden. Dieser Prozess wurde auch deshalb öffentlich, da sich darunter auch das "Bankroll" eines bekannten Pokerspielers befand.

800.000 Dollar von seinem Gewinn, den er als Zweiter der Hauptveranstaltung der "PCA" einfuhr, waren nun nicht mehr greifbar. Doch dies war nur die Spitze des Eisbergs. Es erfolgte ein Vergleich außerhalb des Gerichts. Das Zahlungsunternehmen wollte die 136 Millionen Dollar nicht mehr haben und der Pokerspieler erhielt sein Geld wieder.

Die beiden Betreiber suchten aufgrund der steigenden Unsicherheit nach weiteren Alternativen für den Zahlungsverkehr im Netz und fanden so das Unternehmen "Instabill" aus Australien, welches überweisungen in Zusammenhang mit virtuellem Glücksspiel als Handelstransaktionen ausgab.

Der Leiter des Unternehmens sollte später eine wenig ruhmreiche Position in den Wirren des "Schwarzen Freitags" einnehmen. Einige Jahre später nahm man den Herrn in einer Spielstätte in Vegas fest, da er im Rahmen der finanziellen Transfers mehr als eine Million Dollar auf eigene Konten hatte fließen lassen.

Während seiner Zeit in U-Haft entschied er sich, ein Schutzprogramm für Zeugen zu nutzen und wurde zum wichtigsten Zeugen gegen die Pokerbetreiber. Der private Schriftverkehr stellt die Basis für die Mehrheit der Anklagen gegen die 11 Beklagten dar.