Bundesweite Online Beratung gegen Spielsucht

Bundesweite Online Beratung gegen Spielsucht

Das umfassende Angebot im Internet steigert natürlich auch die Nachfrage. Seit Anfang Januar bietet der Aufbruch Neukölln e.V. in Kooperation mit dem Kurdistan Kultur- und Hilfsverein e.V. online eine Spielsucht-Beratung in fünf verschiedenen Sprachen an. Allein in Berlin gibt es rund 50.000 Personen, die ein problematisches Spielverhalten an den Tag legen. Rund 500.000 Euro werden allein in Berlin pro Tag in die Spielautomaten investiert.

Die Spielsucht stellt für alle Spieler eine große Gefahr dar. Die pathologische Spielsucht kann sowohl die soziale, berufliche als auch materielle Lebenssituation gefährden. Spielsucht kann Spieler sogar in den finanziellen Ruin treiben. Aus normalen Spielgewohnheiten kann schnell ein Suchtverhalten werden, meist angetrieben durch die Hoffnung auf einen großen Gewinn.

Auch ist das Angebot sehr groß, wodurch die Nachfrage natürlich weiterhin ansteigt. In Berlin ist vor allem zu bemerken, dass die meisten Spielhallen und Wettbüros in den sozial schwachen Bezirken zu finden sind. Hier ist der Wunsch nach dem großen Gewinn noch viel mehr vorhanden und so ist es auch kaum verwunderlich, dass vor allem Spieler aus sozial schwachem Umfeld schnell der Spielsucht verfallen.

In Berlin wurde das Spielhallengesetz eingeführt, damit die Spielsucht auf diesem Weg bekämpft werden kann. Experten sagen jedoch, dass keine Gesetzgebung es schaffen werde, die Gefahr der Spielsucht zu verbannen. Die Eindämmung des Spielhallenangebots soll dabei helfen, dass weniger Spieler sich einer solch großen Gefahr aussetzen. Die strenge Regulierung in Berlin wird aktuell nur zum Teil umgesetzt, ab dem Jahr 2016 sollen alle Regelungen voll greifen, dann ist die übergangsfrist vorbei.

Doch neben der Regulierung seien nach Angaben der Experten vor allem auch die Beratung und die Hilfe durch Dritte von besonderer Bedeutung. Die Spielsucht gehört zu den Suchtkrankheiten und ähnlich wie bei der Drogen- oder Alkoholsucht stellt sich schnell eine Abhängigkeit ein, ohne dass der Betroffene dies zwingend merkt. Da auch die Spielsucht als rehabilitierungsbedürftige Krankheit anerkannt ist, gibt es Möglichkeiten, den Betroffenen und ihren Angehörigen Hilfestellungen zu geben.

Online Beratung als Erleichterung

Als Spieler selbst zu erkennen, dass man ein krankhaftes Spielverhalten Tag legt, ist nicht leicht und passiert sehr selten. Viele Spieler sind sich der eigenen Spielsucht nicht bewusst und wollen sich diese vielleicht auch nicht eingestehen. Dementsprechend ist es den Helfern oftmals nicht möglich, an der richtigen Stelle anzusetzen und entsprechend Hilfe zu leisten. Die Online Suchtberatung soll hier Erleichterung schaffen. Hier besteht für die Spieler auch die Möglichkeit, sich anonym zu informieren und vielleicht schon erste Hilfe zu erhalten. Spieler haben hier die Möglichkeit, an anonymen Gruppen-Chats teilzunehmen oder anonyme Einzelchats zu nutzen.

Das Angebot ist bereits in fünf verschiedenen Sprachen verfügbar, sodass auch Spieler mit Migrationshintergrund ein umfassendes Hilfsangebot erhalten. Aktuell wird die Online Suchtberatung in Deutsch, ebenso wie in Türkisch, Arabisch, Kurdisch, Russisch und Englisch angeboten. Das Angebot soll nicht Ersatz für die richtige Beratungsarbeit in den entsprechenden Institutionen gesehen werden, sondern nur als eine erste, anonyme Anlaufstelle im Internet funktionieren. Die Mitarbeiter der Online Beratung sind daher nicht zwingend ausgebildete Suchtberater, sondern einfach nur Mitarbeiter, die den Hilfesuchenden zuhören und entsprechende Informationen anbieten, welche nächsten Schritte einzuleiten sind. So erhalten die Hilfesuchenden Online Empfehlungen in den verschiedenen Sprachen, wo sie tatsächlich Hilfe finden können und wie sie weiterhin vorgehen sollten.

Die Institution Aufbruch Neukölln ist in den vergangenen Jahren eine wichtige Anlaufstelle für Personen verschiedenen Alters geworden. Hier finden Personen mit Migrationshintergrund Hilfe in Bezug auf verschiedene Belange. Zum Beispiel gibt es eine Vätergruppe, bei der mehrere Zuwanderer wöchentlich zusammenkommen, um sich über Probleme des Alltags, die eigene Lebenssituation oder weitere Themen zu unterhalten. Hilfe und Integration steht bei diesem Projekt ganz klar im Vordergrund.

Der Initiative ist bewusst, dass vor allem junge Personen mit Migrationshintergrund von der Spielsucht betroffen sind. Oft trauen sich gerade diese Personen nicht, Hilfe zu suchen und anzunehmen, weil es an der Sprache hapert oder die Betroffenen sich schämen. Mit der Online Beratung soll dieser Schritt für die Betroffenen leichter werden und die Sucht langfristig bekämpfen.

Schwere Zeiten für die Spielbanken

Schwere Zeiten für die Spielbanken

Mit den sinkenden Einnahmen der Spielbanken sinken auch die Einnahmen der Städte. Die Spielbankenabgabe fällt weit geringer aus, die Finanzministerien haben zudem die Möglichkeit, die Spielbankenabgabe weiter zu senken, wenn die Einnahmen der Spielbanken weiter zurückgehen. Grundsätzlich gilt, dass die Spielbanken 80 Prozent des Bruttospielertrages an das Land abzuführen haben.

Gesetzliche Regelungen als Nachteil für die Spielbanken

Gründe für den stetig anhaltenden Abwärtstrend gibt es viele. Zum einen liege dieser an der veränderten Einstellung der Spieler. Diese seien seit der wirtschaftlichen Krise weniger risikofreudig. Vor allem aber haben die Spieler ihre Spielgewohnheiten insofern geändert, als dass die die Anonymität und die Flexibilität des Online Casinos vorziehen.

Demnach wächst das Online Angebot immer weiter an und erlebt einen stetigen Boom. Nichtsdestotrotz ist das Spielen im Internet ebenso wie das Angebot von den Betreibern größtenteils illegal. Eine weitere, viel genutzte Alternative zu den Spielbanken, sind die Spielhallen. Diese sind vor einigen Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen und erschweren den Spielbanken den Betrieb.

Neben der Konkurrenz aus dem Internet und durch die Spielhallen haben die Spielbanken zudem mit den gesetzlichen Regelungen zu kämpfen. Im Glücksspielstaatsvertrag wurden einige Regelungen festgelegt, wie beispielsweise das Rauchverbot, die Ausweiskontrollen und das Werbeverbot. Diese Regelungen machen den Spielbanken den Betrieb noch schwerer. In Rheinland Pfalz ist noch nicht klar, ob der Betrieb aller Spielbanken in Zukunft aufrecht erhalten werden kann. Schließungen seien bereits im Gespräch, auch wenn diesbezüglich bisher noch keine Entscheidung getroffen wurde.