Das Leben eines Spielsüchtigen (Update)

Das Leben eines Spielsüchtigen (Update)

Im Zusammenhang mit dem Glücksspiel ist die Spielsucht immer ein brisantes Thema. Viele Spieler glauben selbst ganz weit entfernt von der Spielsucht zu sein, doch wie bemerkt man selbst, dass man der Sucht verfallen ist? Was denkt man beim Spielen? Hofft man auf den großen Gewinn? Warum wird man süchtig?

Fragen über Fragen, die eigentlich nur ein Betroffener beantworten könnte. Erschreckend ist es dann jedoch, wenn ein Spielsüchtiger selber die Gefahren ganz genau kennt, sich der Sinnlosigkeit des Zockens bewusst ist und dennoch nicht damit aufhören kann. Nachdem die Übergangsfrist Ende Juni ausgelaufen ist, gelten seit dem 1. Juli 2017 nun strengere Gesetze für Spielhallen. Viele Spielhallten mussten oder müssen noch schließen. Die Verringerung des Angebots soll dabei helfen, die Spielsucht zu bekämpfen und auf diesem Weg die Nachfrage einzudämmen.

Zocken wie ein Sportler

Wenn die Spielsucht erst einmal präsent ist, dann haben die Spieler kaum noch Kontrolle über das eigene Handeln. In Spielhallen wird gezockt was das Zeug hält. Auch die Sicherheitspausen an den Spielautomaten sind für eingefleischte Zocker einfach zu umgehen, denn die Spieler können gleich an mehreren Automaten gleichzeitig daddeln oder die fünfminütige Pause zum Rauchen nutzen. Einige Spieler verzocken 50 bis 100 Euro pro Abend in der Spielhalle. Getrieben werden die meisten der Süchtigen von der Möglichkeit hierbei Geld zu gewinnen. Das daddeln selber ist nicht mit Freude verbunden, obwohl das klicken und rattern der Automaten auf einige Spieler nach einiger Zeit eine beruhigende Wirkung haben kann.

Risikofaktoren für die Spielsucht

Verschiedene Studien zeigen auf, dass es oftmals vor allem bildungsfremde junge Männer sind, die der Sucht verfallen.

Als Risikofaktoren gelten:

  • Arbeitslosigkeit
  • Migrationshintergrund
  • finanzielle Probleme

Kampf gegen Spielsucht

Während die Spieler, die der Sucht verfallen sind, die Möglichkeit haben, sich von Suchtberatungsstellen helfen zu lassen, um der Sucht zu entkommen, versucht die Regierung es auf eine ganz andere Art und Weise. Die Vorschriften für Spielhallen wurden verschärft.

Neue Regelungen:

  • maximale Aufstellung von 48 Automaten verteilt auf vier Konzessionen
  • Mindestabstand zwischen Spielhallen von 250 Metern
  • Schließung der Spielhallen für täglich mindestens sechs Stunden
  • das Mindestalter wurde von 18 auf 21 Jahre heraufgesetzt
  • bessere Schulungen für Mitarbeiter

Es bleibt nun abzuwarten, ob diese Regelungen Besserung mit sich bringen. Gleichzeitig gibt es immer noch die Problematik mit den illegalen Glücksspielangeboten, bei denen der Spielerschutz aktuell nicht gewährleistet werden kann.

Behandlung der Spielsucht

Behandlung der Spielsucht

Auf der Webseite www.check-dein-spiel.de wird von Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Lotto- und Totoblock (DLTB) ein Selbsttest angeboten, mit dem die Spieler selbst feststellen können, ob sie bereits ein problematisches Spielverhalten an den Tag legen oder nicht.

Bei den Spielern ist das Bewusstsein, dass die Spielsucht eine große Gefahr darstellt, bereits angestiegen. Dies ist auch den Institutionen zu verdanken, die entsprechende Aufklärung anbieten. Auch bei dem Selbsttest, wird der Spieler, bei dem als Ergebnis ein problematisches Spielverhalten herauskommt, auf andere Internetseiten geleitet, wo Hilfsangebote und Handlungsmöglicheiten für betroffene Spieler dargestellt werden.

Aufklärung über das Thema Spielsucht können die Betroffenen aber auch die Angehörigen auch unter der entsprechenden, kostenlosen Servicenummer des BZgA erhalten. Hilfsangebote in der Nähe des Betroffenen werden diesem von den geschulten Mitarbeitern am Telefon dargestellt. Die Suche nach Suchtberatungsstellen in der eigenen Umgebung steht den betroffenen Spielern auch online zur Verfügung.

Neben Suchtberatungsstellen gibt es für spielsüchtige Spieler weitere Hilfsangebote, die durch verschiedene Institutionen zur Verfügung gestellt werden. Für manche Spieler ist eine Selbsthilfegruppe die richtige Methode, um gegen die eigene Spielsucht vorzugehen. Auch Online werden Direkthilfen angeboten, die die betroffenen Spieler kostenlos nutzen können. Hier wird den Spielern die entsprechende Anonymität geboten, die für viele ausschlaggebend sein kann, um überhaupt den Versuch zu starten, von der Spielsucht loszukommen.

Vermehrte Hilfegesuche bei Suchtberatungsstellen

Vermehrte Hilfegesuche bei Suchtberatungsstellen

Im letzten Jahr waren es 19.5000 Menschen, die Hilfe in den entsprechenden Stellen suchten. Die Zahl zeigt deutlich auf, dass die Anzahl der Hilfesuchenden enorm angestiegen ist. Im Vergleich zum Vorjahr suchten im letzten Jahr etwa 16 Prozent mehr Personen nach entsprechender Hilfe.

Die Höhere Nachfrage in den Suchtstellen zeigt deutlich auf, dass auch die Anzahl der von der Spielsucht getroffenen Spielern angewachsen sei. Laut einer entsprechenden Suchtstatistik seien die Gründe für die stetig anwachsende Spielsucht die Spielhallen mit den vielfältigen Spielautomaten. Dier Betroffenen selbst geben an, dass die Spielautomaten der Grund für die Spielsucht seien. Die Spielautomaten sind vermehrt in den entsprechenden Spielhallen aber auch immer noch in Gaststätten vorzufinden. Hier können die Spieler direkt drauf losspielen, was für viele Spieler einen enormen Reiz darstellt.

Experten gehen davon aus, dass die im Jahr 2006 veröffentlichte Spielverordnung zum Teil Mitschuld daran trägt, dass die Anzahl der Spielsüchtigen enorm angestiegen sei. Die Spielverordnung wurde von Seiten der Bundesregierung ausgearbeitet und nachdem nun die Anzahl der Spielsüchtigen immer weiter ansteigt, wird darüber nachgedacht, ob eine Neuregelung des Gesetzes in Betracht gezogen werden kann.

Die Spielsucht entwickelt sich im Laufe der Jahre und so kommt es dazu, dass die Sucht erst nach einigen Jahren so ausgeprägt sein kann, dass die Betroffenen sich entsprechende Hilfe suchen.

Spielhallenanstieg in St. Veit

Spielhallenanstieg in St. Veit

Die Politiker können nicht dagegen vorgehen, da offensichtlich keine Regelungen hierfür zur Verfügung stehen.

Der St. Veiter Gemeinderat Klaus Leitgeb beklagt sich über die Spielhöllen, die wie Pilze aus dem Boden wachsen. Erst kürzlich eröffnete erneut eines dieser Lokale, welches sich nun in der Völkermarkter Straße befindet.

Diese nicht zu stoppende Ansiedlung der Spielhallen hat für manche Personen schwerwiegende Folgen. Nicht nur diejenigen, die aufgrund der Spielhallen der Spielsucht verfallen, sondern darüber hinaus auch für deren Angehörige. Meist betrifft die Spielsucht einer Person auch das nähere Umfeld, also vor allem auch Familie und Freunde.

Die Aufstellung von Spielautomaten und die Eröffnung eben solcher Spielhallen fallen unter den Zuständigkeitsbereich des Bundes bzw. des Landes. Die Regierung kann dagegen nicht vorgehen, da die Angelegenheit nicht in den eigenen Zuständigkeitsbereich fällt. So ist in diesem Fall auch der Bürgermeister Gerhard Mock machtlos.

Er gibt an, dass es am Besten sei, wenn es gar keine Spielhallen in St.Veit gäbe. Vor allem seien die Lokalitäten gefährlich für Personen, die über wenig finanzielle Mittel verfügen. Die Spielsucht und deren Folgen betreffen dann vor allem die Süchtigen selber als auch die Angehörigen der Spielsüchtigen.

In St. Veit musste in der Vergangenheit die steigende Anzahl der Spielhallen vermerkt werden. Doch nicht nur hier wurde ein Anstieg bemerkt, sondern auch die Anzahl der Spielsüchtigen ist in der Vergangenheit gestiegen. In St. Veit gibt es bereits sieben Spielhallen, die jeweils an ein angrenzendes Lokal geknüpft sind. Die Spielsüchtigen bekommen Hilfe in den entsprechenden Suchtberatungsstellen, wovon es in Kärnten drei Stück gibt: in Klagenfurt, in Villach sowie in Treffen.

Die Stadtoberhäupter von St. Veit würden es natürlich lieber sehen, wenn diese Suchtberatungszentren gar nicht nötig wären, sondern wenn die Spielhallen einfach verboten würden und die Suchtgefahr für die Bevölkerung dadurch geringer würde.