Am Ende gewinnt immer die Bank

Am Ende gewinnt immer die Bank

Neben der Geldstrafe muss der 49-jährige Croupier der Spielbank damit rechnen, dass er nun erst einmal arbeitslos sein wird. Dem Spielbankangestellten wird vorgeworfen am Roulettetisch einen Jeton in Höhe von 500 Euro entwendet zu haben. Von Seiten des Arbeitnehmers wird die Tat abgestritten, doch die Richterin des Amtsgerichts Hannover scheint von seiner Schuld überzeugt zu sein.

Der Tathergang soll sich folgendermaßen abgespielt haben: ein Gast hatte den Spielbankangestellten darum gebeten ihm einen 500-Euro-Jeton in einzelne 100er-Jetons zu wechseln. Der Croupier soll den 500-Euro-Chip jedoch nicht auf den dafür vorgesehenen Stapel gelegt haben, sondern soll ihn in der Handinnenfläche verborgen gehalten haben, um diesen dann kurze Zeit später in seiner Sakkotasche verschwinden zu lassen.

Bemerkt wurde der Vorfall durch den Gast selber, denn dieser hatte an diesem Abend viel Geld verloren und so verfolgte er seinen letzten lilafarbenen Jeton im Wert von 500 Euro. Als der Gast bemerkte, dass der Croupier sich den Chip selbst hat in die Tasche gleiten ließ verständigte dieser das Aufsichtspersonal des Casinos. Der Gast wurde später auch als Zeuge vor Gericht gehört.

Nach Angaben eines Aufsichtsbeamten sei der Croupier bereits unabhängig von diesem Vorfall verdächtig aufgefallen. Anhand der Kameraaufzeichnungen aus dem Casino könne aufgezeigt werden, dass der Croupier sich bereits zuvor an den Jetons bereichert habe. Dies sei deutlich zu sehen, denn trotz Annahme der bunten Chips, wuchsen als der 49-jährige am Tisch arbeitete, die Stapel nicht, auf denen die eingezahlten Chips abgelegt werden müssten.

Der Anwalt des Angeklagten verteidigte seinen Klienten indem er angab, dass die Kameraaufnahmen zu unscharf seien und man dies daher nicht beweisen könne. Gleichzeitig machte der Anwalt deutlich, dass auch die Zeugenaussage des Gastes nicht ganz der Wahrheit entspreche. Jetons würden in den Casinos immer wieder verschwinden, weil die Spielermarken zum Teil durch Gäste eingesteckt würden oder sich in Spielautomaten verhaken würden, woran sich dann der Hausmeister bedienen könne, so der Angeklagte selber.

Trotz der Gegenargumente von Seiten des Anwalts und des Angeklagten war die Richterin von der Schuld des Croupiers überzeugt und verurteilte diesen zu einer Geldstrafe in Höhe von 450 Euro. Der Einspruch des Casinoangestellten wurde von Seiten der Richterin zurückgewiesen, sodass der Croupier nun auch den Strafbefehl im Wert von 900 Euro zu tragen hat.