Einfluss der Automatenindustrie auf die Politik

Einfluss der Automatenindustrie auf die Politik

Im Bundestag saß man erst kürzlich beieinander, um über die Regulierungsmöglichkeiten zu diskutieren. Die Automatenindustrie scheint aufgrund dessen hohe Einschränkungen zu befürchten und versucht nun mit aller Macht dagegen vorzugehen, indem sie in Form von Spenden und Sponsoringarbeit in die Politik investiert.

Von Seiten der Organisation Lobby-Control wurden bereits vor den Gesprächen im Bundestag Warnungen herausgegeben, dass die Automatenindustrie gute Kontakte zur Politik habe und man sich davon nicht beeinflussen lassen solle. Der Einfluss der Automatenindustrie ist hoch und durch Spenden und Sponsoring würde Einfluss auf die Parteien genommen werden.

Im Gesundheitsausschuss des Bundestages wird derzeit über mögliche Regulierungen diskutiert. Hierbei geht es vor allem um die Begrenzung der Anzahl der Automaten in Gaststätten, um den maximal möglichen Einsatz und Gewinn beim Spielen und über eine mögliche Begrenzung der Spieldauer. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte bereits einen Entwurf für die Spielverordnung ausgearbeitet.

Die SPD Partei kritisiert diesen Entwurf jedoch, da die Parteimitglieder der Meinung sind, dass dieser nicht genug auf den Spielerschutz, den Jugendschutz und den Schutz vor der Spielsucht eingehe. Die SPD setzt sich dafür ein, dass der Kampf gegen die Spielsucht verstärkt werden müsse, weil diese im Laufe der letzten Jahre extrem angestiegen ist und pro Jahr allein fast vier Milliarden Euro an Spielautomaten verspielt werden.

Laut Lobby Control sind vor allem die Beziehungen zwischen Industrie Mitgliedern und Parteimitgliedern aus der FDP besonders ausgeprägt. Hier existieren sogar Verbindungen zwischen der FDP und der Automatenindustrie über eine Person. Dieser Fall ist bisher einmalig, so der Sprecher von Lobby Control.

Durch den Druck von Seiten der Regierung gegenüber der Automatenindustrie, dass strengere Regulierungen eingeführt werden müssten, steigt der Ansporn für die Automatenindustrie, dass die Sponsoringarbeit und die Spenden wieder verstärkt in der Politik untergebracht werden müssen. Auch politische Landschaftspflege steht hierbei bei der Automatenindustrie besonders auf dem Plan.

Auffallend ist in der heutigen Zeit jedoch, dass keine großen Spenden von Seiten der Automatenindustrie direkt an die Parteien gemacht wurden. Laut Aussage von Lobby Control wurden die Spenden in der Vergangenheit in kleinen Schüben gemacht, so dass diese in den Rechenschaftsberichten gar nicht erst auftauchten.

Die Organisation fordert an dieser Stelle, dass die Spenden offen dargelegt werden müssten. Darüber hinaus wird gefordert, dass entsprechende Regelungen zur Sponsoringarbeit festgelegt werden, um der Beeinflussung einer Industrie durch Spenden, so wie in diesem Fall, vorzubeugen.

Portugiesisches Gericht möchte keine "Bwin"-Werbung im Sport

Portugiesisches Gericht möchte keine "Bwin"-Werbung im Sport

Der Betreiber bewertet dieses Urteil als der EU zuwiderlaufend. Dieser Richterspruch kann als Pionierleistung beurteilt werden, denn er hat auf jeden Vertrag mit Sponsoren von anderen Betreibern und Sporteinrichtungen einen Einfluss.

Nicht nur das fusionierte Unternehmen arbeitet im Nachbarland Spaniens, auch "Betdic", das in Gibraltar ansässig ist, ist im Land aktiv. Einige Fußballmannschaften des Landes haben den Betreibernamen auf ihren Trikots, was auch beim Verein "Sporting Braga" und "Betfair" der Fall ist, der von der britischen Hauptstadt aus arbeitet.

"Bwin.Party" besteht aus einem österreichischen und einem britischen Betreiber und machte einen Vertrag in Höhe von mehr als vier Millionen Euro in Bezug auf die Fußballliga des Landes und dieser steht nun auf der Kippe. Diese Liga sagte, dass sie nach dem Richterspruch sämtliche Werbungen in Zusammenhang mit "Bwin" wegmachen muss.

Hier war man auch der Meinung, dass diese Entscheidung dem nationalen Sport nicht gerade zuträglich ist und dass man Berufung beantragen will. Die Auseinandersetzungen fingen schon vor sieben Jahren an, als die Casinogemeinschaft des Landes gemeinsam mit dem Betreiber der Staatslotterie gegen die Tätigkeiten des obengenannten Betreibers Beschwerde einlegte.

Sie sagten, dass der Betreiber über einen unberechtigten Vorzug verfügt, denn er muss keine Abgaben zahlen, weil er nicht von den Gesetzen für Glücksspiele des Landes betroffen ist. "Bwin" sagte, dass diese Entscheidung des Gerichts mit den Rechten der EU nicht konform ist und ein Unternehmenssprecher erklärte, dass das Gericht diese Gesetze außen vorlässt.

Es ist zum Einen nicht gestattet, offensiv Werbung zu machen und die Palette an Spielen zu erweitern und zum Anderen dann Wettbewerb aus dem Ausland zu untersagen. Der Unternehmensanwalt sagte, dass nun der Zeitpunkt gekommen ist, das virtuelle Glücksspiel zu erlauben und mit Steuern zu belegen, statt dieses in die Wüste zu schicken.

Davon profitieren die Konsumenten, die Wirtschaft und nicht zuletzt auch die Kasse des Staates.

Ein Topmanager blickt auf eine ereignisreiche Amtszeit zurück

Leo Wallner, der Drahtzieher des Glücksspiels und der am längsten amtierende Topmanager in Österreich beging vor kurzem seinen 75. Geburtstag. Wallner leitete etwas 40 Jahre lang die Casinos Austria, die er nach dem Wunsch des damals amtierenden Bundeskanzlers von einer Spielhölle zu einem international aktiven Unternehmen mit glänzendem Ruf machte.

Doch nicht alles in seiner Amtszeit, die vor drei Jahren endete, war alles so rosig wie es schien. Als die ÖOC- Affäre, die sich um die misslungene Bewerbung Salzburgs für die Olympiade drehte, entlarvt wird, bekommt auch seine mustergültige Amtszeit Risse.

Wallner verwendete seine Position als Vorsitzender des öOC und Mitglied des IOC um für die Casinos in Österreich und anderswo zu werben. Hierbei soll nicht immer alles mit rechten Dingen geschehen sein. Er kam Anfang November 1935 in Amstetten zur Welt und wollte eigentlich den Beruf des Priesters ergreifen, doch die Wirtschaft und die Politik waren dann doch spannender.

Nach Beendigung des Studiums an der Wiener Hochschule für Welthandel, das er mit dem Doktortitel abschloss, war er am Institut für angewandte Sozial- und Wirtschaftsforschung tätig. In den Jahren von 1964 bis 1967 war er der Berater des Kanzlers Klaus bezüglich Wirtschaftsthemen.

Klaus war es, der dem erst 31 Jahre alten Mann den Auftrag gab, die Casinos neuer und seriöser zu gestalten. Anfang 1968 übernahm er den Posten des Generaldirektors der Casinos Austria AG, im März des Jahre 1977 wurde er Präsident des Verwaltungsrats des Unternehmens.

Fast 10 Jahre später saß er auch im Chefsessel der österreichischen Lotterien. Erst nach rund vierzig Jahren trat er von seinem Amt zurück und sein Kronprinz Karl Stoß übernahm dieses vor drei Jahren. Der Vorarlberger, der 20 Jahre jünger ist, kam kurz vor diesem Zeitpunkt an die Spitze der Lotterieindustrie und im Herbst des letzten Jahres wurde er Chef des österreichischen Olympischen Komitees.

Hier trat Wallner nach dem Auftauchen von uneindeutigen Geldbewegungen zurück. Doch er bleibt auch nach seiner Amtsübergabe bei den Casinos, er geht nun in den Aufsichtsrat des Unternehmens, das den Chef der Raiffeisen-Zentralbank zum Chef hat. Dieser und die Kirchenbank Schelhammer & Schattera gehören zu den stärksten Aktionären des Unternehmens.

Momentan besetzt Wallner dem Firmenbuch zufolge nicht nur diesen Platz in einem Aufsichtsrat. Er befindet sich in den Kontrollausschüssen der ausländischen Tochtergesellschaft seines Unternehmens, das momentan Verluste macht und den Lotterien. Er sitzt auch im Aufsichtsrat der Omnimedia Werbegesellschaft, des Tiergartens Schönnbrun und der Wiener Volksoper.

Bis vor vier Jahren befand er sich ebenfalls im Aufsichtsrat der BAWAG P.S.K., welche damals teilweise Besitzerin der Lotterien und Sponsorin für viele Projekte der Casinos im Ausland war. Der rastlose Manager wird als begabter Knüpfer von Netzwerken und als talentierter Diplomat angesehen, der immer die Haltung bewahrt.

Diese Eigenschaften sind in der Welt des Glücksspiel, die nicht nur in Österreich mit Politik und Sport verbunden ist, von großer Erfordernis. Die Casinos Austrias, gehören zu den größten Abgabenzahlern im Land, allein letztes Jahr bekam der Finanzbereich der Regierung von dem Unternehmen satte 549 Millionen Euro, dazu kamen noch 79 Millionen für die Förderung des Sports, die am Gewinn der Lotterien beteiligt ist.

Erst im September des laufenden Jahren konnte der EuGH in Luxemburg dem Glücksspielmonopol eine Ende bereiten, daran war Wallner maßgeblich beteiligt. Nach dem Wunsch des Automatenherstellers Novomatic aus Niederösterreich und der Telekom Austria war es schon vor vier Jahren an dem damaligen Finanzminister Grasser in einer Nacht-und-Nebel Aktion das Monopol zu Fall zu bringen.

Die damals ins Leben gerufene aon. Wettdienstleistungs GmbH sollte eine zweite Zulassung in Bezug auf elektronische Lotterien bekommen. Als Geschäftsführer sollte brisanterweise Grassers Kabinettschef fungieren, was dieser allerdings abstritt. Hier hatte man nicht mit Wallner gerechnet und schon zogen sich die regierenden Parteien zurück.

Doch es soll laut Eingeweihten nicht nur den Wutausbruch des Casinoobersten gegeben haben. Wie später an die öffentlichkeit kann, haben damals die Lotterien einer BZö-Agentur im Gegenzug für eine zehn Seiten langes Dokument zum Thema Online Glückspiel 300.000 Euro gezahlt. Der Nachfolger von Wallner äußerte sich zu dieser Aktion, dass diese eine Entscheidung der damaligen Geschäftsleitung gewesen sei.

Wallner jedoch hat partout vergessen, wer diese Studie in Auftrag gab. Ein anderes Problem der "Wallner-Regierung" ist der Staatsbesuch des Präsidenten von Weißrussland, Lukaschenko, der den Spitznamen "letzter Diktator von Europa" von Kritikern erhielt, vor acht Jahren.

Er wurde von Wallner in seinem Amt als öOC-Vorsitzender nach Tirol eingeladen. Wallner mochte die Hoffnung gehabt haben, dass vielleicht die Casinos in Weißrussland hier ansässig werden wollten, dies stritt er auch nicht ab. Die Reise, die 200.000 Euro teuer war, wurde mithilfe des öOC geregelt. Die Ausgaben übernahm laut Wallner ein Geschäftsmann, der gewinnbringende Geschäfte im Osten gemacht hatte.

Laut Brancheninformationen war dies der Geschäftsmann und Milliadär Herr Schlaff, doch dies wollte Wallner nicht bekräftigten. Herr Schlaff stritt dies ebenfalls ab. Er hat gute Verbindungen nach Weißrussland, er soll auch die Mitarbeit der Telekom Austria beim Mobilfunker MDC in Weißrussland organisiert haben.

Der Unternehmer Schlaff, der die Medien scheut, wie der Teufel das Weihwasser, nutze für die Casinos seine internationalen Connections. Die Casinos Austria Griechenland kooperieren mit dem Unternehmer. Das größte Unterhaltungszentrum in Europa heißt "Loutraki" und bringt große Rendite ein.

Auch das vor 12 Jahren ins Leben gerufene Casino in Jericho, Israel, hätte es ohne Wallners Freund wohl nicht gegeben. Seit Beginn der Intifada ist dieses Casino auf Eis gelegt. Hier war auch die BAWAG mit dabei. Vor zwei Jahren waren Wallner und Schlaff dazu verpflichtet, als Zeugen im BAWAG-Verfahren aufzutreten.

Hier stand die Beurteilung des Bankanteils an dem Vorhaben im Vordergrund. Eventuelle Geldflüsse der Casino an den mittlerweile verschiedenen Arafat, Präsident der Palästinenser oder die Regierung Israels dementierter Wallner, er gab jedoch zu, dass er dem Präsidenten begegnet sei.

In seiner knapp bemessenden freien Zeit liest Wallner gerne, geht ins Theater und macht Sport. Der vernünftige Mann aus Niederösterreich besucht selbst keine Casinos. Der Manager der viele Auszeichnungen erhielt, war 21 Jahre lang mit einer Kammersängerin verheiratet, die vor fünf Jahren dem Krebs erlag. Aus der Verbindung ging ein Sohn hervor.

Bekommt der DFB bald mehr Geld?

Erst vor kurzem hat der Europäische Gerichtshof in Luxemburg in Sachen deutsches Sportwettenmonopol geurteilt. Da das zwischenstaatliche Abkommen in Bezug auf Glücksspiel in der Bundesrepublik für unrechtmäßig erklärt wurde, können in Bälde auch Fußballvereine in Deutschland von der landeseigenen Glücksspielbranche ihren Nutzen ziehen.

Diese ist momentan knapp 8 Milliarden Euro schwer. Im Moment lässt das Sportwettenmonopol nicht zu, dass Betreiber im Netz Sponsoren für deutsche Fußballvereine sind, doch dass soll hoffentlich bald anders werden.

Der Entschluss wird die Erlöse für Fußballvereine vielleicht um mindestens 300 Millionen Euro anheben. Diese Mutmaßung gründet sich auf Vorhersagen des DFB, der der Ansicht ist, dass das Gesetz zahlreiche Erlöse mithilfe von Sponsoren und Steuern einbringen wird.

Sportligen in anderen Ländern ziehen bereits großen Nutzen aus den aktuellen Gesetzesänderungen in Bezug auf Online Glücksspiel. Der Deutsche Fußballbund möchte diesem Beispiel gerne folgen. Zum Beispiel haben Fußballvereine in Frankreich 20 Millionen Euro mehr Gewinn erzielt, als Frankreich seinen Markt für Online Glücksspiel öffnete.

Das zusätzliche Geld würde sicherlich die Position deutscher Vereine auf dem Transfermarkt untermauern, so der der Geschäftsführer der VfB Stuttgart Marketing GmbH. Die Glücksspielgesetze in der Bundesrepublik wurden erst vor kurzem auf Herz und Nieren überprüft und der EuGH urteilte über die Richtigkeit des Online Wetten Verbots.

Weil das Gericht das Verbot für nicht rechtens erklärt hat, wird die Bundesrepublik den gleichen Weg wie Frankreich oder andere Länder in Europa gehen. So können auch viele zusätzliche Gewinne aus den internationalen Betreibern erzielt werden.