Österreicher geben nicht mehr so viel Geld für Glücksspiel aus

Alle Haushalte in Österreich verwenden rund 100 Euro weniger für das Glücksspiel als im Jahr 2009, worunter besonders die Spielstätten zu leiden haben.

Die Betreiber des Landes im Bereich Wetten und Spiele sehen ein großes Wachstum ihrer Erträge in großer Ferne. Besonders der übliche Besuch einer Spielstätte wird weniger interessant, denn die Bürger des Landes legen ihr Geld lieber auf die Seite. Das Vorurteil, dass die österreichischen Bürger in weniger guten Zeiten dem Glücksspiel nachgehen, wird durch die realen Verhältnisse entkräftet.

Eine neue Umfrage des Unternehmens "RegioPlan" macht klar, dass österreichische Betreiber unter einem "Bummerl" leiden. Vor zwei Jahren nutzen alle rund 3,5 Millionen Haushalte jährlich über 1.000 Euro für diesen Spaß und dieses Jahr sind es knapp 930 Euro. In einem Haushalt sind nach statistischen Rechnungen 2,3 Menschen zuhause. Das regulierte Glücksspiel umfasst Lotto, Toto, Lose, Lotterien, Sportwetten, Tische im Casino und registrierte Automaten.

Gerade ein Casinobesuch ist nicht mehr so "angesagt", denn 2009 gab jeder Haushalt laut der Studie rund 65 Euro im Jahr für einen Besuch im Casino aus und dieses Jahr waren es von Januar bis Oktober noch rund 52 Euro, dies entspricht einem Rückgang von mehr als einem Fünftel. Der Sprecher der "Bundeswirtschaftskammer Gruppe Casinos Austria und Lotterien" bejaht diese Tendenz.

Er sagt, dass die Meinung, dass, wenn es nicht so gut läuft, sich mehr dem Spiel zugewandt wird, ein Klischee ist. Nach den vorliegenden Daten gibt der Verbraucher zunächst bei Besuchen in Gaststätten weniger aus und dann folgt das Glücksspiel, dies trifft besonders die Spielstätten. Das allgemeine Rauchverbot in den Spielstätten leistet ebenfalls einen Beitrag zu diesen Zahlen.

2009 war es bei den 12 Casinos im Land so, dass es noch einen Gewinn in Höhe von rund 280 Millionen gab, im Folgejahr lag dieser Betrag bei rund 260 Millionen Euro und in diesem Jahr sollen es nach Meinung des Sprechers der "Casino Austria" und der Lotterien gleich viel oder sogar etwas mehr wie im letzten Jahr sein.

Die guten Zeiten sind nun vorbei und auch für die Lotterien sieht es nicht besser aus, denn in den letzten zwei Jahren beliefen sich die Erträge hier auf jeweils 2,6 Milliarden Euro, in diesem Jahr dürfte die Summe etwas größer werden, dennoch haben die Betreiber keinen Grund zum Frohlocken. Der Sprecher sagte, dass die Lotterien besonders in diesem Jahr von den oft vorkommenden mehrfachen Hauptgewinnen profitiert haben, denn hier wird mehr Geld ausgegeben.

Das Brieflos, das einmal recht populär war, kämpft ums überleben, deshalb bemühen sich die Lotterien, ihre Offerten dauerhaft reizvoll zu gestalten. Die Bürger des Landes verwendeten in diesen beiden Jahren je Haushalt rund 9 Prozent weniger Geld für Glücksspiele, aber das Finanzministerium bekam trotzdem mehr Geld. Von Januar bis Oktober dieses Jahres rechnete man mit rund 206 Millionen Euro Erträgen aus Abgaben, tatsächlich wurden mehr als 400 Millionen eingenommen.

Dies ist auf die seit Januar dieses Jahres etablierte Glücksspielsteuer für Automaten zurückzuführen. Der stellvertretende Präsident des europäischen Dachverbandes "Euromat" bringt ebenfalls eine Erklärung vor. Die Zulassungen wurden zeitlich nicht erweitert, doch die Geräte blieben, wo sie waren. Die Anbieter entrichten Abgaben ungeachtet der Tatsache, dass die Automaten nicht rechtmäßig aufgestellt sind.

Somit ist es möglich, bei überprüfungen den Steuerprozess zu umschiffen. Die Betreiber von virtuellem Glücksspiel aus dem internationalen Raum sorgen für Kopfzerbrechen, denn die Einsätze aus Spielen und Wetten fließen ohne Steuerabgaben aus Österreich heraus. Hier findet man höhere Quoten und viele Spieler wechselten in diese rechtlich nicht definierte Zone.

Vor etwa einem Vierteljahr wollte die Stadtregierung in Wien dem Spiel an den sogenannten ?einarmigen Banditen? den Garaus machen und das kleine Glücksspiel soll kein neues Gesetz des Landes bekommen. In vier Jahren wird es dann keine kleinen Spielhallen mehr, wie beispielsweise in der äußeren Mariahilfer Straße, geben.

Die Stadträtin, die der SPö angehört, erklärte die neue Vorgehensweise in Sachen Glücksspiel und wie eine bessere Kontrolle des Jugendschutzes vonstatten gehen soll. Sie sagt, dass man bereits seit August des letzten Jahres, als das Glücksspielgesetz des Bundes gültig wurde, keine Lizenzen mehr für neue Automaten gegeben hat.

Ebenso wenig hat man bereits vorhandene Zulassungen nicht ausgedehnt. Rund 40 Geschäftsleute haben sich beim Verwaltungsgerichtshof beschwert, doch diese wurde abgewiesen, was für die Stadträtin ein erfreulicher Anlass ist. Es gibt nun 805 Automaten weniger in Wien als im August des letzten Jahres, zu diesem Zeitpunkt befanden sich noch rund 5.400 Automaten dort, jetzt sind es etwas über 4.500 Geräte.

Das Straßenbild erhält durch diese änderungen schneller als gedacht ein neues Aussehen. Sie hat den Beamten der MA 36 den Auftrag gegeben, binnen eines Jahres jeden der 1.300 Standorte einer Kontrolle zu unterziehen. Man kam mit den Gesetzeshütern darin überein, dass zweimal monatlich strenge Kontrollen in Sachen Jugendschutz durchgeführt werden sollen.

Im November dieses Jahres nahm man 65 Spielstätten unter die Lupe, das Strafmaß kann maximal 7.000 Euro betragen. Im letzten Jahr gab es 53 Prozesse gegen Betreiber und 41 Geräte wurden konfisziert.