Fußball ist Emotion

Fußball ist Emotion

Letztendlich ist man sich jedoch einig, dass natürlich auch Training und Berechnung zum Fußball dazugehören, letztendlich oft aber am Ende der Zufall über den Spielausgang entscheidet. Professor Andreas Heuer, Physiker am Institut für Physikalische Chemie der Universität Münster, hat als Fußballforscher dieses Thema für sich selbst zu seinem eigenen gemacht. Bei einem Vortrag unter Kollegen will er vorstellen, dass das Ergebnis eines Fußballspiels theoretisch vorhergesagt werden kann.

Fest steht, dass zu 86 Prozent bei einem Fußballspiel der Zufall darüber entscheidet, wer als Sieger das Feld verlässt. Dem Rechenexperten Heuer bleiben damit nur noch 14 Prozent, mit denen eine Aussage über den Spielausgang getroffen werden kann. Anhand des Sportwissenschaftlers Martin Lames wurde bereits festgelegt, dass gut 40 Prozent der Tore reine Zufallstreffer sind. Allein diese Tatsache macht deutlich, wie schwer es ist, eine treffende Vorhersage über das Endergebnis eines Fußballspiels zu treffen. Es gibt verschiedene Faktoren, die darüber entscheiden, ob es sich bei einem Torschuss um einen Zufallstreffer handelt.

Neben verschiedenen Faktoren, die vom Zufall stark beeinflusst werden, gibt es jedoch auch Faktoren, die mit dem Zufall nicht in Verbindung geraten. Zu diesen Faktoren zählt beispielsweise der Heimvorteil. Professor Heuer und sein Team untersuchen gerade eben diesen Heimvorteil und damit in Verbindung die darüber hinaus existierende Heimstärke.

Auch wenn der Experte bisher keine Details zu dieser Thematik bekanntgab, so wurde dennoch schon deutlich, dass die Heimstärke festgestellt werden konnte, da einige Mannschaften zu Hause bereits bessere Erfolge aufweisen konnten. Die Heimstärke allerdings, lässt sich für den Bereich der Bundesliga laut Heuer allerdings nicht nachweisen. Der Heimvorteil hingegen sei belegbar und daher fließe dieser auch in Heuers Berechnungen mit ein, so der Professor.

Um die Stärke einer Mannschaft generell auszurechnen seien laut Heuer zwei Werte von besonderer Wichtigkeit. Einer dieser Werte ist die Anzahl der herausgespielten Torchancen, der zweite Wert ist der Marktwert der Spieler. Anhand von Mannschaften ist besonders die Wichtigkeit des zweiten Werts deutlich, denn Mannschaften mit einem besonders teuren Kader befinden sich auf der Rangliste ganz oben, während Mannschaften mit weniger gut bezahlten Spielern eher auf den unteren Tabellenplätzen liegen. Dieses Beispiel macht deutlich, dass alle Faktoren eines Fußballspiels unterschiedlich gewertet und erklärt werden können. Zusammengenommen lässt sich eine Wahrscheinlichkeit errechnen, welche Mannschaft eher gewinnen wird.