Glücksspielverhalten von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund

Glücksspielverhalten von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund

Für ein Forschungsprojekt der Universität Lübeck werden aktuell noch Teilnehmer für eine Studie zum Glücksspielverhalten von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund gesucht. Mögliche Teilnehmer sind männliche oder weibliche Spieler, die in der letzten Zeit um Geld gespielt haben.

Das Projekt der Universität Lübeck wurde langdesweit angelegt. Ziel ist es hierbei herauszufinden, welche Risikofaktoren es für problematisches Spielverhalten gibt. Weiterhin gilt es zu untersuchen, welche Schutzfaktoren es gibt, die Spieler vor dem problematischen Spielverhalten schützen können.

Forschungsinhalte:

  • Erforschung der Risikofaktoren für problematisches Glücksspielen
  • Erforschung möglicher Schutzfaktoren für gesunde Verhaltensweisen
  • auch Befragung von Personen, die ab und an spielen, aber kein Spielproblem haben

Bei der Forschung dreht es sich vor allem um Glücksspiele wie Spielautomaten, Sport- und Pferdewetten, Casinospiele, Rubbellose und Online Glücksspiel. Auch wenn hierbei davon auszugehen ist, dass je nach Spiel das Verhalten der Spieler unterschiedlich ist, so werden alle Glücksspielarten berücksichtigt, um so möglichst umfassende Ergebnisse zu erzielen.

Teilnahme an der Forschung:

  • Teilnehmer sollten im Alter zwischen 16 und 30 Jahren sein
  • regel- oder unregelmäßige Teilnahme an Glücksspielen in letzter Zeit
  • Bereitschaft zu einem telefonischen Kurzinterview mit einem der Forscher
  • die Teilnehmer, die für die Studie in Frage kommen, sollten bereit sein zu einem ausführlichen Telefongespräch
  • finanzielle Aufwandsentschädigung für Teilnehmerinnen und Teilnehmer
Positivtrend für Spielbanken 2017

Positivtrend für Spielbanken 2017

Die Spielbanken in Deutschland haben eine lange Durststrecke hinter sich. Durch gesetzliche Regelungen und viel Konkurrenz aus dem Ausland und dem Internet, mussten die deutschen Casinos eine mehrjährige Talfahrt überstehen. Mit dem Beginn des neuen Jahres scheint die Stimmung sich jedoch positiv zu ändern. Experten gehen davon aus, dass die lange Talfahrt beendet sein könnte und der Trend für die Spielbanken in 2017 durchaus positiv ist.

Was den Positivtrend bestätigt:

  • Bruttospieletrag der staatlich konzessionierten Spielbanken im letzten Jahr bei 557 Millionen Euro
  • Jahresreport Ende November notierte ein Plus um 48 Millionen Euro, also neun Prozent
  • Deutscher Spielbankenverband sieht die aktuellen Zahlen als positiven Trend

Der Bruttospielertrag, welcher die Spieleinsätze abzüglich die Gewinne aufzeigt, ist ausschlaggebend für den Trend der Branche. Besonders ausschlaggebend ist dieser Wert für die Spielbanken in den Großstädten. Spielbanken die in kleinen Orten angesiedelt sind, konnten bisher noch keine großen Gewinne einfahren, so die Meldung aus Bad Neuenahr. Dennoch ist der Trend auch für die Spielbank Bad Neuenahr durchaus positiv, denn immerhin wurde hier kein Minus generiert.

Legales und vertrauenswürdiges Glücksspiel

In den vergangenen Jahren wurde das Online Glücksspiel bei den Spielern immer beliebter. Hier wurden Flexibilität und Anonymität genossen. Während es hier einen stetigen Boom gab, kämpften zahlreiche Spielbanken um die eigene Existenz. Die Spieler scheinen sich jedoch nun wieder vermehrt für das traditionelle Glücksspielangebot zu interessieren. Warum? Klassische Spielbanken stehen vor allem für Legalität und Vertrauenswürdigkeit, während im Online Bereich viele schwarze Schafe ihr Unwesen treiben. Dennoch erfreut sich das Online Glücksspiel weiterhin großer Beliebtheit. In der Branche wird dies mit großer Sorge beobachtet, vor allem in Verbindung mit dem Angebot nicht-konzessionierter Anbieter.

Neben dem Trend hin zum Online Glücksspiel, zeigt die Branche auch deutlich auf, dass das Spielverhalten der Spieler sich gewandelt hat. Während früher beim Glücksspiel sehr auf Vergnügen und Risiko gesetzt wurde, suchen viele Spieler heute eher nach Sicherheit. Ein großer Gewinn wird eingesteckt und mit nach Hause genommen, statt diesen für das Weiterspielen zu nutzen.

Dem Spielverhalten, der neuen Währung und der Konkurrenz haben die Spielbanken in den letzten Jahren den Kampf angesagt. Viele der Spielbanken haben ein überarbeitetes Konzept präsentiert, bei dem es um mehr geht als nur um Glücksspiel und welches auch Besucher anspricht, die einen netten Abend mit Freunden, in Lounge-Atmosphäre und mit gastronomischen Highlights verbringen wollen. Daher bedeutet ein Spielbankbesuch heutzutage vielerorts nicht mehr nur das reine Zocken, sondern viel mehr auch Unterhaltung und Abwechslung.

2017 – ein schwarzes Jahr für Spielhallen?

2017 – ein schwarzes Jahr für Spielhallen?

In vielen Orten Deutschlands reihen sich die Spielhallen dicht an dicht. Vor Jahren waren diese vor allem in Großstädten wie Pilze aus dem Boden geschossen. Die Spielhallen werden von vielen Menschen als Schmutzfleck empfunden.

Auch in Frankfurt gibt es bestimmte Interessensgruppen, die nicht begeistert sind von den Spielhallen und dem dadurch entstandenen Stadtbild. In Hessen soll sich dies mit diesem Jahr nun ändern. Das Jahr 2017 könnte für viele Spielhallenbetreiber schwierig werden. In Hessen wurde bereits angekündigt, dass vielen Spielhallen das Aus drohen könnte.

Was sich 2017 in Hessen ändern soll:

  • von rund 170 Spielhallen sollen weniger als die Hälfte übrig bleiben
  • in der zweiten Jahreshälfte treten Änderungen des Hessischen Spielhallengesetzes in Kraft
  • Entscheidungen welche Spielhallen bleiben dürfen und welche nicht sollen bald getroffen werden
  • Auswahl soll orientiert an dem Kriterienkatalog des Wirtschaftsministeriums getroffen werden
  • es wird eine Klagewelle von Seiten der Betreiber gefürchtet

Die Spielhallen haben auf viele Spieler eine ganz besondere Anziehungskraft. Die Gefahr der Spielsucht ist hier also für viele Spieler sehr hoch. Nach Einschätzung der Hessischen Landesstelle für Glücksspiel gibt es in der Region rund 20.000 krankhafte Glücksspieler.

Darüber hinaus soll das Spielverhalten von etwa nochmal der gleichen Anzahl an Spielern problematisch sein. Die Spielsucht stellt eine große Gefahr für Spieler dar und etwa 80 Prozent der Betroffenen sind Studien zu Folge vom Automatenspiel abhängig. Mit der neuen Regulierung soll die Anzahl der Spielhallen verringert werden. Ziel ist es somit die Spielsucht zu verringern und die Gefahr für die Spieler einzudämmen.

Andere Bundesländer haben die Regelungen bereits strenger gemacht. So ist das Berliner Spielhallengesetz ein gutes Beispiel dafür, dass mit einer strengeren Gesetzgebung Suchtprävention und Spielerschutz betrieben werden können. Auch in Hessen soll mit dem neuen Gesetz, welches Mindestabstandsregelungen, maximale Anzahl an Spielautomaten pro Etablissement und Spielerschutzkonzepten beinhaltet, daran gearbeitet werden, dass die Suchtgefahr abnimmt.

Natürlich sorgt dies mit großer Wahrscheinlichkeit nicht für Freude bei den Spielhallenbetreibern. Diese sehen sich in ihrer Existenz gefährdet. Denn auch mit einem neue Sozialkonzept werden Kosten entstehen, denn die Regelungen müssen umgesetzt und die Mitarbeiter müssen geschult werden.  

Italien – das Land der Spielsucht?

Italien – das Land der Spielsucht?

Dem Glücksspiel wird ein hoher Suchtfaktor nachgesagt und das krankhafte Spielverhalten von Spielern ist es, was das Glücksspiel zum Problem werden lässt. In Italien erfreut sich das Glücksspiel sehr großer Beliebtheit. In Europa gehört Italien, was das Glücksspiel betrifft, zu den top drei Ländern neben Irland und Finnland.

Weltweit liegt Italien mit der Glücksspielbeliebtheit auf Platz fünf.

Eigentlich ein Grund zur Freude, zumindest für die Betreiber und den Staat, doch für viele Spieler bedeutet dies auch großes Leid. Die Nachfrage nach Glücksspiel ist in Italien groß, dementsprechend wächst auch das Angebot, Mit dem Umfassenden Glücksspielangebot vor Ort wird die Spielsucht jedoch auch mehr und mehr zum Problem.

Glücksspiel in Italien:

– Bingo wurde in Italien erfunden

– Heute gibt es circa 22 Bingosäle in Italien

– Lottospiel wurde ebenfalls in Italien erfunden

– drei Mal die Woche werden die Gewinnzahlen des SuperEnalotto gezogen

– ein Fünftel aller Rubbellose weltweit werden in Italien gedruckt

– eine halbe Million Slot-Machines gibt es, nicht nur in Spielsalons

– ein Drittel aller Video-Lotterie-Terminals weltweit stehen in Italien

– Online Glücksspiel boomt vor Ort mit circa 400 verschiedenen Internetseiten

Die Zahlen zum italienischen Glücksspiel sprechen zusätzlich zum Angebot für sich. Pro Jahr geben die Italiener pro Person etwa 650 Euro für das Glücksspiel aus. Seit dem Jahr 2000 ist der Umsatz der Branche um rund 350 Prozent gestiegen. Im Jahr 2015 lag der Umsatz der Glücksspielbranche in Italien bei einem Betrag in Höhe von 88 Milliarden Euro.

Wenn die Leidenschaft zur Sucht wird

Neben den Einnahmen aus dem Glücksspiel und dem Vergnügen, welches die Spieler dabei empfinden, hängt die Spielsucht wie ein drohendes Schwert über den Italienern. Vor allem in Regionen mit einem niedrigen Einkommen ist das Glücksspiel besonders beliebt. Dies lässt darauf schließen, dass vor allem Menschen mit niedrigem Einkommen ihr Glück beim Spiel versuchen wollen, um so Rechnungen zu begleichen oder gar ihr Leben finanzieren zu können.

Wenn dies jedoch der Antrieb ist, dann endet dieses Spielverhalten oftmals in der gefährlichen Spielsucht. Rund eine Millionen Menschen gelten als krankhaft abhängig, die doppelte Anzahl an Spielern ist zumindest suchtgefährdet. Diese Zahlen sind beunruhigend, denn die Spielsucht kann den kompletten Existenzverlust zur Folge haben. Darüber hinaus münden Süchte dieser Art oftmals in Kriminalität bis hin zur eigenen Selbstmordgefahr.

Die Schattenseite der Glücksspielwirtschaft

Die Schattenseite der Glücksspielwirtschaft

Während die einen ihr Glück feiern und die Ablenkung beim Spielen genießen, haben andere Spieler schon längst die dunkle Seite des Glücksspiels kennengelernt und ihr eigenes Glück verspielt. In Niedersachsen zeigen die Zahlen auf, dass mehr als 75000 Menschen ein krankhaftes Spielverhalten aufweisen. In einigen Fällen geht dies mit Verlust von Job, Freunden, Familie und dem eigenen Besitz einher.

Spielsucht durch Automatenspiel

Studien belegen, dass von Spielautomaten die größte Suchtgefahr ausgehe. Niedersachsen gehört zu den bestversorgten Gebieten mit Spielhallengeräten in ganz Deutschland:

– in niedersächsischen Spielhallen gab es im Jahr 2012 genau 16870 Geldspielautomaten

– auf ein Spielhallengerät kamen 2012 in Niedersachsen 336 Einwohner

– wird nur noch von Bayern,

Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz übertroffen

– 2012 wurden mehr als 400 Millionen Euro

allein an Geldspielautomaten in Niedersachsen verzockt

Fernab der Realität

Die Welt in den Spielhallen ist eine ganz eigene Welt. Spieler verlieren sich selbst bei dem Zocken an den Automaten, fernab von dem Leben draußen. Kein Handyempfang in den Läden und keine Uhr in den Spielhallen, das einzige was zählt sind in diesen Momenten die Glücksgefühle beim Zocken an den Automaten und die Adrenalinausschüttung. Zeit und Raum vergessen die Spieler vor Ort.

Das Angebot der Spielhallen umfasst in vielen Fällen eine moderne Einrichtung, Freigetränke und die Möglichkeit vor Ort zu rauchen. In vielen dieser Etablissements herrscht eine familiäre Atmosphäre vor, wodurch die Spieler gerne immer wieder kommen.

Sobald die Spieler in den Fängen der Spielsucht sind beginnt der Abstieg. Hier stehen beim Spielen nicht mehr nur Spaß und Freude im Vordergrund, sondern vor allem der Gewinn oder der Versuch vorangegangene Verluste auszugleichen. Spieler, die ein krankhaftes Spielverhalten an den Tag leben, wissen, wie sie ihre Sucht verbergen können. Oftmals ahnen Freunde und Familie nicht einmal, dass der Betroffene in großer Gefahr lebt.

Viele der Spielsüchtigen bekommen erst zu spät Hilfe, dann wenn schon alles verloren ist. Suchtberatungsstellen bieten neben Hilfsangeboten auch ausreichend Informations-und Präventionsmaterial und nicht nur die Spieler selber, sondern auch die Angehörigen können hier Hilfe erhalten.

Seite 1 von 812345...Letzte »