Gesetz zur Bestrafung bei Sportwettenbetrug

Gesetz zur Bestrafung bei Sportwettenbetrug

In Zukunft soll es somit einfacher sein, Betrug bei Sportwetten strafrechtlich zu verfolgen und auch Manipulationen im Profisport als Straftat einzuordnen. Zuvor gab es noch Gesetzeslücken, durch die nicht alle Fälle von Betrug und Manipulation strafrechtlich verfolgt werden konnten. Durch den neuen Gesetzesentwurf sollen eben diese Gesetzeslücken geschlossen werden.

Im Folgenden gelten auch folgende Sachverhalte als Straftat:

– wenn Sportler im Zusammenhang mit einer Sportwette Geld für eine geplante Wettbewerbsmanipulation versprochen bekommen

– Vereinbarungen mit Trainern, Schieds-, Wertungs- oder Kampfrichtern

Auch unabhängig von Sportwetten sind Absprachen dieser Art im Bereich des Sports strafbar, da solche Manipulationen große finanzielle Auswirkungen für Sportler und Vereine mit sich bringen können.

Wo gilt der neue Gesetzesentwurf?

Der neue Gesetzesentwurf wurde so aufgestellt, dass sowohl in- und ausländische Sportwettbewerbe erfasst werden. Dies bedeutet, dass die Strafvorschriften Gültigkeit haben, egal ob Wettbewerbe im Inland oder im Ausland ausgetragen werden. Dies bedeutet gleichermaßen, dass bei einem Sportwettbewerb im Inland grundsätzlich deutsches Strafrecht gilt, auch wenn die Wettbewerbsmanipulation beispielsweise im Ausland vereinbart wurde.

Aufregung über Länderpläne – Kubicki kritisiert Glücksspiel

Aufregung über Länderpläne – Kubicki kritisiert Glücksspiel

Auch eine stärkere Bestrafung der illegalen Anbieter soll von nun an vorgenommen werden. Wolfgang Kubicki von der FDP bezeichnete dieses Vorhaben nun als Verzweiflungstat. Er gibt öffentlich an, dass diese Pläne in der Zukunft kaum umzusetzen seien. Die Glücksspielcommunity hofft nun aufatmen zu können.

In einem Interview erklärt Kubicki, warum er das Vorhaben als Verzweiflungstat bezeichnete. Die Verbote seien außerhalb der eigenen Landesgrenzen nicht durchsetzbar und auch die Einführung strengerer Strafen sei für Anbieter aus dem Ausland nicht durchsetzbar. Pläne dieser Art habe es in der Vergangenheit bereits gegeben, doch bisher seien diese immer gescheitert.

Auch die überprüfung des Zahlungsverkehrs halte Kubicki nach eigenen Angaben für utopisch, denn es müsste der gesamte Zahlungsverkehr dauerhaft durchleuchtet werden. Neben diesem Aufwand sei es kompliziert die Transaktionen auseinander zu halten, denn in Schleswig-Holstein gibt es 45 gültige Lizenzen für Online Anbieter und auch die 20 Sportwettenlizenzen Deutschlands sollten bald ausgegeben werden. Wie sollte hier unterschieden werden, welche Transaktion legal ist und welche unterbunden werden muss?

Eingriff in den Zahlungsverkehr

Nach Angaben des Innenministeriums in Hannover gäbe es bestimmte Angebote, die erlaubt werden können, zu denen z.B. Casino- und Pokerspiele im Internet und sogenannte Zweitlotterien jedoch nicht gehören. Die Länder würden bereits gegen unerlaubte Glücksspielangebote im Internet vorgehen, hier werden jeweils die Glücksspielaufsichtsbehörden aktiv.

Unabhängig voneinander gehen die Länder vielfach gegen die Anbieter selbst vor und entscheiden nach eigenem Landesgebiet. Erst wenn das Vorgehen gegen die Anbieter selbst keinen Erfolg mit sich bringt können die Glücksspielaufsichtsbehörden einen Eingriff in den Zahlungsverkehr in Form von Verboten zum Beispiel vornehmen. Die Entscheidung hierüber trifft das Land Niedersachsen, allerdings gebunden an die Entscheidungen des Glücksspielkollegiums der Länder.

Vorgetäuschte Straftat im Seven Casino Palace in Graz

Vorgetäuschte Straftat im Seven Casino Palace in Graz

Genau auf diese Art und Weise zogen die beiden Gauner den Clou durch, doch blieb dieser vorgetäuschte überfall nicht lange Zeit unentdeckt. Am 22. Dezember 2013 wurde die Straftat von den beiden Ganoven durchgeführt. Der Kellner wurde im Casino überfallen und konnte erst nach 15 min den Alarmknopf drücken, da er nach eigenen Angaben gefesselt gewesen sei. In der Zeit bis zur Alarmauslösung konnte der befreundete Dieb den Tresorraum leeren, die Vorstellung beider Freunde war tatsächlich glaubwürdig, fast schon filmreif.

Während die Vorstellung des überfalls offensichtlich gut durchgeplant und tatsächlich glaubwürdig war, waren die beiden Ganoven anschließend allerdings weniger vorsichtig. Am Tag danach wurde von Seiten des Kellners in einer Diskothek eine Champagnerparty für seine Freunde geschmissen.

In seinem Arbeitsumfeld war bekannt, dass der Kellner hohe Schulden hatte, da er auch als krankhafter Spieler bekannt war. Natürlich wurde aufgrund dessen Verdacht geschöpft, da der Kellner mit Geld nur so um sich zu schmeißen schien. Bei Nachforschungen stellten Beamte fest, dass sich der mutmaßliche Dieb als Gast auf der Party des Kellners befand und stellte somit deren freundschaftliche Verbindung fest.

Sowohl der 30 jährige Kellner als auch sein 20-jähriger Kumpane steckten beide bis zu beiden Ohren in Schulden fest. Die Spielsucht des Kellners war bekannt und dies war auch der Grund dafür, warum der junge Mann sich so hoch verschuldet hatte. Nachdem für die Beamten der Zusammenhang deutlich wurde, wurden beide Verdächtigen zum Verhör geladen. Beide Gauner waren geständig und gaben zu, den überfall vorab gemeinsam geplant zu haben. Die Geständigen wurden nicht in Haft genommen, da es sich bei der Straftat um einen Diebstahl, nicht aber um einen Raub handelte.

Spielsucht rechtfertigt keine Straftat

Spielsucht rechtfertigt keine Straftat

In diesem Fall ging es um eine Straftat eines 37-jährigen, die mit der Spielsucht des Angeklagten gerechtfertigt werden sollte. Hier wurde vor Gericht angegeben, dass dieser den überfall auf eine Spielhalle in Katlenburg nur aufgrund der eigenen Spielsucht durchgeführt habe.

Aufgrund des Vorfalls wurde der Täter zu vier Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft ging in Revision und versuchte das Urteil mit der Spielsucht abzumildern und den Straftäter lediglich in ein psychiatrisches Krankenhaus zu verweisen. Dieser Vorschlag würde jedoch von Seiten des Bundesgerichtshofs abgewiesen.

Der spielsüchtige ist vorab bereits mehrfach durch Straftaten in Verbindung mit der Spielsucht aufgefallen. Im Jahr 2004 wurden von dem jungen Mann zwei überfälle durchgeführt. Auch wurde der Mann wegen Fahnenflucht von Seiten der Bundeswehr entlassen. Der Spieler war spielsüchtig und unternahm einige Touren quer durch Deutschland, bei denen er zum Teil sein gesamtes Geld verspielte. Nach den überfällen konnte der Verurteilte nicht ermittelt werden, doch nach drei Jahren stellte sich der Spieler selbstständig. Trotzdem wurde der Spieler zu mehreren Jahren Haft verurteilt.

Der Spieler unterlag noch nach mehreren Therapieversuchen der Spielsucht. Vor Gericht sollte dies dazu beitragen, dass der Spieler nicht in Haft genommen wird. Das Gericht ließ sich jedoch nicht davon beeinflussen, denn die Tat an sich sprach für eine Verurteilung. Bei der Tat unterschlug der Spieler einen BMW bei einer Probefahrt und fuhr mit diesem mehrere Tage durch die Gegend. Zu dieser Zeit, im Mai 2012, erfolgte auch der Überfall auf die Spielhalle in Katlenburg.

Der Vorschlag von Seiten der Staatsanwaltschaft, den Spieler in eine psychiatrische Klink einzuweisen, wurde abgelehnt, weil ein Maßregelvollzug nicht die nötigen Mittel und Therapiemöglichkeiten aufweise, um Spielsüchtige entsprechend zu behandeln. Ein solcher Aufenthalt wäre in diesem Fall nur in Frage gekommen, wenn die Spielsucht sich maßgebend auf die Persönlichkeit des Spielers ausgewirkt hätte. Da dies nicht der Fall gewesen sei, wurde hier pro Freiheitsstrafe entschieden.

Rene Schnitzler manipulierte Fußballspiele – wie kam es dazu?

Der seit Jahren Spielsüchtige Fußballprofi Rene Schnitzler vom Fußballclub St. Pauli geriet durch ungünstige Umstände in den Sog der Wettmafia. Um seine eigenen Spielschulden zu begleichen stieg er ein, in das Geschäft der Manipulation von Fußballspielen. Schon nach dem ersten Mitwirken an der Manipulation, war Rene Schnitzler hineingeraten.

Der Betrugsskandal in den Rene Schnitzler verwickelt ist sorgte für Aufruhr und wird derzeit verhandelt. Der Fußballprofi bereut seine Tat und entschuldigt sich für sein Verhalten. Er hat eine Straftat begangen und damit sein eigenes Leben zerstört, so er selbst. Der Betrugsskandal umfasst insgesamt 200 Manipulationen, die durch die Wettmafia organisiert wurden und in die zahlreiche Spieler, Schiedsrichter und Trainer verwickelt waren. All die Verdächtigen wurden im vergangenen Jahr festgenommen.

Schnitzler selbst erklärt sein unangemessenes Verhalten mit seiner eigenen Spielsucht. Seitz seinem 18 Lebensjahr ist er der Spielsucht verfallen und ist fast jeden Tag zum Spielen ins Casino gegangen. Wenn man einmal angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören, so der Fußballspieler. Durch die Spielsucht habe er sich selbst hoch verschuldet und hat das Angebot der Wettmafia als Chance gesehen, seine Schulden zu begleichen.

Eine Spielmanipulation hat Rene Schnitzler zugegeben, verdächtigt wird er allerdings zusätzlich wegen 4 weiteren. Der 25jährige Fußballstar hat nun Angst vor der gerichtlich festgelegten Strafe. Egal ob Gefängnis oder Geldstrafe, Schnitzler hat Angst vor dem Urteil.

Seine erste Maßnahme, um seine Entschuldigung für den gesamten Vorfall zu entschuldigen, ist die Therapie, die er nun begonnen hat, um gegen die Spielsucht anzukämpfen. Das ist der erste Schritt zur Besserung und ein guter Schritt, um sein Leben wieder in die richtige Bahn zu lenken.