Quotenfehler bei Cashpoint – kein Gewinn für Spieler

Quotenfehler bei Cashpoint – kein Gewinn für Spieler

Vor Gericht ging es Anfang Januar um einen Quotenfehler bei Cashpoint, der im September 2015 stattfand und offensichtlich noch heute für Ärger bei den Spielern sorgt. Spieler versuchten vermeintliche Gewinne vor Gericht einzuklagen, allerdings ohne Erfolg, wie in diesen Tagen von Seiten des Gerichts entschieden wurde.

Der Fall um den Quotenfehler bei Cashpoint:

  • abgeschlossene Sportwetten am 19. September 2015 in einem Heidenheimer Wettbüro an der Bahnhofstraße
  • es wurde auf den Anstoß der UD Levante beim Fußballspiel gegen den FC Barcelona in der spanischen Primera Divison gewettet
  • es gab eine ungewöhnliche Quote von 19
  • Levante hatte Anstoß und der Kläger Vito Marino erzielte so laut Wettschein mit seinem Einsatz in Höhe von 50 Euro einen Gewinn in Höhe von 960,20 Euro
  • Betreiber des Heidenheimer Wettbüros, Daniel Speyer, zahlte den Gewinn nicht aus
  • Wetten werden von der Firma Cashpoint, die ihren Sitz auf Malta hat, angeboten

Vito Marino erhielt den Gewinn an diesem Tag im Wettbüro nicht, was er zum Anlass nahm, um mit einer Klage dagegen vorzugehen. Beklagt wurde das Unternehmen Cashpoint, durch welches die Wetten angeboten wurden. Daniel Speyer, der Betreiber des besagten Wettbüros, war auch als Zeuge vor Gericht geladen.

Dieser berichtete bei seiner Aussage davon, dass er aufgrund der ungewöhnlichen Quote bereits vor Spielanpfiff mit dem Chefbuchmacher von Cashpoint telefoniert hatte, welcher ihm mitteilte, dass es sich tatsächlich um einen Quotenfehler handelte. Die Wette wurde daher noch vor dem Anstoß von Seiten des Buchmachers als nicht gültig erklärt. Diesen Hinweis gab Speyer an die Spieler im Wettbüro weiter, so die Aussage des Betreibers.

Kein Gewinn für den Kläger

Trotzdem also nach Aussage des Betreibers angekündigt war, dass die Wette aufgrund des Quotenfehlers nicht gültig sei, pochten die Spieler, so auch Marino, auf die Auszahlung des Gewinns, der nach dem Spiel noch immer entsprechend angezeigt wurde. Der Betreiber weigerte sich. Die Diskussionen endeten für Marino mit einem Hausverbot im Wettbüro.

Vor Gericht wollte der Spieler sich nun seinen Gewinn zurückholen – leider ohne Erfolg. Das Gericht entschied, dass Cashpoint lediglich den Wetteinsatz des Spielers in Höhe von 50 Euro zurückzahlen müsse. Vor Gericht wurde sich neben dem Streit um den vermeintlichen Gewinn zudem über den Betrieb des Wettbüros gestritten. Spieler gaben an, dass die Allgemeinen Geschäftsbedingungen beim Einsatz der ungültigen Wette nicht zu sehen gewesen seien, was der Betreiber Speyer jedoch abstritt.

Vom Stammkunden zum Hausverbot

Vom Stammkunden zum Hausverbot

Mit diesen Situationen kennt sich auch der ehemalige Stammkunde Vito Marino aus Heidenheim aus, doch nicht nur beim Glücksspiel selber, sondern auch beim Besuch im Wettbüro. Während er im Wettbüro der Firma Cashpoint in Heidenheim lange Zeit Stammkunde war, darf er dieses nun nicht mehr betreten.

Wie es zu diesem Hausverbot kam? Der Spieler Vito Marina klagt wegen einer Sportwette gegen die Firma Cashpoint, eine Tochterfirma der Gauselmann-Gruppe. Bei dem Zivilprozess gibt es mehrere Zuschauer beim Amtsgericht, wo Marino mit dem Anwalt der Firma Cashpoint um einen Betrag in Höhe von 906,20 Euro kämpft. Der Spieler hatte im September 2015 in einem Sportwetten-Büro an der Bahnhofstraßl;e eine Sportwette abgeschlossen, der Gewinn aus der Sportwette sollte 906,20 Euro betragen, allerdings wurde die Summe im von der Firma Oddsline Entertainment betriebenen Wettbüro nicht ausgezahlt. Nach Angaben des Geschäftsführers Daniel Speyer, der für Oddsline Entertainment angestellt ist, liege dies jedoch am Anbieter der Sportwetten, der Firma Cashpoint. Als Wettbüro sei das Etablissement von Oddsline nur Vermittler der Wetten, der Vertrag würde jedoch mit der dahinter stehenden Firma Cashpoint, die als Wettanbieter fungiert, geschlossen.

Quotenfehler bei Cashpoint

Die Aussage von Speyer gab schnell Aufschluss darüber, was an besagtem Tag, dem 20. Dezember, passiert sein muss. Letztendlich gab es demnach einen Quotenfehler bei einem Wettangebot. Cashpoint nahm die Wette nach einem Anruf von Speyer direkt aus dem Programm und das Unternehmen bat den Geschäftsführer die Spieler darum zu bitten, die Wetten zu ihrem eigenen Schutz zu stornieren. Speyer hätte dem Kläger eine Abfindung in Höhe von 500 Euro angeboten, dieser hätte diese jedoch nicht angenommen.

Nach Angaben des Richters sei die Verhandlung eine Musterverhandlung, was auch durch das großl;e Interesse von Seiten anderer Spieler bestätigt würde. Während die Beklagten die Meinung vertreten, dass die Spieler, die den Quotenfehler erkannt hatten, unmoralisch gehandelt hätten, zeigte Speyer sich ängstlich und empfand eine Bedrohung von Seiten der Spieler. Noch in dieser Woche soll ein Zwischenurteil gefällt werden.

Dabei kann man nur verlieren

Dabei kann man nur verlieren

Wer auf eine Sportwette setzt und sich zu Beginn also noch über eine wahnsinnig gute Quote freut, der schaut am Ende traurig aus der Wäsche, wenn der Anbieter dann keine Auszahlung an den Gewinner vornimmt. Genau dieser Fall ist erst kürzlich in einem Wettbüro in Heidenheim/Herbrechtingen eingetroffen.

Mehrere Kunden wetteten in einem Wettbüro der Kette X-Tip darauf, wer bei dem Spiel in der ersten spanischen Fußballiga den Anstoß haben wird. Zur Auswahl standen beide Mannschaften, der UD Levante und der FC Barcelona, demnach hatten die Wetter eine 50 zu 50 Chance. Besonders verwunderlich und anfangs besonders erfreulich für die Spieler war es, dass für diese Anstoßwette eine Quote in Höhe von 19 Prozent ausgegeben werden sollte. Dies bedeutet, dass die Spieler normalerweise ein Anrecht auf das 19-fache des Einsatzes haben, sobald sie den richtigen Tipp abgegeben haben.

Viele Spieler tippten auf die richtige Mannschaft und die Freude war erst einmal groß, bis der Betreiber des Wettbüros deutlich machte, dass keine Gewinne an die Tipper ausbezahlt würden, da bei der Quote offensichtlich ein Fehler gemacht wurde. Es geht um Gewinne in Höhe von 50.000 Euro, die von dem Betreiber des Lokals bis heute einfach nicht ausgezahlt wurden. Wer sich in einem rechtlichen Graubereich auf eine Wette einlässt, akzeptiert mit den Geschäftsbedingungen des Anbieters anscheinend auch, dass sich die Quote seiner Wette noch ändern kann. Dies ist bis zur Auszahlung des Gewinns möglich.

Eine ziemlich verfahrene Situation

Viele der heutigen Wettanbieter agieren in einer rechtlichen Grauzone. Die meisten Anbieter verfügen zwar über Lizenzen, allerdings über Lizenzen aus dem Ausland. Auf diesem Weg ist das Angebot nicht illegal, legal ist es allerdings auch nicht wirklich. In der Grauzone wird den Anbieter umfassender Handlungsspielraum eingeräumt, denn vor Gericht gehen in solchen Fällen auch die Spieler nicht, vielleicht würden sie sich dann noch selbst strafbar machen.

In dem aktuellen Fall, bei dem die Spieler ihren Gewinn wohl auch in Zukunft nicht sehen werden, agiert das Wettlokal X-Tipp nur als Wettvermittler. Der Wettveranstalter steht hinter dem Unternehmen und daher habe X-Tipp hier in diesem Fall auch gar keinen Handlungsspielraum, sondern könne die vermeintlichen Gewinnbeträge nicht auszahlen, da der Anbieter sich aufgrund des Quotenfehlers weigert, die Gewinne an die Spieler auszuzahlen.