Wirksamer Spielerschutz mit Sperrdatei

Wirksamer Spielerschutz mit Sperrdatei

Die Spielsucht ist in Verbindung mit dem Glücksspiel ein dauerhaftes Thema. Seit es Glücksspiel gibt, gibt es auch die Spielsucht. Bei der Spielsucht sind die Existenz und die Gesundheit von Spielern in Gefahr. Genau aus diesem Grund ist es besonders wichtig, den Spielerschutz in Deutschland als besonders wichtig anzuerkennen.

Im Zusammenhang mit dem Spielerschutz gibt es zahlreiche gesetzliche Regelungen, die langfristig die Spieler schützen sollen. Bei diesen Regelungen handelt es sich oftmals um Verbote, die jedoch meist nicht einheitlich ausgesprochen werden. Dies bedeutet, einige Glücksspiele sind verboten, andere sind erlaubt. Einige Glücksspiele werden kontrolliert, andere nicht. Einige Glücksspiele spülen Gelder in die Staatskassen, andere nicht. Doch was ist die Lösung des Problems?

Bundesweite Sperrdatei

Sozialminister Manne Lucha (Grüne) fordert eine bundesweite Sperrdatei im Kampf gegen die Spielsucht. In diesem Jahr wurden vermehrt Verbote durchgesetzt, vor allem im Zusammenhang mit den Spielhallen. Hier werden in den nächsten Monaten einige Betreiber ihre Existenz aufgeben müssen. Doch warum reicht das nicht aus? Lucha gibt an, dass die Spielautomaten ja nicht nur in den Spielhallen für die Spieler zugänglich gemacht werden. Auch in Gaststätten, Raststätten, Lokalen, Cafés und Wettbüros sind zahlreiche Spielautomaten vorzufinden. Für eben diese Automaten gilt die Gesetzgebung für die Spielhallen nicht. Mit einer bundesweiten Sperrdatei könnte das Problem jedoch bekämpft werden, so der Politiker. Die Spieler hätten auf diesem Weg die Möglichkeit, sich für Spielautomaten generell selbst zu sperren. Dies würde voraussetzen, dass die Sperrdatei für alle Glücksspielformen gelten würde.

Zahlen und Fakten zur Spielsucht:

  • 87 Prozent der Spielsüchtigen sind abhängig von Automaten in Kasinos und Gaststätten
  • etwa 0,3 bis 0,5 Prozent der Erwachsenen bis 64 Jahre gelten als pathologische Glücksspielerinnen und Glücksspieler
  • in Baden-Württemberg sind demzufolge rund 30 000 Menschen unmittelbar betroffen

Die Spielsucht ist ein wichtiges Thema und besonders wichtig ist es auch, hier effektive Methoden zu finden, um gegen diese Spielsucht vorzugehen. Wichtig ist dies für jeden einzelnen. Bei betroffenen Spielern kann die Sucht dazu führen, dass sie sowohl ihr finanzielles als auch ihr persönliches Hab und Gut aufs Spiel setzen, soziale Kontakte verlieren und manches Mal sogar mit kriminellen Machenschaften in Berührung kommen. Hier gilt es frühzeitig einzugreifen und den Spielern durch eine angemessene und gut funktionierende Prävention bestmöglich zu helfen.

Kampf gegen Spielhallen geht weiter

Beinahe jede Stadt in Deutschland schlägt sich zurzeit mit den Spielhallen, die überall auftauchen, herum. Auch Frankfurt ist davon betroffen. Hier bewertet man diesen Umstand äußerst kritisch und verlangt aus diesem Grund eine deutschlandweite Regelung.

Auch Wiesbaden versucht dieses Problem in den Griff zu bekommen und will höhere Abgaben für die Betreiber der Casinos etablieren. Die Anzahl der Spielsüchtigen in Wiesbaden sei schon alarmierend hoch. Dem Stadtplanungsdezernent Schwarz von der CDU in Frankfurt gefällt es gar nicht, was er auf der Straße sieht.

Die Spielhallen bereiten ihm schlaflose Nächte. Er halte diese Entwicklung für unzumutbar, beklagte er gegenüber der Frankfurter Rundschau. Auch die Kollegen in der Stadtverwaltung sind mit ihrem Latein am Ende. Sei Beginn dieses Jahres seien elf neue Spielhallen hinzugekommen, so ein Herr vom Ordnungsamt in Frankfurt, in dem man die Zulassungen am Privatbetreiber vergibt.

Hier stellt sich natürlich die Frage, warum so viele Zulassungen vergeben werden, wenn man etwas gegen den Wildwuchs der Spielhallen unternehmen will. Doch der Stadt seien hier die Hände gebunden. Wenn die baurechtlichen Kriterien erfüllt seien, habe der Antragssteller einen Rechtsanspruch auf eine Zulassung. Diese könne er auch einklagen.

Eine neue Regelung auf Bundesebene sei hier dringendst vonnöten, um das Problem in den Griff zu bekommen, so der Mitarbeiter vom Ordnungsamt. Was die Stadtverwaltung nicht regelt, das nehmen die Frankfurter Bürger selbst in Angriff und gründen Bürgerinitiativen. Wie beispielsweise in Niederursel. Hier unternahm man etwas gegen eine von der Stadt zugelassene Spielhalle von 300 m2 Größe.

Das Verwaltungsgericht gab den Bürgern Recht. Auf lange Sicht könne diese kein Schritt sein, die Baunutzungsverordnung müsse neu geregelt werden, so ein Mitarbeiter von der Bauaufsicht. In Wiesbaden beurteilt man die derzeitige Situation auch sehr kritisch. Auch hier ist die Anzahl der Spielhallen rapide in die Höhe geschnellt. Konsequenterweise stiegen die Zahlen der Spielsüchtigen ebenfalls an.

Die hessische Landesstelle für Suchtfragen geht von 8.000 bis zu 22.000 Personen in Hessen aus, die von der Spielsucht betroffen sind. Das hauptsächliche Problem liegt laut der Landesstelle bei den Spielhallen, die in den letzten Jahren um ein Fünftel angestiegen sind. Knapp 80 Prozent aller krankhaften Glücksspieler, die behandelt werden, hängen an Geldautomatenspielen, so der Geschäftsführer der Landesstelle im Wiesbadener Tagblatt.

Auch die Ordnungsdezernentin von Wiesbaden beobachtet die Entwicklung der Spielhallen der Stadt mit Besorgnis und will Lösungen für das Problem finden. Man denke zurzeit darüber nach, dem Beispiel anderer Gemeinden zu folgen und die Abgaben auf die Spielautomaten höher zu schrauben. Ob dies die Wunderwaffe sein wird, ist zu bezweifeln, da hinter den Spielhallen häufig finanzkräftige Firmen zu finden sind.