Therapieplätze im Norden verdoppelt

Therapieplätze im Norden verdoppelt

Doch wie das Beispiel in Nordfriesland zeigt, gibt es nur wenige Therapieplätze. In Nordfriesland gab es vor kurzem nur 12 Plätze, die jedoch nun aufgrund der hohen Nachfrage auf 24 Plätze erhöht wurden.

Statistiken ergaben, dass es in Deutschland rund 20.000 spielsüchtige Spieler gibt. Diese Spieler seien jedoch nicht alle dem Glücksspiel verfallen, sondern auch Süchtige von Computerspielen werden in dieser Zahl mit zusammengefasst. Die Anzahl der Spielsüchtigen hat sich im Laufe der letzten Jahren enorm erhöht und so wurden die Therapieplätze auch in der Rehabilitations-Abteilung der Fachkliniken in Nordfriesland zu wenig, für die vielen Spieler, die sich helfen lassen wollen.

Die Spielsucht wird in der heutigen Zeit als psychische Krankheit anerkannt. Die Sucht kann für die Spieler und auch deren Angehörige weitreichende Folgen haben. Eine dieser Folgen ist oft die extrem hohe Verschuldung der Betroffenen und deren Familien, von der die meisten der Spielsüchtigen betroffen ist.

Wie bei anderen Süchten auch können die Betroffenen es nicht zugeben und auch vor sich selbst nicht eingestehen, dass sie an der Spielsucht leiden. Diejenigen, die freiwillig an einer Therapie teilnehmen, sind äußerst selten, denn die meisten Spieler wollen die eigene Spielsucht nicht wahr haben.

Für diejenigen Spielsüchtigen, die sich freiwillig an eine der Beratungsstellen wenden, sind die Aussichten auf Erfolg ziemlich gut. Bei Alkoholabhängigen zum Beispiel besteht auch nach einer Therapie noch die Gefahr, dass die ehemaligen Patienten rückfällig werden, wenn sie wieder in ihrem gewohnten Umfeld.

Rund 70 Prozent der Spielsüchtigen, die sich in Behandlung begeben haben, sind danach geheilt oder deren Sucht hat sich erheblich verbessert, anders also als bei anderen Suchterkrankungen.

Die Therapie in Nordfriesland dauert für die Suchterkrankten ungefähr sieben Wochen. Die Krankenkassen übernehmen die Therapien für die Spielsüchtigen, sofern die Therapie von einem Arzt oder einem Therapeuten der Einrichtungen angeordnet wird.

Im Norden des Landes ist die Klinik in Nordfriesland die einzige, die die Suchterkrankung der Medien- und Spielsucht behandelt. Die Anzahl der Plätze wurde nun auf 24 Plätze erhöht und dennoch ist die Warteliste sehr lang.

Neue Erkenntnisse in der Glücksspielsucht

Glücksspielsucht ist, wie die meisten Suchterkrankungen auch eine schwierige Thematik. Doch sie ist ein Problem, mit dem man sich auseinandersetzen sollte. Dies sollte man besonders dann tun, wenn man sich selbst gern im Online Casino tummelt, bei Sportwetten mitmacht oder regelmäßig Lotto spielt.

Wenn man gerne spielt, sollte man sich immer beobachten, denn verantwortungsbewussten Spielen trägt dazu bei, eine Sucht zu bekämpfen. Forscher der Universität in Barcelona haben nun herausgefunden, dass es vier verschiedene Arten von zwanghaftem Spiel gibt und rückten die Spielsucht in eine neues Licht.

Im "Canadian Journal of Psychiatry" haben die Forscher die Resultate der Studie vor kurzem öffentlich gemacht. Das Resultat ist klar wie Kloßbrühe.

Bislang wurden die verschiedenen Suchtkranken in eine Schublade gesteckt, dabei gibt es hier Differenzierungen.

Man benötige unterschiedliche therapeutische Maßnahmen für jede Art von Spielsüchtigen, so die Leiterin der Studie. Nur so könne man während der Behandlung überhaupt sicherstellen, dass die verschiedenen Bedürfnisse der Patienten Rücksicht finden.

Auch eine Mitarbeiterin der Abteilung Glücksspielsucht der Klink für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charite Berlin sagt, dass in der Behandlung von Suchtkranken besonders zwei Arten vorkommen. Für den einen Typus stelle das Spiel ein Arzneimittel dar und für den anderen eine Stimulation.

Beim ersten Typus wird das Spiel, sei es Glücksspiel oder eine andere Art des Spiels, dazu benutzt, eine Angst zu verstecken oder eine Depression zu vermeiden. Das Spiel wird hier als Fluchtmittel angewendet und zur Umgehung von Problemen. Hier findet man häufig auch weibliche Spieler, obwohl die Spielsüchtigen in aller Regel männlich sind.

Zum zweiten Typus zählen Menschen, die den "Kick" brauchen. Diese holten sich ihr Spannungsbedürfnis mit dem Spiel um Bares. Bei ihnen sei das Hoffen und Beten besonders wichtig, was beim Roulette oder bei Sportwetten aber weniger bei den Spielautomaten vorkommt, so die Mitarbeiterin.

Für die Psychologen und Therapeuten stellt das Thema der verschiedenen Suchtcharaktere einen wichtigen Aspekt dar, weil diese den Behandlungsprozess beeinflussen. Bislang diagnostizierte man bei den Suchtkranken eine Störung der Impulskontrolle und sie wurden auf dieser Basis behandelt.

Doch in der Fachwelt ist diese Methode nicht mehr unumstritten, weil bei den Kranken große Unterschiede vorhanden seien. Dies habe die Studie der Universität Barcelona bekräftigt. In Zukunft soll deswegen eine Kategorie im Bereich "Verhaltens- und Substanzsüchte" eingerichtet werden, hier soll auch die Spielsucht enthalten sein.

Auf dieser Basis könne die Effektivität der Behandlungen besser erforscht, Medikamente zur Vorbeugung von Rückfallen kontrolliert und Übernahme der Ausgaben besser gemacht werden.

Vorbeugungsarbeit in Schulen sei denkbar und Glücksspieler hätten besseren Zugriff auf Hilfsangebote, so die Mitarbeiterin der Charite. Zudem müsse auch die Gesellschaft für diese Thematik sensibilisiert werden. Glücksspielsucht sei eine Krankheit, die nicht mit zusammennehmen und weniger spielen zusammenhänge.