Poker um die Casinos Austria

Poker um die Casinos Austria

Der Finanzminister Hans Jörg Schelling verfolgt weiterhin seine eigenen Pläne, bei denen es um die Komplettübernahme der Casinos Austria geht. Neben der Komplettübernahme steht bei Schelling außerdem ein eventueller, späterer Börsengang des Unternehmens im Fokus. Die Casinos Austria hatten in der Vergangenheit hohe Summen an Steuern abgeworfen. Dieser Fakt ist es wohl, der den Finanzminister dazu bewegt, für die Komplettübernahme des Unternehmens zu kämpfen.

Hochgerechnet könnte die Komplettübernahme der Casinos Austria für den Finanzminister Steuereinnahmen von mehr als fünf Milliarden Euro in zehn Jahren bedeuten. Mit einem Teil der Steuereinnahmen wird die Sportförderung finanziert, mit dem anderen Teil werden unter Anderem Senioren- und Kinderhilfe unterstützt. Auch stehen bei der Komplettübernahme die Arbeitsplätze im Fokus, die gehalten werden sollen.

Im Falle einer privaten Übernahme sei die Gefahr zu hoch, dass durch einen privaten Investor Teile des Unternehmens ausgelagert werden könnten. Die Drohszenarien sorgten dafür, dass Schelling die Verstaatlichtenholding öBIB damit beauftragt hat, die übernahme der Casinos-Anteile zu managen. Verantwortlich hierfür ist die neue ÖBIB-Chefin, Martha Oberndorfer.

Strategische Weiterentwicklungsoptionen

Bisher gab es weder von Seiten der ÖBIB-Chefin noch von Seiten der Casinos Austria eine Stellungnahme zu der Thematik. Aktuell werden durch die ÖBIB im Auftrag des Finanzministeriums strategische Weiterentwicklungsoptionen geprüft. Anhand dieser Analyse soll in Zukunft darüber entschieden werden, ob und welche zusätzlichen Anteile übertragen werden. Im Zuge der Diskussionen und der Pläne rund um die Anteile, sind die Preise für die Anteile bereits gestiegen. Das Pokern um die Casinoanteile kurbelt den Preis weiterhin an.

Fusion verspricht viel Gutes

Die Message des Bwin-IR-Chefs ist deutlich. Zusammen mit PartyGaming sei man nun der größte Anbieter im Netz überhaupt. Der Zusammenschluss mit der Konkurrenz aus Großbritannien soll im ersten Vierteljahr des folgenden Jahres beendet sein.

Ob das österreichische Unternehmen an endgültig von der Börse in Wien dann ganz verschwinden wird oder nicht oder lediglich noch ein Listing in der britischen Hauptstadt hat ist noch nicht klar.

Die Gespräche über ein zweites Listing seien noch nicht abgeschlossen. Es kam deshalb zur Fusion, weil die Größe in der Online Wettindustrie kostenbedingte Vorteile mit sich bringt, wie bei EDV oder Marketing. Der Merger sei dazu gedacht, schneller zum Ziel zu kommen, so der Chef des IR. Hier sagte er, dass die Rentabilität Vorrang habe.

Die Synergien, die aus der Fusion hervorgegangen sind, benennt er mit 55 Millionen Euro und diese Planung sei mit Sicherheit nicht übertrieben. Mit PartyGaming ist Bwin nun die Nummer Eins auf dem Markt, was Poker, Sportwetten, Casinos und Casinos, besonders Bingo, angeht.

Gemeinsam sieht man sich an groß genug an, um auf allen kontrollierten Märkten den Kampf um den ersten Platz zu beginnen, dabei will man als "House of Games" bekannt werden. Bei der Kontrolle oder Nichtkontrolle von bislang staatlichen Monopolen, denkt er, dass einiges nun ins Rollen gekommen ist und er konstatiert, dass man bereit sei zu beginnen, wenn der Eintritt auf dem Markt in den Vereinigten Staaten wieder offen sei.

Hier war man schon vor vier Jahren im Geschäft, bis der damalige Präsident Bush den von der Regierung initiierten "Unlawful Internet Gambling Enforcement Act" unterzeichnete. Dieser verbot es Kreditinstituten und Banken finanzielle Transaktionen mit den Wettanbietern im Netz und Casinos im Internet zu tätigen. Bwin entschied sich daraufhin, die USA zu verlassen, zumindest vorerst.

Der wiederholte Eintritt in die Vereinigten Staaten hat aber noch keine deutliche Zukunft, diese ist in der Alten Welt momentan besser. Im Hinblick auf das kontrollierte Umfeld und auf den aktuellen Richterspruch des EuGH könnte in der Bundesrepublik die Sportwetten als allererstes Segment kontrolliert werden.

Die sei mindestens der Kompromiss für viele Teilnehmer auf dem Markt, so der IR-Chef von Bwin. Für das skandinavische Land Dänemark geht man von einer Regulierung mit Beginn des nächsten Jahres aus. Auch von Spanien gibt es Anzeichen, dass das Land schon im Folgejahr eine Öffnung des Marktes erreichen könnte.

In den Vereinigten Staaten muss man zunächst die Wahlen kommen lassen, erst kann könne man besser sehen, ob es schon im nächsten Jahr eine Chance für den Markteintritt besteht. Die Argumente der Bejaher einer öffnung des Marktes scheinen bei den Politikern im Hinblick auf leere Staatskassen immer plausibler zu werden, dies würde zusätzliche Steuereinnahmen bedeuten.

Operativ war der bisherige Verlauf dieses Jahres besonders von der Zulassungserteilung in Frankreich und der Fußball-WM in Südafrika beeinflusst. Die Fußballweltmeisterschaft war aus Perspektive eines Anbieters von Wetten positiv, da die Resultate oft überraschend waren. In Frankreich war das Geschäft von Anfang an gut.

Die ersten Monate seien recht gut gelaufen. Der Chef hat die Hoffnung die Position auf dem Markt im Wettgeschäft Frankreichs mittels der gestarteten Liberalisierung weiter ausdehnen zu können. Für das gesamte Jahr 2010 rechnet bwin mit einer bereinigten EBITDA-Marge von 25 Prozent in Bezug auf die Nettoerträge aus dem Gaming.