Automatenspiel hat geringeres Gefahrenpotential als angenommen

Wie das Lotto und die Lotterien auch, wird das Automatenspiel mit Gewinnabsicht als wenig riskante Spielart eingestuft.

Zwei Professoren, die am Forschungsinstitut für Glücksspiel und Wetten in Bonn tätig sind, haben diese Tatsache ermittelt und sie schlussfolgerten auch, dass Glücksspiel, welches in Spielbanken mit staatlicher Zulassung angeboten wird, im Gegensatz zum Automatenspiel wesentlich gefährlicher ist.

Bei den virtuellen Glücksspielen ist die Gefahr noch höher. Sie definieren schwieriges Spielen so, dass suchtkranke Spieler durch ihr Verhalten in den wirtschaftlichen Ruin schlittern und Hilfe vom Staat brauchen.

In dieser Hinsicht nahmen sie auch das Glücksspiel und Gewinnspiel im Land unter die Lupe. Ihr Untersuchungsansatz ist rein wirtschaftlicher Natur. Die Spielgewinne in Bruttoform, sprich die Beträge welche nach Gewinnzahlung bei den Anbietern blieben, sind die Summen, die den Spielern durch die Lappen gehen.

Diese betragen etwa 10 Milliarden Euro und dieser Betrag beweist, wie viel die Bundesbürger in das Glücksspiel investieren. Dies wird in Lotto, Toto, Poker, Spielbanken, Automatenspiel und weitere Kategorien unterteilt.

Die obengenannte Summe machte eine Analyse nach gesellschaftspolitischen Gesichtspunkten unmöglich. Nach Ansicht der Professoren ist es wichtig, die Anzahl der Suchtkranken damit in Relation zu bringen, nur so ist es möglich, die Lasten für die allgemeine Bevölkerung auszumachen.

Bei der Auswertung hat man überraschende Resultate ermittelt. Bis dato war man in der Forschung in Sachen Spielsucht der Meinung, dass das Automatenspiel das größte Manko ist.

Die Professoren haben es geschafft, diese These zu widerlegen. Man arbeitete einen sogenannten Pathologie-Potenzial-Koeffizienten aus, der zum ersten Mal hieb- und stichfeste Kennzahlen erbringt, mit deren Hilfe man die Belastung der Allgemeinheit infolge des Glücksspiels ermittelt kann.

Die Forschungen der Professoren machen deutlich, dass das Automatenspiel nicht so gefährlich ist, wie die Spielbanken mit staatlicher Zulassung und das Online Glückspiel.

Urteil des BGH stößt auf große Resonanz

Der BGH ist das höchste Zivilgericht in Deutschland und hat nun in einem Prozess bei der Westdeutschen Lotterie und Bwin, das weltweit größte Unternehmen im Bereich Online Gaming, das an der Börse zu finden ist, nach Richtersprüchen vor zwei Jahren und in diesem Jahr vor kurzem wieder konstatiert, dass es kein Recht auf Unterlassung der Westlotto gegen Privatangebote im Bereich Online Gaming gibt.

Dieses Urteil beendet einen sechs Jahre langen Prozess. Der CEO von Bwin sagte, dass man mit dem Richterspruch zufrieden sei und man darüber erfreut sei, die Zeit besser zu nutzen. Man wolle mehr für eine Unterstützung des Entwurfs einer modernen Regulierung des virtuellen Glücksspiels in der Bundesrepublik tun.

Westlotto klagte von rund sechs Jahren gegen das österreichische Unternehmen auf Unterlassung der Veranstaltungen, Weiterleitung und Reklame für Sportwetten sowie Spiele in Lotterie und Casino in der Bundesrepublik. Das Landgericht in Köln gab der Klage zu Beginn des Jahres 2006 in erster Instanz statt.

Das Urteil der ersten Instanz wurde vom OLG in Köln vor drei Jahren grünes Licht gegeben. Hierauf ging Bwin gegen dieses Urteil in Berufung beim BGH. Diese Berufung akzeptierte der BGH in seinem neuesten Richterspruch.

Wegen des Fakts, dass 95 Prozent der Spielgewinne in der Bundesrepublik nicht bei kontrollierten Betreibern stattfinden, ist der Glücksspielvertrag eindeutig misslungen. Dieser rechtfertig das Staatmonopol damit, dass die Spielsucht ein Risiko für das Gemeinwohl sei und dass nur das Staatsmonopol den Spieltrieb in die richtigen Bahnen lenken könne.

Dem Zweck der sinnvollen Vorbeugung der Spielsucht kann nur ein Zulassungsmodell dienen, in dem die Zuteilung der Genehmigungen an die Einhaltung von angemessenen Standards im Bereich Spielerschutz gebunden ist.

Ein kontrollierter Markt hätte einen positiven Effekt auf den Staat und auf die Verbraucher, indem Anbieter von staatlicher und privater Seite unter strikten Kriterien und neutraler Kontrolle auf dem Markt Fuß fassen können. Wie auch in Italien hätte ein solches Modell in der Bundesrepublik eine Marktkonsolidierung zur Folge.

So würden wenige zugelassene Betreiber 90 Prozent des Marktes stellen und so dem Schwarzmarkt effektiv entgegenwirken. So würde ein gleichmäßig hoher Schutz für Verbraucher sichergestellt werden.

Es sei soweit und im Sinne sämtlicher Betroffener, die Bahn für eine moderne Regelung des Online Glücksspiels in der Bundesrepublik freizumachen. Man sei fest davon überzeugt, dass Deutschland dem Beispiel Italiens und Frankreichs folgen werde, so der Chef von Bwin.

Neben dem Vereinigten Königreich haben die zwei Länder eine regulierte öffnung des Marktes realisiert, welche an die Erfordernisse des Marktes, dem Spielerschutz und der Bekämpfung des Betrugs angepasst ist.

Der Chef von Bwin sagt, dass man die Tendenz zur positiven Kontrolle des Online Glücksspiels nach wie vor sinnvoll unterstützen werde und das umfangreiche Wissen des Unternehmens einbringen werde. Dieses habe man sich als zugelassener Anbieter in neu strukturierten Märkten wie beispielsweise in Italien und Frankreich erworben.