Erst Vierfachmord, dann Glücksspiel

Erst Vierfachmord, dann Glücksspiel

Die bisherigen Fakten rund um den Vierfachmord um Rupperswill geben jedoch in vielerlei Hinsicht Fragen auf. Vor allem der vermeintliche Täter scheint den Ermittlern ein großes Rätsel zu sein.

Der 33-jährige Mann gestand den Vierfachmord von Rupperswill. Weitere Angaben, die der angebliche Mörder jedoch tätigte, scheinen nicht der Wahrheit zu entsprechen. So gab der Verdächtige beispielsweise an, an der Universität Zürich Medizin studiert zu haben. Dies stimmte jedoch nicht, auch wenn der vermeintliche Täter sich für den Studiengang beworben hatte, so hat er diesen wieder zurückgezogen. Der Verdächtige lebt noch bei seiner Mutter, was er jedoch tagein tagaus gemacht hat, dies bleibt aktuell noch weiterhin ein Rätsel.

Casinobesuch als Ablenkung

Auch wenn die aktuell zusammengetragenen Fakten den Ermittlern lediglich Fragen aufgeben, so ist eins bereits klar. Der geständige hat am Tag nach der Tat mit Freunden aus seinem Fußballclub das Casino Zürich besucht, vor Ort im Grillrestaurant gegessen und dann angeblich sogar einiges an Geld verzockt. Aus Datenschutzgründen wurde hierzu von Seiten des Casinos jedoch vorerst keine nähere Angabe gemacht. Möglich ist es jedoch durchaus, denn bei der Tat hatte der Täter den Ermittlern zu Folge insgesamt einen Betrag in Höhe von über 10.000 Franken mitgehen lassen.

Das strengste Spielhallengesetz auf dem Prüfstand

Das strengste Spielhallengesetz auf dem Prüfstand

Bei der Anziehungskraft alleine bleibt es jedoch meistens nicht, sondern die Spieler verlieren viel Geld an den Spielgeräten und manchmal auch sich selbst. Das Suchtpotenzial in Spielhallen ist groß, dementsprechend stellen die Spielautomaten eine große Gefahr für die Berliner dar. Genau aus diesem Grund wurde im Jahr 2011 ein Spielhallengesetz verabschiedet, welches deutschlandweit als das strengste gilt. In diesen Tagen wird bereits davon geredet, dass dies nur der erste Schritt gewesen sei und die Gesetzgebung noch einmal überarbeitet werden soll. Das bereits strengste Gesetz soll verschärft werden, um so im Kampf gegen die Spielhallen weitere Erfolge verbuchen zu können.

Für Spielhallenbetreiber in Berlin brechen harte Zeiten an

Nachdem das strenge Gesetz im Jahr 2011 verabschiedet wurde, wurde das Geschäft für die Spielhallenbetreiber immer schwerer. Allerdings im ersten Schritt vorrangig für diejenigen, die über die Eröffnung einer neuen Spielhalle nachdachten. Hierbei kamen bereits die strengen Regelungen zum Einsatz. Die Betreiber, die bereits über Konzessionen verfügten, hatten erst einmal nichts zu befürchten, erst in diesem Jahr brechen harte Zeiten für diese an. Von damals 58 Spielhallen sind heute noch 47 in dem Bezirk Spandau geöffnet, die Zahl soll mit dem Auslaufen des Bestandschutzes Ende Juli noch weiterhin sinken. Wie können die Spielhallenbetreiber ihren Betrieb vor Ort aufrechterhalten?

– Beantragung einer neuen Konzession bis zum 5. Juli 2016

– Ordnungsamt prüft, ob ein Sachkundenachweis vorliegt und ob die Abstände zu anderen Spielhallen und zu Schulen eingehalten werden

– künftig darf ein Standort nur noch eine Spielhalle beherbergen

– bis zum 31. Juli 2016 wird der aktuell noch bestehende Bestandsschutz erlöschen

Es wird davon ausgegangen, dass in Spandau weitere Spielhallen schließen müssen. Mit der Gesetzgebung erlangen Regelungen Gültigkeit, die das Leben der Betreiber deutlich schwerer machen werden. Zu diesen Regelungen zählen folgende:

– Mindestabstandumsetzungsgesetz

– häufigere Kontrollen

– Bußgeld wird von 50.000 auf 500.000 Euro verzehnfacht

– Automaten für Bargeldabhebung in und an der Spielhalle sind künftig verboten

– landesweites Sperrsystem für Spielsüchtige

– Werbung im Schaufenster und im Umfeld ist untersagt

– Imbisse mit Geldspielautomaten müssen ihre Geräte auf zwei reduzieren

Politiker gehen davon aus, dass diese strengen Regelungen dazu führen werden, dass die Anzahl der Spielsüchtigen, die bereits bei 50.000 Personen in Berlin liegt, sinken wird. Darüber hinaus hoffen die Politiker, dass sich langfristig auch das Stadtbild verschönern wird. Für die Betreiber hingegen bedeuten die Regelungen in vielen Fällen, dass sie ihr Geschäft aufgeben müssen und manchmal sogar die eigene Existenz verlieren.

Forschungsstelle Glücksspiel an der Uni Hohenheim

Forschungsstelle Glücksspiel an der Uni Hohenheim

Die wissenschaftliche Untersuchung eines weiten Bereichs der Spiele und Wetten unter verschiedenen Gesichtspunkten ist eines der wichtigsten Ziele. Hierbei sollen vor allem rechtliche, ökonomische, mathematische, soziale, medizinische und psychologische Fragestellungen mit einfließen.

Die Forschungsstelle Glücksspiel der Universität Hohenheim besteht seit dem Jahr 2004. Bei der Forschungsstelle handelt es sich um eine unabhängige universitäre Einrichtung. Die Mitglieder der Forschungsstelle sind Wissenschaftler, die aus verschiedenen Schwerpunktbereichen kommen. Die Schwerpunkte liegen hier in erster Linie bei folgenden Themen:

– öffentliches und Bürgerliches Recht

– Ordnungs- und Verbraucherpolitik

– Mathematik und Statistik

– Finanzwissenschaft und Steuerlehre

– Wirtschaftstheorie

– Kommunikations- und Informationswissenschaften

– Haushalts- und Genderökonomik

– Marketing

– Spieltheorie

– Statistik und ökonometrie

– Psychologie

– Medizin

Alle Schwerpunktthemen der Wissenschaftler werden bei der Forschungsstelle Glücksspiel mit dem Bereich Glücksspiel in Verbindung gebracht. Die Expertise aus den Schwerpunktbereichen fließt somit in die vielfältigen Bereiche der Glücksspielforschung mit ein.

Mehr Sex durch Glücksspiel?

Mehr Sex durch Glücksspiel?

Vor allem bei Jugendlichen ist diese Spielvariante nicht unpopulär. In Amerika gibt es verschiedene Studien, die sich mit dem Thema des Zusammenhangs zwischen Sex und Glücksspiel beschäftigen. Bei diesen Studien gilt es herauszufinden, ob beide Dinge in Verbindung zueinander stehen oder sogar Einfluss aufeinander nehmen.

Gerade in der Pubertät tendieren viele Jugendliche dazu, Neues auszuprobieren und besonders interessiert an den Dingen zu sein, die eigentlich Erwachsenen vorbehalten sind. Was verboten ist, macht bekanntlich mehr Spaß. Oftmals denken junge Erwachsene nicht über die möglichen Folgen nach und sind daher in vielen Fällen risikofreudiger als Erwachsene.

Bei der Studie von Forschern an der Mailman School of Public Health und der Johns Hopkins University wurde der Zusammenhang der sexuellen Verhaltensweisen und dem Glücksspiel bei der afro-amerikanischen Jugend in neun Grundschulen in der amerikanischen Großstadt Baltimore analysiert. Vor allem wurden hierbei Verhaltensweisen untersucht, die mit unbeabsichtigten Folgen verknüpft sind. Bei sexuellen Aktivitäten handelt es sich hierbei um ungewollte Schwangerschaften oder Infektionskrankheiten, beim Glücksspiel um Geldverlust und Verschuldung.

Jugendliche besonders gefährdet

Das Ergebnis der Forscher ist ziemlich eindeutig, denn dies zeigte auf, dass bereits die Hälfte der Probanden bereits vor Erreichen der Volljährigkeit gespielt hatten. In Bezug auf den Zusammenhang zum Glücksspiel wurde bei den Ergebnissen deutlich, dass weit mehr Probanden, die bereits sexuelle Erfahrungen hatten, bereits am Glücksspiel teilgenommen hatten, weniger Spieler gab es hingegen unter denjenigen, die sexuell bis dahin noch nicht aktiv geworden waren.

Dieses Verhalten von Jugendlichen und die Risikofreude sind gerade in Bezug auf das Glücksspiel besonders gefährlich. Hier wird deutlich gemacht, dass der Jugendschutz in Bezug auf das Glücksspiel eine große Rolle spielt, vor allem in Verbindung damit, dass risikofreudige Jugendliche auch schnell sexuell aktiv sind, ohne sich über mögliche Folgen Gedanken zu machen. Information und Prävention seien an dieser Stelle besonders wichtig und müsse stärker unterstützt werden, so die Forscher.

Harte Strafen für überteuerte Lottoangebote

Harte Strafen für überteuerte Lottoangebote

Eigentlich beträgt der Originalpreis der Lotterielose eine Summe in Höhe von 80 Baht. Auf den Straßen werden die Lottoscheine allerdings für Preise zwischen 100 und 120 Baht verkauft. Dies soll nun strenger kontrolliert werden und so wurden Strafen ausgesetzt, die den Verkäufern blühen, wenn sie die Lottoscheine teurer verkaufen. Die Strafen fangen bei Geldstrafen in Höhe von 10.000 Baht an und können bis zur einmonatigen Gefängnisstrafe gehen.

Der Grund für den überteuerten Verkauf von Lotterielosen ist der, dass die Lottoscheine erst einmal durch mehrere Hände gehen. Jede dieser Hände möchte an den Lottoscheinen mitverdienen, so kommt es zu dem überteuerten Angebot der Lottoscheine, denn nur so verdienen die Verkäufer auf den Straßen damit auch etwas. Nun soll jedoch in Bezug auf den Losverkauf härter durchgegriffen werden. Bisher drückte die Polizei an einigen Stellen gerne einmal ein Auge zu, doch dies soll in Zukunft auch nicht mehr vorkommen. Daher wurden die Soldaten angewiesen, auch die Verstöße der Polizisten genau zu beobachten und dagegen vorzugehen.

Neuer Fond für Prävention

Es wurde ein Fond gegründet, mit dem in Zukunft Suchtprävention gefördert und Studien über spielbezogene Probleme finanziert werden sollen. Auch Hilfsangebote sollen aus diesem Fond finanziert werden können. Ein Teil des Geldes, welches durch den Kartenverkauf und die über die Jahre anfallenden Zinsen eingespielt wird, soll in den Fond gesteckt werden. Somit entfallen 60 Prozent des Geldes auf den Preis der Lose, 20 Prozent sollen in die Staatskasse wandern, 17 Prozent werden in die Verwaltungs- und Vertriebskosten investiert und somit bleiben etwa 3 Prozent übrig, die in den Font fließen sollen.