Wie funktioniert die Spielsucht-Therapie

Wie funktioniert die Spielsucht-Therapie

Die Spieler müssen sich selbst zuerst einmal richtig einschätzen können, um festzustellen, ob sie ein krankhaftes Spielverhalten aufweisen. Der Psychotherapeut Reto Cina arbeitet in einer Klinik, wo Spielsüchtigen entsprechende Therapien angeboten werden. In einem Interview erklärt er, was die Patienten vor Ort erwartet und welchen Teil Angehörige und Freunde zur Therapie beitragen können.

Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Reto Cina, arbeitet seit dem Jahr 2005 in der Salus Klinik für Psychosomatik und Sucht in Lindow. Heute ist er vor Ort als leitender Arzt tätig. Der Arzt erklärt, dass Spieler die Sucht daran erkennen können, dass sie beim Spielen mehr und mehr die Kontrolle verlieren. Die Spiele werden immer schneller, häufen sich und auch die Einsätze werden unkontrolliert höher, auch wenn die Spieler sich vorher ein Limit gesetzt haben.

Der Mittelpunkt ist für die Spieler mehr und mehr das Casino oder die Spielhalle, außerhalb davon können die Süchtigen kaum noch Interesse für etwas aufbringen. In der Klinik werden den Betroffenen unterschiedliche Therapiemöglichkeiten angeboten, so Cina. Die Therapie wird speziell auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmt, sodass eine individualisierte Therapie erfolgen kann. Einzel- und Gruppentherapie gehören zum Angebot und den Patienten wird vor Ort empfohlen, sich auf eigene Begabungen zu konzentrieren, sodass Musik und Sport eine wichtige Rolle in der Therapie spielen können. Auch müssen die meisten Patienten den Umgang mit Geld neu erlernen.

Notfallpläne gegen Rückfälle

In der spezialisierten Klinik können Spielsüchtige sich fünf bis zwölf Wochen einer intensiven Therapie fernab von dem gewohnten Spielumfeld unterziehen. Der Vorteil hierbei ist, dass in der Klinik geschultes Personal um das Wohlergehen der Patienten bemüht ist. Hier konzentriert man sich auf die Fähigkeiten und Bedürfnisse des Patienten. Die Erfolgsrate der Spezialkliniken liegt bei den Patienten ein Jahr nach der Entlassung etwa bei 40 Prozent.

Rückfälle werden im Normallfall durch das Suchtgedächtnis ausgelöst. Bestimmte Reize können die ehemaligen Spieler so wieder zurück an die Spielautomaten locken, wie zum Beispiel klimpernde Münzen. In der Klinik werden die Patienten daher auch auf die Gefahr des Rückfalls vorbereitet. So werden individuelle Notfallpläne erstellt und die Patienten werden darauf vorbereitet, was passieren kann und wie diese das selbst vermeiden können.