Pokergewinne als gewerbliche Einkünfte

Pokergewinne als gewerbliche Einkünfte

Damit müssten die Pokerspieler, die oft und viel an Turnieren Teilnehmen ihre Gewinne besteuern. Das Gericht, welches diese Entscheidung getroffen hat, sieht wahrscheinlich die Problematik, dass Poker-Pros, die regelmäßig an Turnieren teilnehmen und damit ihren Lebensunterhalt verdienen, auch wie alle anderen Arbeitnehmer ihre Abgaben zahlen sollten. Von daher werden in dieser Hinsicht die Pokergewinne als gewerbliche Einkünfte gehandelt.

Die Entscheidung wurde von der Vorsitzenden Richterin Maria-Elisabeth Wetzels-Böhm im Finanzgericht Köln getroffen. Der Fall sorgte bereits vorab für viel Aufsehen, denn der bekannte Pokerspieler Eddy Scharf trat hier als Kläger auf. Der Pokerspieler wurde vom Finanzamt aufgefordert, die eigenen Pokergewinne aus den vergangenen Jahren zu besteuern. Scharf wollte sich zur Wehr setzen und zog vor Gericht. Er gab dort an, dass Poker ein steuerfreies Glücksspiel sei und daher keine Steuern auf die Gewinne gezahlt werden müssten.

Scharf ging nun als Verlierer aus dem Prozess hervor. Laut eigenen Angaben ging er auch schon bei den unterschiedlichen Turnieren oft als Verlierer nach Hause und habe bereits eine Menge Geld verloren. Laut eigenen Angaben würde er nun vor dem finanziellen Ruin stehen. Er selbst sei lediglich Hobbyspieler und würde sich seinen Unterhalt mit dem Job als Flugkapitän verdienen.

Weiterhin macht er deutlich, dass beim Poker das Können allein nicht ausreiche, da man trotz Können und Erfahrungen mal gewinne und mal verliere und besonders in Turnieren oft gänzlich unbekannte Spieler als Gewinner aus dem Abend hervorgehen. Vom Finanzamt wurde Scharf hingegen als "Star der Szene" bezeichnet und vor Gericht wurde deutlich gemacht, dass Scharf beim Pokerspielen Gewinne in sechsstelliger Höhe mit nach Hause nehmen konnte.

Die Begründung des Gerichts für die getroffene Entscheidung bezog sich vor allem auf den Unterschied des Pokerspiels als Glücks- oder Geschicklichkeitsspiel. Vom Gericht wurde deutlich festgelegt, dass das Können beim Pokern eine sehr wichtige Rolle spielt. Dem Gericht sei durchaus bewusst, dass auch Glück eine Rolle spiele, aber schon alleine die bekannten Pokerstars, die immer wieder an den Tischen der internationalen Weltturniere zu sehen sind, machen deutlich, dass auch ein gewisses Können vorhanden sein muss, um sich als Poker-Pro immer wieder an die Spitze der Turniere spielen zu können.