Österreichisches Unternehmen tritt kürzer, verschwindet aber nicht

Die Casinos Austria veräußern ihre 45 Prozent starke Beteilung am Grand Casino Luzern. Dieses gehört dann ganz der Casino Kursaal AG Luzern. Die Casinos Austria behalten aber die Anteile an den Spielbanken in Bern, Lugano und St. Moritz bei.

Das Unternehmen verkauft auch seine 5 Prozent starke Beteiligung an der Casino Kursaal AG Luzern. über die Verkaufspreise ist bislang nichts bekannt.

Die Kooperation zwischen dem Casino in Luzern und dem österreichischen Unternehmen begann vor 15 Jahren, die Aufgabe war es, die Zulassungen für Spielbanken für die Luzerner zu bekommen und fachliches Wissen weiterzugeben, so die alleinige Aktionärin.

Nach Meinung eines Investors und Betreibers, der internationale Erfahrung vorweisen kann, sei der passende Moment für die Veräußerung erreicht worden, so die Casinos Austria.

Der Abgeordnete des Verwaltungsrates nannte als Gründe für die Veräußerung auch den schon länger unveränderten Casinomarkt, die Steuern für die Spielbanken und letztlich auch das Rauchverbot.

Das österreichische Unternehmen möchte laut der Informationen in wachsenden Märkten wie beispielsweise Italien und im Online Gaming aktiv sein. In der Schweiz behält es seine Anteile an den Spielbanken in Bern, Lugano und St. Moritz.

2009 hatten die Casinos Austrias schon Minderheitsbeteiligung am Grand Casino in St. Gallen, in Pfäffikon im Kanton Schwyz und am Casino in Schaffhausen abgestoßen.

Österreichisches Unternehmen will neue Aufgaben antreten

Nun ist es amtlich, dass die österreichische Casinos Austria AG nach eigenen Informationen in Kürze ihren Unternehmensanteil von 45 Prozent am Grand Casino in Luzern an den Mehrteilseigner, der Kursaal Casino AG Luzern abtritt.

Auch die Teilhabe am neuen Alleineigner von 5 Prozent wird gänzlich veräußert. Keines der beiden Unternehmen wollte sich über den Verkaufspreis äußern. Bereits seit 15 Jahren kooperiert das österreichische Unternehmen mit dem Luzerner Grand Casino.

Der Zweck sei es gewesen, die Zulassungen für die Spielbanken für den Standort Luzern zu bekommen und Fachwissen weiterzugeben, so die Kursaal Casino AG Luzern in einer Pressemitteilung. Diese Aufgabe sei erfüllt worden, weswegen nun der richtige Zeitpunkt für die Veräußerung erreicht sei, sagt ein Sprecher des österreichischen Konzerns.

Nach Aussage des Verwaltungsrat seien auch der schon jahrelang gleichbleibende Casino Markt, die hohen Steuern für die Spielbanken soweit das Rauchverbot ausschlaggebend für diesen Schritt gewesen.

Casinos Austria hat für das Luzerner Grand Casino nur die besten Wünsche und will neue Areale erschließen. Man möchte zukünftig mehr in wachsende Märkte wie Italien und in den Sektor "Online Casino" stecken.

In der Schweiz hat der Konzern nach wie vor Anteile an den Casinos in Bern, Lugano und St. Moritz inne. Im letzten Jahr hatte das österreichische Unternehmen schon Anteile am Grand Casino in St. Gallen, am Pfäffikoner Casino und am Schaffhausener Casino veräußert.

Schweizer Casino Davos in den Miesen

Die Bündner Casinos kriegen nicht die Kurve. St. Moritz konnte nur einen kleinen Gewinn einfahren und das bekannte Schweizer Casino Davos musste sogar einen sechsstelliger Höhe hinnehmen. Das Eigenkapital des Casinos Davos, dass sich im Südosten der Schweiz befindet, ist im Schwinden begriffen.

Im letzten Jahr war die Aktiengesellschaft gezwungen, bei einem Bruttospielertrag von 2.7 Millionen Schweizer Franken eine Verlust von etwa 556.000 einstecken. Damit verringerte sich das Eigenkapital auf 2,1 Millionen Franken. Die zweite Spielbank in Graubünden, in St. Moritz steht etwas besser da.

Dort kam im letzten Jahr auf einen Bruttospielertrag von 4,1 Millionen Franken ein Gewinn von 463.000 Franken. In Davos, im schweizerischen Graubünden, ist der Verlust viel höher als in den beiden Jahren zuvor (247 000 Franken 2008 und 11 000 Franken 2007). Es kam zu einem kurzen Zwischenhoch im Jahr 2006, einem Gewinn von knapp einer Viertelmillion Franken. Danach ging es in den Keller, dies steht in enger Verbindung mit dem Rauchverbot in diesem Kanton.

Außerdem hatten die gesetzlichen Bestimmungen zur Folge, dass zu Beispiel die Kosten für Personal trotz des niedrigen Bruttospielertrags kaum noch gesenkt werden können. So können die kleineren Spielbanken in den Touristengebieten wie beispielsweise Davos mit seinem großen Casino, St. Moritz und Interlaken die Betriebszeiten bei personalstarken Betrieb von Tischspielen nur eingeschränkt verringern.

Der Bund und die Kantone bekamen aber nicht nur im halbwegs gutlaufenden St. Moritz sondern auch im bekannten Casino Davos eine Menge Geld. So lagen die die Ausgaben der Spielbanken beim Casino Davos im vergangenen Jahr bei über 700.000 Franken und in St. Moritz sogar mehr als eine Million. Davon bekamen die Kantone 290.000 beziehungsweise 440.000 Franken in ihre Kassen.