Steiermark: Illegales Glücksspiel wird weiterhin bekämpft

Steiermark: Illegales Glücksspiel wird weiterhin bekämpft

Vor allem im Zusammenhang mit Glücksspielautomaten ist das illegale Glücksspiel dauerhaft ein Thema, auch in der Steiermark. Zwar gibt es hier eindeutige, gesetzliche Regelungen, welche Anbieter Glücksspielautomaten aufstellen dürfen, dennoch gibt es immer wieder illegale Spielgeräte. Das illegale Glücksspiel stellt vor allem für die Spieler eine große Gefahr da und nicht zuletzt deshalb ist es die Aufgabe der Finanzpolizei in der Steiermark, das illegale Glücksspiel dauerhaft zu bekämpfen.

Anhaltender Kampf gegen illegale Spielautomaten

Trotzdem die gesetzlichen Regelungen in der Steiermark eindeutig sind, gibt es viele Betreiber, die sich über diese hinweg setzen. So kommt es dazu, dass zahlreiche illegale Glücksspielautomaten in der Steiermark zu finden sind. Die Finanzpolizei verübt engmaschige Kontrollen, mit denen die illegalen Spielgeräte gefunden und sichergestellt werden. Hierfür gibt es ein Sonderteam bei der Finanzpolizei, welches zur Bekämpfung des illegalen Glücksspiels eingesetzt wird. Zwei bis drei Kontrollen pro Woche gehören zu den Aufgaben dieses Sonderteams. Hierbei werden immer wieder zahlreiche illegale Spielgeräte gefunden und sichergestellt, sowie illegale Lokale aufgedeckt und geschlossen. Trotz vermehrter Schließungen von Etablissements und Beschlagnahmungen von Spielgeräten, scheint das illegale Glücksspiel nicht im Erdboden zu versinken. Daher ist zu erwarten, dass die engmaschigen Kontrollen bei der Finanzpolizei auch in Zukunft an der Tagesordnung stehen werden.

Vernichtung des illegalen Glücksspiels

Die Kontrollen sind eine wichtige Maßnahme im Kampf gegen das illegale Glücksspiel. Auch wenn es so scheint, dass sich in der Steiermark weiterhin mehr als 100 illegale Glücksspielgeräte befinden, so bleibt keine andere Möglichkeit, außer die Kontrollen weiterhin durchzuführen. Nach der Beschlagnahmung der illegalen Spielgeräte befinden diese sich erst einmal im Gewahrsam der Behörde. Hier warten die Geräte darauf vernichtet zu werden. Die Vernichtung des illegalen Glücksspiels ist eine Maßnahme, die eingesetzt wird, denn dadurch besteht die Hoffnung, dass das illegale Glücksspiel sich langfristig ganz und gar aus der Steiermark verbannen lässt.

Kleines Glücksspiel in der Steiermark wieder erlaubt

Kleines Glücksspiel in der Steiermark wieder erlaubt

Das kleine Glücksspiel hat demnach offensichtlich nur kurz pausiert, denn aktuell ist bereits die Rede davon, dass 680 Spielgeräte heute wieder in Betrieb sind.

Was genau ist passiert?

– Neuregelung des kleinen Glücksspiels in der Steiermark in 2016

– Pause des Automatenspiels durch eine Klage zu kurz gekommener Betreiber

– erneute Aufnahme des kleinen Glücksspiels, 680 von insgesamt 1012 Automaten sind bereits wieder in Betrieb

Regelungen für Glücksspielbetreiber

Das kleine Glücksspiel ist nur dann gestattet, wenn die Betreiber sich an die Anforderungen und Regeln halten. Zu diesen zählt die Gewährleistung des Spielerschutzes. Hier wird starke Kritik ausgeübt, denn die Gegner des kleinen Glücksspiels sind überzeugt davon, dass das Spiel an den Automaten schnell zur Spielsucht führen kann und der Spielerschutz unter diesen Umständen nicht gewährleistet werden könnte.

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass die Glücksspielbetriebe aktiven Spielerschutz gewährleisten müssen und auch die Zusammenarbeit mit Präventionseinrichtungen sowie die Schulung der Mitarbeiter gehören zur Voraussetzung für das Angebot des kleinen Glücksspiels. Das Land hat bereits für das erste Jahr strenge Kontrollen angekündigt.

Der Schutz ist ausbaufähig

Auch wenn bereits Regelungen zum Spielerschutz beim kleinen Glücksspiel vorherrschen, so sind vor allem die Gegner des kleinen Glücksspiels überzeugt davon, dass mehr getan werden müsste, um Spieler und Jugendliche tatsächlich schützen zu können. Eine allgemeine Sperrdatei ist genauso im Gespräch, wie auch ein maximaler Einsatz sowie eine maximale Spieldauer.

Hierzu gibt es zwar bestehende Regelungen, diese seien jedoch nach Meinung von Kritikern nicht streng genug. Die Verluste, die an Spielgeräten von Spielern gemacht werden können, seien bei zwei Stunden Maximalspieldauer und zehn Euro Maximaleinsatz viel zu hoch, so die Suchtforscher.

Kleines Glücksspielverbot in der Steiermark

Kleines Glücksspielverbot in der Steiermark

Während einige Betreiber die Spielautomaten in ihren Etablissements abgebaut haben, sind andere Betreiber der neuen gesetzlichen Regelung nicht nachgekommen. Spielautomaten werden in Graz und dem Rest der Steiermark weiterhin angeboten, Folgen hat dies offensichtlich erst einmal noch nicht. Besonders die Anbieter, die ihre Geräte bereits beseitigt haben oder sogar das eigene Geschäft schließen mussten, beobachten die Konkurrenz mit Argwohn und beschweren sich darüber, dass die Gesetzgebung nicht effizient durchgesetzt wird. Das Ungleichgewicht sorgt für zahlreiche Diskussionen in Österreich.

Die neue Regulierung im Bereich der Glücksspielautomaten sorgt für ein komplett neues Bild innerhalb der Branche. Viele Lizenzen sind zum Ende des letzten Jahres ausgelaufen, die Anbieter wurden aufgefordert ihre Spielautomaten zu beseitigen, denn ohne Lizenz seien die Geräte illegal aufgestellt. Grundlegend soll die neue Gesetzgebung dafür sorgen, dass die Anzahl der Spielautomaten insgesamt um zwei Drittel reduziert wird.

Mit der Reduktion der Spielgeräte sieht das Gesetz außerdem vor, dass ein höherer Spieleinsatz an den bestehenden Geräten möglich sein wird. Die Spielgeräte dürfen generell nicht mehr in Tankstellen und Cafes aufgestellt sein, nur noch in kleinen Automatensalons, die aktuell über eine Lizenz verfügen. Hier ist die Mindestanzahl der Spielgeräte beschränkt, während in den meisten Orten in der Steiermark zwischen 10 und 50 Automaten liegt, wurde die Anzahl der maximalen Spielgeräte in Graz auf 15 beschränkt.

Die Umsetzung der Gesetzgebung scheint unorganisiert

Die neue Gesetzgebung gilt, danach richten tun sich jedoch nicht alle Betreiber. So entsteht das Ungleichgewicht zwischen denen, die der neuen Regelung nachgekommen sind und ihre Spielgeräte abgebaut haben, denen die über eine Lizenz verfügen und Spielautomaten anbieten dürfen und denen, die ihr Angebot heuer illegal präsentieren. Aktuell ist noch nicht klar, wie viele Spielautomaten in der Steiermark illegal betrieben werden, einige Spielhallen scheinen aber die Automatenanzahl in ihren Etablissements aktuell sogar noch aufzustocken. Kontrollen gibt es kaum oder gar nicht und so sorgt die neue Regelung sogar unter den Betreibern für Diskussionen und Ärger.

Aufklärungskampagne für Schüler

Aufklärungskampagne für Schüler

Die steirische KPö jedoch fordert schon seit geraumer Zeit die Abschaffung des kleinen Glücksspiels. Zu Beginn des nächsten Jahres soll in der Region immerhin die Anzahl der Spielgeräte auf die Hälfte reduziert werden. Da das Verbot von Seiten der KPö bisher nicht durchgesetzt werden konnte, fordert diese nun eine Schulkampagne, mit der Aufklärung über Glücksspiel und die damit einhergehenden Gefahren geleistet werden soll.

Präventionsarbeit in Schulen

Die Spielsucht ist in der Steiermark ein brisantes Thema. Statistiken zu Folge sollen in der Region etwa 65.000 Menschen direkt oder indirekt von der Spielsucht betroffen sein. Die KPö fordert aus diesem Grund Maßnahmen, um gegen die Spielsucht vorzugehen. Zum Jahr 2016 soll zwar die Anzahl der Spielgeräte auf die Hälfte reduziert werden, allerdings soll gleichzeitig ein höherer Spieleinsatz an den Geräten möglich gemacht werden.

Statistisch wird deutlich, dass vor allem immer mehr junge Menschen von der Spielsucht betroffen sind. Die KPö fordert aus dem Grund mehr Präventions- und Aufklärungsarbeit leisten zu können. Hierzu wurde nun ein Antrag im Landtag gestellt, dass in Zukunft eine Aufklärungskampagne in Schulen gestartet werden kann.

Der Antrag der KPö wurde vom Landtag positiv aufgenommen und man sei gesprächsbereit. Laut Statistiken seien rund 45 Prozent der Spielsüchtigen zu Beginn der Sucht unter 18 Jahren gewesen. Es wird vermutet, dass es an dem großen Angebot im Bereich des Online Glücksspiels und im Bereich der Spielautomaten liegt. Daher ist die KPö überzeugt davon, dass man in Schulen bereits mit der Aufklärungsarbeit beginnen sollte, um so das Problem in den Anfängen anzugreifen. Der Landtag scheint den Vorschlägen gegenüber offen, so hieß es zumindest in einer Stellungnahme.

(Bildquelle:steiermark.orf.at)

Verbot des kleinen Glücksspiels in der Steiermark gescheitert

Verbot des kleinen Glücksspiels in der Steiermark gescheitert

Nach den neuen Regelungen sollen Einzelaufstellungen von Spielautomaten in der Steiermark ab dem Jahr 2016 verboten sein. Dies soll bewirken, dass in Gastronomiebetrieben und Gaststätten keine Automaten mehr zu finden sein werden. Um jedoch kein generelles Verbot damit zu bewirken, sollen ab 2016 Mini-Casinos erlaubt sein in denen auch der maximale Einsatz höher ausfallen soll, als bisher festgelegt.

Im Bundesgesetz ist geregelt, dass die Anzahl der Automaten auf ein Maximum von knapp über 1000 Spielgeräten beschränkt werden soll. Der maximale Spieleinsatz wurde auf einen Betrag in Höhe von zehn Euro festgelegt. Somit würden weiterhin Gelder aus dem kleinen Glücksspiel in die Staatskassen fließen, allerdings nicht mehr zu den Ländern und Gemeinden, sondern direkt zum Finanzministerium. In der Steiermark ist es geplant drei Lizenzen für jeweils 12 Jahre zu vergeben. Diese Lizenzen sollen es gestatten, Spielautomaten in sogenannten Mini-Casinos aufzustellen, jedoch die Aufstellung von Spielautomaten in Tankstellen und Gasthäusern verhindern.

Die Grünen und die KPÖ hatten in der Vergangenheit für ein generelles Verbot des kleinen Glücksspiels gekämpft. Allerdings wurde seitens der Regierung Druck auf diejenigen Ausgeübt, die ein Verbot in Betracht zogen, denn es wurde mit einer zentral gesteuerten Video Lotterie Terminal-Aufstellung gedroht, für die österreichweit nur eine Lizenz vergeben werden sollte.

Nun, da die KPÖ und die Grünen sich in der Steiermark gegen das generelle Verbot entschieden haben, bringt die Veränderung für das Land zwar eine Verbesserung, jedoch würde die Spielsuchtproblematik in den Augen der Politiker auf diese Weise nicht ausreichend bekämpft sondern eher noch verschlimmert werden.