Weitere Sportwettenlizenzen in Schleswig-Holstein

Weitere Sportwettenlizenzen in Schleswig-Holstein

Man rechnete schon fast nicht mehr damit, da seit dem Regierungswechsel in dem nordischen Bundesland ein anderer Wind weht und die neue Regierung den Plan verfolgt, das bestehende Glücksspielgesetz wieder zurückzuziehen und damit auch die bereits ausgegebenen Lizenzen.

Umso mehr können sich nun die drei Unternehmen Victor Chandler International Ltd. (Gibraltar), bet90 (Malta) und Interwetten Gaming Ltd. (Malta) freuen, dass sie jeweils eine Sportwettenlizenz für Schleswig-Holstein erhalten haben. Neben den Online Sportwetten Lizenzen wurden noch zwei weitere Lizenzen vergeben, die es nun der Admiral Sportwetten Gruppe erlauben, zwei Gesellschaften in Wettbüros vor Ort das Angebot präsentieren zu lassen.

Mit diesen neuen Lizenzen, die erst kürzlich ausgegeben wurden, gibt es nun insgesamt 15 Sportwettenlizenzen und damit 15 Anbieter, die ihr Sportwettenangebot innerhalb Schleswig-Holsteins sowohl über das Internet als auch stationär vertreiben. Weitere Anträge warten noch immer auf die Zustimmung der zuständigen Institution. Laut Angaben liegen noch genau 23 weitere Bewerbungen von Sportwettenanbietern zur Prüfung vor.

Mit dem liberalen Gesetz in Schleswig-Holstein wurden gleichzeitig auch Kontrollmechanismen eingeführt, die die Spieler langfristig schützen sollen. Zu diesen Mechanismen zählt zum Beispiel die sogenannte Spielerkarte für Wettbüros und auch für Wettangebote im Internet. über die Karte können die Spieler von den Anbietern identifiziert und vor allem auch authentifiziert werden.

Damit wird in der Sportwettenindustrie die entsprechende Transparenz gewährleistet. Das anonyme Spielen wird unterbunden, was sowohl die Anbieter aber auch in erster Linie die Spieler schützen soll.

Erste Sportwettenlizenzen in Schleswig Holstein

Erste Sportwettenlizenzen in Schleswig Holstein

Zu den Lizenznehmern zählen Polco Limited von Betfair, die Personal Exchange International von Jaxx und Oddset von Nordwestlotto. Um die Lizenzen zu erhalten mussten und müssen die Bewerber strenge Auflagen erfüllen.

Um für die ausgeschriebenen Lizenzen als Unternehmen in Frage zu kommen, mussten die Bewerber nachweisen, dass sie zuverlässig sind, wirtschaftlich Leistungsfähig und dass ihr Angebot sowohl transparent ist als auch Sicherheit bietet. Neben diesen Kriterien war es dem Innenministerium des nordischen Bundeslandes au?erdem besonders wichtig, dass Nachweise erbracht werden, dass durch das Unternehmen für Jugendschutz und Datenschutz gesorgt wird.

Au?erdem war es Voraussetzung, dass die Unternehmen ein Konzept vorlegen, welches die Bekämpfung von Kriminalität, wie Geldwäsche und Betrug, vorsieht. Der Innenminister Klaus Schlie gibt an, dass ihm durchaus bewusst sei, dass die Anforderungen sehr streng sind, aber diese seien notwendig, um ausreichend Sicherheit zu gewährleisten und so nur leistungsfähige Unternehmen am Markt zuzulassen.

In Deutschland gab es bis jetzt noch viele Diskussionen rund um das Thema Glücksspielstaatsvertrag und Alleingang von Schleswig-.Holstein. das nordische Bundesland hatte den Gesetzesentwurf für den Glücksspielstaatsvertrag nicht unterzeichnet und diesem somit nicht zugestimmt. In diesem ist es vorgesehen, dass lediglich 20 Lizenzen für private Sportwettenanbieter ausgegeben werden sollen, während Online Casinos und Online Poker weiterhin verboten bleiben würden.

Eigentlich sollte der Glücksspielstaatsvertrag noch Mitte Juni verabschiedet werden, jedoch wurde der Entwurf bereits von der EU-Kommission hart kritisiert und diese wird eine Entscheidung darüber fällen, ob das Gesetz in bestehender Form übernommen werden kann. Der Entwurf Schleswig-Holsteins hingegen wurde von der EU-Kommission befürwortet, denn dieser sei europa- und verfassungsrechtskonform.

Neben den drei Unternehmen, die nun bereits über eine Lizenz in Schleswig-Holstein verfügen, gibt es 23 weitere Firmen, die auf eine Lizenz für Schleswig-Holstein warten. Neben Sportwettenanbietern gibt es unter den Bewerbern auch Online Casinos und Anbieter von Online Poker. Der Innenminister Schlie gibt an, dass die Vergabe der weiteren Lizenzen bereits in den nächsten Wochen stattfinden soll.

Stellungnahme der EU-Kommission zum Gesetzesentwurf der Ministerpräsidenten

Stellungnahme der EU-Kommission zum Gesetzesentwurf der Ministerpräsidenten

Auch wenn dieser nicht überall auf Begeisterung stieß, wurde er bei der EU-Kommission vorgelegt. Bis vor kurzem wartete man nun, auf die Entscheidung der EU-Kommission, die nun Stellung dazu bezogen hat.

Wie von vielen Seiten bereits erwartet, ist die EU-Kommission nicht zufrieden mit dem Entwurf der 15 Ministerpräsidenten. Nachdem der erste Entwurf der Bundesländer für die EU-Kommission nicht zufrieden stellend war, so soll auch dieser Entwurf erneut nicht den Kriterien der EU-Kommission entsprechen.

Besondere Kritikpunkte sind wie vermutet, die Beschränkung der herauszugebenden Sportwettenlizenzen auf 20 Stück und das Verbot von Online Poker und Online Glücksspiel. In der Branche wurde bereits damit gerechnet, dass die EU-Kommission mit diesen Regelungen nicht konform gehen würde und so muss der komplette Entwurf noch einmal neu überarbeitet werden.

Das was die EU-Kommission bereits bei dem ersten Entwurf kritisiert hatte, wurde auch in diesem Entwurf erneut nicht ausreichend berücksichtigt. Dies sieht auch das Bundesland Schleswig Holstein so, welches sich als einziges Bundesland bei der Unterzeichnung des Gesetzesentwurfes enthalten hatte und ein eigenes Glücksspielgesetz verabschiedete.

Die 15 Bundesländer haben als Antwort auf den Gesetzesentwurf ein Seitenlanges Schreiben bekommen, in welchem die Kritikpunkte hervorgehoben werden und anhand welcher man den Gesetzesentwurf vollständig überarbeiten solle. Währenddessen hat das Glücksspielgesetz von Schleswig-Holstein fast ausschließlich Lobesworte bekommen und ein paar Kleinigkeiten zur Verbesserung.

Vor allem die Anbieter haben den Gesetzesentwurf der 15 Bundesländer oft kritisiert. Peter Reinhard, der Chef von Betfair meint, dass die Ministerpräsidenten die Kritik nach dem ersten Entwurf bei dem zweiten Entwurf in keiner Weise berücksichtigt hätten. Hier haben die Zuständigen Willkür walten lassen und haben die Anzahl der zu vergebenden Sportwettenlizenzen ohne Hintergedanken von 7 auf 20 erhöht.

Dies entspricht jedoch nicht den Vorstellungen der EU-Kommission. Insgesamt soll eine Liberalisierung des Online Glücksspiels eingeleitet werden, weshalb beispielsweise die Vorsitzenden von Betfair auch empfehlen sich im nächsten Gesetzesentwurf ein Beispiel an dem schleswig-holsteinischen Glücksspielgesetz zu nehmen, mit dem die EU-Kommission sehr einverstanden ist.

Der derzeit gültige Glücksspielstaatsvertrag entspricht immer noch nicht dem EU-Recht und soll aufgrund dessen geändert werden. Die Ministerpräsidenten sollen sich demnach vor dem nächsten Gesetzesentwurf mit den europäischen Rechtsgrundlagen auseinandersetzen, um so einen einheitlich anerkannten Gesetzesentwurf präsentieren zu können.

So oder so muss etwas getan werden, denn der bestehende Glücksspielstaatsvertrag läuft noch in diesem Jahr aus. Bisher weitestgehend erfolgreich ist Schleswig-Holstein mit dem eigenen Glücksspielgesetz, nach welchem das Online Glücksspiel in dem nordischen Bundesland legal ist.