Regulierung des Online Glücksspiels in Frankreich

Regulierung des Online Glücksspiels in Frankreich

Der Bericht über die pokerspielenden Politiker im Internet erschien in der britischen Zeitung The Telegraph. Hier wurde angegeben, dass die Politiker der französischen Regierung dabei ertappt wurden, wie sie mit dem eigenen Smartphone oder Tablet das Kartenspiel im Internet ausprobierten und sich dabei sichtlich vergnügten.

Offensichtlich ist es eine Besonderheit, dass auch die Politiker ihre Tablets und Smartphones für alltägliche Dinge nutzen, wie Lesen, Online Bestellungen und offensichtlich nun auch Online Gaming.

Das Interesse am Online Glücksspiel wurde damit, wenn auch unabsichtlich, von der französischen Politik mehr als deutlich gemacht. Doch hierzu spielen die Politiker nicht nur selber, sondern es wurden in der nahen Vergangenheit in Frankreich auch Reformen eingeführt, die es Online Pokerspielern örtlich erlaubten, dem Spielvergnügen nachzugehen. Hierzu gibt es in Frankreich auch einige Glücksspielanbieter, die von der entsprechenden französischen Glücksspielbehörde im Land eine Lizenz erhalten haben.

Währen man demnach auf der einen Seite dem Online Glücksspiel gegenüber positiv gestimmt ist, so gehen die französischen Politiker gleichzeitig auch gegen nicht lizensierte Anbieter im eigenen Land vor. Hier ist es allerdings noch nicht geklärt, ob diese Vorgehensweise nicht gegen das EU-Gesetz verstoße. Fälle wie diese häufen sich im Moment und nun geht es darum einheitlich zu klären, welche Vorgehensweisen nach dem Eu-Recht umgesetzt werden dürfen.

Die schwer bekämpfbare Grauzone

Die schwer bekämpfbare Grauzone

Jahrelang gab es in Deutschland das Staatsmonopol, durch welches da Glücksspiel geregelt wurde. Nebenher gab es dennoch einen großen Schwarzmarkt, über den die privaten Anbieter ihr Glücksspielangebot präsentieren konnten. Da es jedoch hier keine Schlupflöcher gab, wurde von Seiten des Staates stark gegen diesen Schwarzmarkt vorgegangen.

Die Verantwortlichen erhoffen sich nun, dass der Schwarzmarkt weiterhin schrumpfen wird, da der neue Glücksspielstaatsvertrag eine teilweise Liberalisierung nach Deutschland bringen soll. Mit den neuen Regelungen ist es einer begrenzten Anzahl von privaten Sportwettenanbietern erlaubt, das eigene Angebot legal zu präsentieren. Hierzu bedarf es lediglich einer gültigen Lizenz.

Natürlich hagelte es hierzu auch von vielen Seiten Kritik. Einmal von den Gegnern des Glücksspiels, die die Gefahr der Spielsucht sehen und der Meinung sind, dass das legalisierte Glücksspiel eine Einladung für die Menschen ist, sich der Spielsucht ungeniert hinzugeben. Auf der anderen Seite wurde es scharf kritisiert, dass die Liberalisierung nur teilweise durchgeführt wird und nur 20 Lizenzen für private Sportwettenanbieter vergeben werden sollen, während Online Poker und Online Casinos weiterhin verboten bleiben.

Mit Online Casinos und Online Poker ist die derzeitige Grauzone gemeint, denn seit der Weiterentwicklung des Internets, wird Glücksspiel auch im Web angeboten. Das Online Glücksspiel erfreut viele Kunden und wird zunehmend beliebter. Die Spieler können von zu Hause aus, ohne besonderen Dresscode und ohne viel Anstrengung ihren Lieblingsspielen nachgehen, Geld gewinnen (und verlieren) und die Online Casinos sind rund um die Uhr geöffnet.

In Deutschland ist Online Glücksspiel zwar verboten, jedoch ist es eine Art Grauzone, da die Anbieter von Online Glücksspiel meist eine Lizenz besitzen, die für ein land gilt, in dem das Glücksspiel komplett liberalisiert wird. Da das Internet weltweit vorhanden ist werden die Angebote solcher Anbieter natürlich auch für Spieler in Ländern, in denen das Glücksspiel nicht legalisiert ist, angeboten und so entsteht der Graumarkt, von dem laut Experten eine große Gefahr ausgeht, da die Spielsucht hier ohne Kontrollen kaum zu bremsen sei.

Einheitliche Regulierung in Europa noch weit entfernt

Einheitliche Regulierung in Europa noch weit entfernt

Doch diese Pläne beinhalten nicht nur die Vereinheitlichung aller Märkte, sondern auch rigorosere Vorgehensweise wie beispielsweise die sogenannten DNS-Sperren, die auch als Zugriffsblockaden bekannt sind.

Zugriffsblockaden sind laut Experten jedoch keine vorteilhafte Lösung, da diese als ineffektiv und leicht zu umgehen gelten. Zudem stellen die DNS-Sperren auch eine Gefahr für das fragile Domain Name System (DNS) dar, so Experten zu diesem Thema. Das Thema der einheitlichen Regulierung ist schon seit geraumer Zeit Gesprächsthema Nummer eins, sowohl in der Glücksspielbranche als auch in Brüssel.

Die Branche des Online Glücksspiels wächst immer weiter, jedoch gibt es auch viele illegale Angebote, vor denen die Verbraucher geschützt werden sollten. Die EU-Kommission sieht den besten Weg in der einheitlichen Regulierung, die weniger auf Verbote abzielt, sondern mehr auf Regulierung mit der Möglichkeit der Kontrolle.

In den unterschiedlichen Regelungen der einzelnen Mitgliedstaaten wird nun auch zunehmend ein Problem gesehen. Sowohl die Betreiber als auch die Spieler selbst sind unsicher, in welchem Land, welche Gesetze gelten und wo gespielt werden darf. Aus diesem Grund werden sowohl die Betreiber, als auch die Spieler in die Illegalität abgedrängt.

Dies soll natürlich in Zukunft vermieden werden. In Deutschland gilt seit diesem Jahr der Glücksspieländerungsstaatsvertrag, der von vielen Seiten mit großer Kritik aufgenommen wurde. Auch das deutsche Gesetz beinhaltet andere Regelungen als die Gesetze der anderen europäischen Länder. Das Ziel der einheitlichen Regulierung scheint damit in immer weitere Ferne gerückt zu sein.

Regulierung der europäischen Online Glücksspielmärkte

Regulierung der europäischen Online Glücksspielmärkte

Mit der Regelung des europaweiten Glücksspielmarkts sollen auch die Sanktionen verschärft werden, die verhängt werden sollen, wenn Verstöße gegen die Wettbewerbsfreiheit erfolgen. So könnte auch Deutschland zum Ziel der EU-Kommission werden, die in einem Bericht verlauten ließ, dass auch Deutschland mit einer Klage wegen Online-Wetten rechnen müsste.

In diesem Bericht heißt es weiterhin, dass die EU-Kommission in Zukunft gegen jeden Mitgliedsstaat vorgehen werde, der die Gesetze im Wett-Bereich nicht mit der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs in Einklang bringt. Diese Pläne stehen in einem Aktionsplan der Brüsseler Behörde, aus dem weitere Details in naher Zukunft durch den für Binnenmarktfragen zuständigen Kommissar Michel Barnier preisgegeben werden sollen.

Anlass für die Androhung von Sanktionen für Deutschland haben wohl die Beschwerden der privaten Glücksspielanbieter gegeben. Diese kritisierten vor allem die Vorgehensweise in Deutschland, wo nach dem neuen Glücksspieländerungsstaatsvertrag Online-Poker und Online-Casinos weiterhin verboten bleiben sollen. Dies würde laut der privaten Anbieter und laut verschiedener Experten nicht mit dem EU-Recht konform gehen. Durch diese Regelungen würde das staatliche Monopol aufrecht erhalten bleiben und der Schwarzmarkt in Deutschland würde weiterhin existieren.

Laut der privaten Anbieter sollte eine Regulierung erfolgen, in der die privaten Anbieter die Möglichkeit bekommen, das eigene Angebot zu verbreiten und gleichzeitig zu kontrollieren, um so die Spieler vor Spielsucht und Kriminalität schützen zu können. Die Reaktion der EU-Kommission und des Europäischen Gerichtshofs bleibt noch abzuwarten, denn bisher blieb es bei einer Androhung von Sanktionen.

In Zukunft sollen einheitliche Regulierungsmodelle in der EU oberste Priorität haben, um so die übersicht und die Kontrolle der Märkte gewährleisten zu können.

Der Markt des Online Glücksspiels im Wandel

Der Markt des Online Glücksspiels im Wandel

Neben diesen Veränderungen insgesamt, stehen offensichtlich auch kleinere Veränderungen auf dem Plan. Beispielsweise wurden derzeit Gerüchte laut, dass für das Unternehmen des Co-CEOs Norbert Teufelberger, bwin.party digital, übernahmepläne bekannt geworden sind.

Die Gerüchte rund um das österreichisch/britische Online-Sportwett- und Casino-Unternehmen sehen vor, dass bereits bei Unternehmen wie der malaysischen Genting, einem australischen Unternehmen und einem Konsortium Pläne in Bezug auf die übernahme bekannt geworden sind.

Auch wurde bereits ein Preis verkündet, bei dem es sich um 180 Pence pro Aktie handelt. Trotz dieser Gerüchte stehen die Zeichen des Marktes nicht unbedingt auf Verkauf, denn die Aktie hat gerade in den letzten Tagen erst an Wert verloren und ist auf 105 Pence abgesunken.

Doch unabhängig von dem Wert der Aktien stehen die Zeichen für den Kauf des Unternehmens durch den Mischkonzern gar nicht so schlecht, denn dieser ist auf den Märkten Tourismus und Wetten und Casinos sehr stark vertreten. Durch die Regulierungen im eigenen Heimatland und damit verbundenen Steuererhöhungen, ist der Weg in das globale Geschäft für ein Unternehmen wie Genting vielleicht sogar eine gute Alternative und daher in der Umsetzung und in den Plänen durchaus möglich, so die Experten.

Auch der gesamte Umbruch des Online Glücksspiel-Markts könnte in Bezug auf Entscheidungen dieser Art einen großen Teil dazu beitragen. Derzeit sind viele Länder in Bezug auf Online Glücksspiel noch sehr stark reguliert, doch die Grenzen scheinen im Hinblick darauf mehr und mehr aufzubrechen.

Derzeit jedoch herrscht in Amerika zum Beispiel immer noch ein rigoroses Online Glücksspiel und Wettverbot vor und auch in Südamerika wurden bisher nur in Argentinien und Chile die Gesetze gelockert. Selbst in Europa handhaben die einzelnen Länder die Regulierungsprozesse auf ganz unterschiedliche Weise und in Asien gilt Online Glücksspiel lediglich in Macau, Hongkong und auf den Philippinen als erlaubt.

Die bis hierher bestehenden Monopol scheinen aber trotz der noch bestehenden Verbote mehr und mehr aufzubrechen. Beispielsweise Griechenland machte gerade in Bezug auf das eigene Monopol Schlagzeilen, denn die EU machte deutlich, dass das griechische Monopol OPAP nicht den vorherrschenden Regelungen entspreche.

Diskussionen dieser Art herrschen derzeit auch noch in Deutschland vor, doch es wird erwartete, dass sich auch hier innerhalb der nächsten drei Jahre eine Lösung finden wird, die die Steuereinnahmen des Landes steigern könnte.