Spielhallenbetreiber versus Gesetzgebung

Spielhallenbetreiber versus Gesetzgebung

Während auf der einen Seite die Rede davon ist, dass in eben diesen Etablissements Vergnügen und Abwechslung angeboten werden, ist auf der anderen Seite die Rede davon, dass Etablissements dieser Art das Stadtbild zerstören würden. Mit Hilfe von Reglementierungen und immer strengeren Gesetzen versuchen die Städte gegen die Spielhallenbetreiber vorzugehen. Viele kleine bis mittelständische Unternehmen sehen sich und ihre Existenz in Gefahr.

Während die ersten Reglementierungen einen Mindestabstand von 500 m zwischen den Spielhallen vorsahen, ist heute bereits die Rede von einer Ausdehnung des Mindestabstands. Die Städte lassen sich immer neue Regelungen einfallen, mit denen die Anzahl der Spielhallen in den Städten offensichtlich reduziert werden soll. Gerechtfertigt wird dies mit dem Spielerschutz. An einen Schutz für Arbeitnehmer ist an dieser Stelle dann wohl jedoch nicht zu denken, weil mit der Reduzierung von Spielhallen gehen zudem Arbeitsplätze verloren und Betreiber von Spielhallen müssen um ihre Existenz fürchten.

Die Abwanderung der Spieler hat begonnen

Spielhallen werden als Schandfleck betrachtet, vor dem die Spieler geschützt werden müssen. Mit der Konzentration auf den Spielerschutz sollen die Spielhallen reduziert werden. Keiner denkt dabei jedoch an die zahlreichen illegalen Glücksspielangebote, die im Internet zu finden sind. Spieler wandern bereits weg von den Spielhallen, da diese durch die strengen Auflagen zum Beispiel nicht dauerhaft geöffnet haben dürfen. Die Spieler beginnen sich mehr für die Flexibilität im Online Casino zu interessieren, welches zwar illegal ist, den Spielern jedoch rund um die Uhr Spielvergnügen bietet und keiner das Anstecken einer Zigarette vor dem heimischen Rechner verbieten kann.

Kampf gegen die Spielsucht

Kampf gegen die Spielsucht

Die Parteilinie der FDP sah eigentlich für die Zukunft weniger Reglementierung in Bezug auf die Spielautomaten-Branche vor, doch offensichtlich vertritt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, in Berlin eine andere Meinung. Dyckmans plant sich mehr für den Kampf gegen die Spielsucht einzusetzen und damit einhergehend strengere Reglementierungen für die Branche einzuführen.

Der Bundeswirtschaftsminister Philip Rösler (FDP) hatte bereits vor einige Zeit die Verordnung zur Regulierung von Geldspielautomaten vorgelegt, um so ein entsprechendes Gesetz für die Automatenbranche vorliegen zu haben. Laut Dyckmans sei es nun geplant, dieses bereits vorgelegte Gesetz weiterhin zu verschärfen und strengere Regelungen einzuführen.

Mit strengeren Regelungen hat die Drogenbeauftragte laut eigener Aussage bereits konkrete Einschränkungen im Kopf. Vorgesehen ist es ihrer Aussage nach das sogenannte Punktespiel zu verbieten. Das Verbot resultiert aus der Annahme, dass die Branche durch eben dieses Punktespiel die gesetzlichen Vorgaben für den Schutz der Spieler vor der Spielsucht zu umgehen versucht.

Dyckmans versuche nicht das erste Mal ihre Forderung zum Schutz der Spieler durchzusetzen und umso trauriger sei es nach ihrer eigenen Meinung, dass der Forderung bisher nicht stattgegeben wurde. Durch eine gesetzliche änderung ist das Gesundheitsministerium jedoch nun in der Lage bei den Belangen in Bezug auf die Spielverordnung mitzubestimmen.

In der Spielverordnung sich die wichtigsten Regelungen und Vorschriften in Bezug auf Höchstgewinne, Verluste und Spieldauer festgelegt. Das Punktesystem übergeht diese Reglementierungen allerdings mit dem erwähnten Punktesystem. Bei diesem System wird die Einzahlung in Punkte umgewandelt.

Mit diesem Trick können die Anbieter die Reglementierungen umgehen. Suchtexperten versuchen schon seit längerem gegen eben dieses Punktesystem vorzugehen und haben bereits einige Beschwerden eingereicht. Bisher wurde jedoch von Seiten des Wirtschaftsministeriums nichts dagegen unternommen.