Das neue Geldspielgesetz in der Schweiz

Das neue Geldspielgesetz in der Schweiz

Auch Suchtexperten haben eine klare Meinung zum Thema Geldspielgesetz. Geschätzte 300 Millionen Franken bis 700 Millionen Franken werden in Schweizer Online Casinos umgesetzt. Nun soll es die Aufgabe von Schweizer Casinos sein, die Internetglücksspiele an die Hand zu nehmen. Der Ständerat debattiert das neue Geldspielgesetz nun, der Entscheid ist aktuell noch ausstehend. Spezialisten für Suchtprävention finden das neue Gesetz mangelhaft.

Der 30 jährige Pokerspieler Stefan Huber hat im Jahr 2006 mit dem Pokerspielen begonnen, während des Studiums. Mit dem Pokertalent hat der heutige Pokerprofi sich sein Studium finanziert. Stefan Huber hat auch nach dem Studium zu 100 Prozent auf Online Poker gesetzt. Ab und zu hat er Lust, seinen Gegnern in die Augen zu sehen und Karten in die Hand zu nehmen. Im Casino ist das Pokern seiner Meinung nach sozialer, aber Stefan Huber spielt im Endeffekt lieber Online, denn hier kann man mehrere Tische gleichzeitig spielen und das Pokerspiel ist schneller.

Ohne Geld kann dort auch gespielt werden, doch dies erweckt kein Interesse bei Huber. Online Turniere können 12 Stunden dauern. Im Schnitt spielt er 35-40 Stunden pro Woche, was unregelmäßige Arbeitszeiten und unregelmäßiges Einkommen bedeutet. Während man einmal im Monat 20.000 verlieren kann mit mehreren Turnieren, spielt man in einem anderen Monat nur ein Turnier, welches man mit 30.000 Euro gewinnt. Bei einem solchen Beruf ist es nach Angaben von Huber wichtig ein entsprechendes Risikomanagement zu haben. Er selber setzt immer nur einen Anteil von Reserven aufs Spiel. Wie steht es hierbei um die Suchtgefahr? Das habe er hinter sich, er spiele nicht mehr in seiner Freizeit Poker, sondern Poker sei ausschließlich sein Beruf und seine Freizeit nutze er für andere Dinge.

Wie viel Prävention ist genug?

Die neue Gesetzgebung wirkt sich wahrscheinlich auch auf Online Glücksspiel für Stefan Huber aus. Wenn es durchgesetzt wird, dann könnte Huber in der Schweiz legal Online Poker spielen und müsste nicht auf ausländischen Seiten spielen. Er glaubt, dass bei Turnieren der Hauptgewinn dann niedriger ausfallen würde, dafür denkt er, dass das Einkommen auf diesem Weg konstanter werden könnte.

Suchtexperten sehen das Grundproblem nicht direkt beim Glücksspiel über Online Webseites von Schweizer Casinos, sondern in der Verschiebung der Problematik. Spielerschutz könnte hier zulegen, Suchtexperten sind aber unsicher, inwieweit Spieler dieses Angebot nutzen würden. Aus diesem Grund wird von Seiten der Suchtexperten mehr Geld für Prävention gefordert. Bisher hatten die Kantone diesen Auftrag, dieser soll nun jedoch neu definiert werden, allerdings sind hierbei keine weiteren Aufwendungen für den Markt vorgesehen. Suchtexperten wollen Spielerschutz mit Qualität bewirken. Mit den Präventionsgeldern kann viel bewirkt werden, allerdings könnte immer auch noch mehr getan werden. Betroffene Personen sind nur die Spitze des Eisberges, aber Prävention bedeutet ja auch, das Problem therapeutisch anzugehen und vorsorgliche Maßnahmen zu ergreifen. Mit dem Geldspielgesetz will der Bund auf eine Kommission zur Prävention verzichten.

Suchtexperten forderten eine solche Kommission, weil sie so auf direkte Kommunikation hofften und die Kommission durch Berichterstattung direkt mit dem Bundesrat zusammenarbeiten sollte. Die Kommission sollte dafür verantwortlich sein, den Markt zu beobachten und Analysen aufzubereiten, um den Status Quo auf nationaler Ebene zu erfassen. Beobachtung, Berichte, Maßnahmen und Umsetzung. Kommission sollte entscheiden, welche Maßnahmen notwendig wären und würde dann von Seiten des Bundes entsprechenden Rückhalt bekommen. Finale Entscheidungen bezüglich des Geldspielgesetzes stehen noch aus, auch wenn bereits jetzt ganz klare Tendenzen zu erkenn sind.

Faszination Roulette

Faszination Roulette

Sogar bei Personen, die noch nie ein Glücksspiel ausprobiert haben, ist das Roulettespiel bekannt. Die Beliebtheit und Berühmtheit des Spiels führt dazu, dass der Boom beim Roulette nie abzureißen scheint. Aktuellsten Studien zu Folge erfreut sich das Roulettespiel seit einigen Jahren sogar weiterhin steigender Beliebtheit.

Gründe für den Roulette-Boom:

– leichte Grundregeln

– relativ gute Gewinnchancen

– schnelle Runden

Die Regeln des Roulettspiels sind schnell erklärt, genau deshalb ist das Roulettespiel im Casino auch besonders beliebt bei unerfahrenen Spielern. Mit dem Setzen auf eine Farbe, Rot oder Schwarz, ist zum einen als Spieler nicht viel falsch zu machen und zum anderen liegt die Chance auf einen Gewinn hier fast bei 50-50, wenn die grüne Null einmal ausgeklammert wird. Weitere Wetten, wie das Setzen auf Gerade-Ungerade oder auf eine bestimmte Zahl, sind ebenso einfach. Wer sich für das Wetten auf eine bestimmte Zahl entscheidet, der kann zwar einen entsprechend höheren Gewinn abräumen, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit auf diesen nicht mehr so hoch, wie bei der einfachen Farbwette.

Auch Roulette kann zur Gefahr werden

Beim Roulette unterscheidet man zwischen dem klassischen französischen Roulette und dem amerikanischen. Das französische Roulettespiel bietet die Zahlen 1 bis 36 und die grüne Null. Bei amerikanischen Roulette hingegen ist der gravierendste Unterschied, dass es hier zusätzlich eine Doppelnull gibt. In den Spielbanken heißt es, trotzdem beim Glücksspiel im Allgemeinen immer die Rede davon ist, dass ausschließlich die Bank gewinnt, dass beim französischen Roulette 98 Prozent der Einsätze in den meisten Fällen ausgezahlt werden.

Anfänger, Gelegenheitsspieler und Fortgeschrittene lieben das Roulettespiel wohl nicht zuletzt deshalb. Dennoch warnen die Suchtexperten davor, sich zu sehr in den Bann des Roulettespiels ziehen zu lassen. Spieler sollten nicht vergessen, dass auch bei einem Spiel mit hohen Gewinnchancen verloren werden kann und dass es sich trotz allem beim Roulette um ein Glücksspiel handelt. Die Spielsucht ist auch hier ein Thema und daher sollten sich die Spieler, egal ob Anfänger, Fortgeschrittene oder Gelegenheitsspieler, in jedem Fall über das Thema Spielsucht informieren und entsprechende präventive Maßnahmen ergreifen.

Spielhallen fördern die Sucht

Spielhallen fördern die Sucht

Die Spielsucht kann für viele Personen eine große Gefahr darstellen. Prävention, Information und Aufklärung sollen dabei helfen die Spieler aufzuklären und so vor der Sucht zu schützen. Einige ausgelegte Flyer kommen jedoch nicht bei jedem Spieler an, vor allem dann nicht, wenn Snacks, Getränke, netter Service und ein Geldautomat direkt vor der Spielhalle geboten werden.

Suchtberater und Gesetzgeber sehen im Zusammenhang mit dem Spielhallen vor einem großen Problem. Zwar konnte die Flut der Etablissements eingedämmt werden, dennoch sind die Betreiber so kreativ, dass viele Spieler wieder und wieder in die Falle locken. Auch wenn die Spielhallenbetreiber beteuern, den Spielerschutz ernst zu nehmen, Spieler zu unterstützen und dem Gesetzgeber Sozialkonzepte vorlegen, so scheint dies wenig wirkungsvoll, wenn dann im tatsächlichen Fall von problematischem Spielverhalten nicht eingegriffen wird. Spielhallenbetreiber und kleine Gaststätten mit Spielautomaten verdienen ihr Geld mit dem Glücksspiel und somit auch mit der Spielsucht.

Neuster Trend: Sportwetten

Während die Spielhallen sich bei den Spielern noch immer großer Beliebtheit erfreuen, sehen Suchtexperten Gaststätten mit Spielautomaten viel problematischer an, denn hier gibt es zwar weniger Geldspielgeräte, aber im Gegensatz zu den Spielhallen wird in Gaststätten Alkohol ausgeschenkt. Während die Anzahl der Spielhallen sich eingependelt hat, steigt das Angebot an Sportwetten drastisch.

Hierbei ist die Rede von Wettterminals, die nicht nur in Spielhallen zu finden sind, sondern auch in kleinen Läden, Gaststätten, Solarien oder weiteren Geschäften. Es werden offensichtlich täglich mehr dieser Geräte und somit steigt auch die Nachfrage der Kunden. Suchtexperten sprechen bereits davon, dass die steigende Anzahl des Sportwettenangebots immer schwerer zu kontrollieren sei und somit auch eine große Gefahr für die Spieler darstelle.

Wird den Automatenbetreibern die Geschäftsgrundlage entzogen?

Wird den Automatenbetreibern die Geschäftsgrundlage entzogen?

Um hier für entsprechend mehr Schutz zu sorgen bietet der Glücksspielstaatsvertrag ein Ausführungsgesetz, von welchem in Nordrhein Westphalen nun Gebrauch gemacht wird. Dies soll die Spielsucht verringern, da durch die Gesetzgebung langfristig auch die Anzahl der Angebote verringert werden soll. Für die Spielhallenbetreiber bedeutet dies, dass diese sich nun Sorgen um die eigene Existenz machen müssen.

Offensichtlich wird in NRW nun durch die Gesetzgebung ein Kahlschlag angestrebt. Langfristig soll dies die Spielsucht insgesamt reduzieren. Eine tolle Idee, würde es auf der anderen Seite nicht Personen und Unternehmen geben, die unter diesem Kahlschlag leiden werden. Wenn die Gesetzgebung in dieser Form bestehen bleibt, dann sehen sich vier von fünf Automatenbetreibern dem eigenen Existenzverlust gegenüber. Die Spielhallenbetreiber fühlen sich missverstanden. In der Vergangenheit wurden die Anbieter dazu aufgefordert Konzepte zu entwickeln, um Spieler langfristig vor der Sucht schützen zu können und wirksame Präventionsarbeit zu leisten. Trotz der erstellten Konzepte und Pläne droht vielen Betreibern nun das Aus des eigenen Geschäfts.

Negative Auswirkungen mit positivem Endergebnis

Der Deutsche Automatenverband beschwört schon jetzt schlimme Folgen herauf. Neben bevorstehenden Schließungen würde die aktuelle Handhabung der Gesetzgebung bedeuten, dass 22.000 Personen ihren Arbeitsplatz verlieren. Die Politik zeigt sich hier jedoch weiterhin unbeeindruckt. In Hessen habe ein übergreifendes Sperrsystem viel gebracht und wider Erwarten zu viel Akzeptanz geführt. Es sei nicht auszuschließen, dass die Branche negative Auswirkungen in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung hinnehmen müsste, doch zum Schutz der Spieler sei dies tragbar, so Ilona Füchtenschnieder von der Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht.

Untätigkeit der Politik im Kampf gegen illegales Glücksspiel

Untätigkeit der Politik im Kampf gegen illegales Glücksspiel

Die Gesetze sind eindeutig vorhanden, doch offensichtlich halte die Politik es nicht für notwendig diejenigen Anbieter zu bestrafen, die sich nicht an die Gesetze halten. Prof. Tilman Becker, der Leiter der Forschungsstelle an der Universität Hohenheim, machte mit seiner Kritik, dass die illegalen Glücksspielanbieter von der deutschen Politik geschont werden würden, seine Einstellung sehr deutlich.

Während demnach nach Meinung der Forschungsstelle Glücksspiel zu wenig bis gar nix gegen die illegalen Glücksspielanbieter unternommen wird, würden die legalen Anbieter rechtlich deutlich eingeschränkt werden. Auflagen und Regelungen würden den legalen Anbietern immer wieder Hürden in den Weg legen, gleichzeitig jedoch laufe das illegale Angebot ohne Einschränkung immer weiter.

Das illegale Glücksspiel ist in vielen Bundesländern ein scheinbar immer größer werdendes Problem. Die illegalen Anbieter sind bei den Spielern sehr beliebt, da hier keine Einschränkungen und Regelungen vorliegen. Dies führe dazu, dass auch immer mehr Jugendliche das illegale Glücksspielangebot nutzen, da dies das einzige Angebot ist, auf das auch Minderjährige Spieler Zugriff haben. Laut Suchtexperten ist es genau an dieser Stelle dringend notwendig einzuschreiten, so der Hinweis für die deutschen Politiker.

Die Forscher schlagen Lösungsansätze vor, um so gegen die aktuelle Problematik vorzugehen. Ein Vorschlag sieht die Einführung einer gemeinsamen Glücksspielkommission der Länder vor. Sollte dies eingeführt werden, so würde die Aufsicht dadurch gebündelt werden können.

Auch sollten die illegalen Anbieter nach Meinung der Forscher mehr verfolgt werden. So gäbe es Möglichkeiten, wie zum Beispiel ein Werbeverbot für illegale Anbieter und Zugriffsbeschränkungen oder -sperren für die Webseiten der illegalen Anbieter, die umgesetzt werden könnten, um so den Kampf gegen das illegale Glücksspiel stärker zu verfolgen.

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