Glücksspiel in Mannheim: Fachtag des Suchthilfe Netzwerks

Glücksspiel in Mannheim: Fachtag des Suchthilfe Netzwerks

Neben der spielerischen Darstellung von Elementen des Glücksspiels gab es auch Workshops und Vorträge, die das Glücksspiel und die Spielsucht umfassend thematisierten. Theater, Spiele, Workshops, Vorträge, Informationsstand und Gesprächsmöglichkeiten wurden an dem Fachtag angeboten und freudig von allen Besuchern genutzt. Das Suchthilfe-Netzwerk der Stadt Mannheim organisierte die Veranstaltung und wurde hierbei von dem Ministerium für Arbeit und Sozialordnung Baden-Württemberg, dem Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg und der AOK Baden-Württemberg unterstützt.

Fakten zur Spielsucht in Mannheim:

– circa 3100 Personen vor Ort spielsüchtig

– etwa 12.400 Menschen indirekt von der Spielsucht betroffen

Neben den direkt von der Spielsucht betroffenen Spielern, gibt es weitere Betroffene, zu denen Arbeitgeber, Familienmitglieder und Freunde gehören, die indirekt durch die Spielsucht beeinflusst werden. Spielsüchtige neigen dazu, die eigene Sucht zu verheimlichen. So werden Gelder ausgegeben, die nur geliehen sind. In vielen Fällen neigen die Spielsüchtigen dazu, sich Geld zu beschaffen, auch auf kriminelle Art und Weise. Hierdurch sind meist besonders stark die Familien betroffen, aber auch oftmals Arbeitgeber und Freunde. Wie gefährlich die Spielsucht ist, merken direkte und indirekt Betroffene meist erst, wenn es zu spät ist. Spielerkarrieren dauern meist bis zu 10 Jahren, bevor der Spieler seine eigene Sucht erkennt und sich hilfesuchend an Beratungsstellen wendet.

Mit dem Glücksspiel Geld verdienen

Neben der Spielsucht, die ein großes Problem im Zusammenhang mit dem Glücksspiel darstellt, gibt es auch Unternehmen und andere Personen, die von dem Glücksspiel profitieren. Hierzu gehört auch der Staat. Im Jahr 2014 nahm die Stadt Mannheim rund 8.300.000,- Euro an Vergnügungssteuer aus dem gewerblichen Glücksspiel ein. Diese Einnahmen fließen in den allgemeinen Steuerhaushalt.

Natürlich sind diese Einnahmen auch in gewisser Weise negativ behaftet, denn die Einnahmen stammen auch von Spielern, die durch die Sucht ihr Geld für das Glücksspiel ausgegeben haben. Suchtberatungsstellen werden durch die Steuereinnahmen in Mannheim leider nicht finanziell unterstützt, obwohl dies wohl eine gute Investition wäre, zumindest mit einem Teil des Geldes.

Spielsucht auch im Landkreis Peine ein großes Thema

Im Landkreis Peine gibt es immer mehr Leute, die immer Schulden haben und immer häufiger Süchten, beispielsweise den Drogen erliegen.

Viele von ihnen nutzten Hilfestellungen von Profis, um ihr Problem loszuwerden, diese Rate hat so durchaus auch ihr Gutes. Der Grund für die Spielsucht ist das zahlreiche Angebot an Spielen. Hilfestellung bietet beispielsweise das Diakonische Werk an. Die Geschäftsführerin der "Lukas-Werk Suchthilfe" dieser Stelle sagte, dass die Hemmungen, zur Beratung zu gehen, kleiner werden, hier hilft man seit 2009 Menschen mit Sucht- und Drogenproblemen.

Seit diesem Jahr ist die Beratungstendenz steigend, denn 2009 waren es rund 400 Bewohner des Landkreises, 2010 aber schon 8 mehr. Man hat im Jahr 2011 rund 430 kranken Menschen geholfen und die Leiterin merkt an, dass diese Dienstleistung konstant nachgefragt wird, doch der Bekanntheitsgrad der Stelle wird größer, was sie auch auf die steigende Nachfrage zurückführt.

Bezüglich der verschiedenen Formen von Sucht konnte man in den vergangenen Jahren einen kleinen Anstieg in Sachen Cannabis beobachten und auch der Spielsucht. 2010 haben sich rund 20 an der Spielsucht erkrankte Menschen im Werk Hilfe geholt und im Jahr darauf konnte man bereits 23 Leute verzeichnen.

Doch die Leiterin ist der Ansicht, dass sich viele Leute gar nicht helfen lassen, denn es ist eine neue Möglichkeit für Spieler vorhanden, die die Zahl der Suchtkranken steigern wird. Die Offerten im Bereich der Glücksspiele sind heute fast unbegrenzt und so wächst auch die Summe der Suchtkranken.

Aus diesem Grund freut man sich beim Werk, dass das Gebäude, in dem einst das Geschäft "Diekmann" war, einen anderen Nutzungszweck fand, als den einer Spielhalle. Leute mit Schulden finden hier ebenfalls Hilfe. Der Leiter des "Diakonischen Werks" in der Stadt, sagt, das die Menschen angesichts hoher Schuldenberge hilflos sind.

Die soziale Beratung von Schuldnern hat die Aufgabe, Informationen weiterzuleiten, zu denen auch die Geltendmachung der Rechte dieser Menschen gehört. Hier konnte man 50 Menschen verzeichnen, die sich Hilfe holten, dies entspricht einer Steigerung von 62 Prozent, denn 2010 waren es nur 31 Leute.

Der Hauptgrund für den "Besuch" sind die Verschuldungen infolge einer Trennung vom Ehegatten und der Wegfall der Arbeitsstelle. Versandhäuser und Anbieter im Bereich Telekommunikation war die stärkste Fraktion, denen noch Geld geschuldet wurde.