Endstation Spielsucht – Wenn das Glück zur Sucht wird

Endstation Spielsucht – Wenn das Glück zur Sucht wird

Die Gier nach schnellem Reichtum kann für Spieler schnell zur Sucht werden. In Österreich sind etwa 65.000 Personen der Spielsucht verfallen, hauptsächlich Männer. Spieler hoffen oft jahrelang auf das große Geld, rechnen beim Spielen damit, dass der Reichtum jede Sekunde aus dem Automaten klimpern wird. Experten gehen davon aus, dass der große Reichtum für die Spieler nicht unbedingt der Antrieb zum Spielen ist, denn für viele Spieler ist der Zustand, in dem sie sich befinden, wenn sie an einem Spielautomaten sitzen, einfach eine gute Ablenkung von der Realität.

In diesem Zustand wollen viele Menschen so lange wie möglich bleiben und rechtfertigen diesen Wunsch damit, dass sie ihre Chance auf einen großen Gewinn nutzen müssen. Doch was bringt den Spielern der große Gewinn wirklich? Hören sie Suchtkranken dann auf zu spielen? Die Antwort lautet ganz klar nein, denn ein großer Gewinn bedeutet für viele Spieler lediglich die Möglichkeit, mit dem gewonnen Geld weiterhin dem Glücksspiel nachgehen zu können.

Sucht, Verlust und Kriminalität

Die Spielsucht führt in vielen Fällen dazu, dass die Spieler nicht mit dem Glücksspiel aufhören können. Um der Sucht dauerhaft nachgehen zu können, benötigen die Betroffenen jedoch Geld. Dieses Geld wird im Falle der Sucht immer knapper und so kommt es, dass die Spieler sich dauerhaft meist sehr hoch verschulden. Geld zu haben bedeutet für die Spieler, dieses auch genauso schnell wieder auszugeben. Die Sucht hört auch nicht auf, wenn ein Gewinn eingetroffen ist.

In den meisten Fällen wird der Gewinn genutzt, um weiterhin spielen zu können. Wer ganz unten angekommen ist, kann froh sein, wenn er dann die Entscheidung trifft sich helfen zu lassen. Bei der Suchttherapie werden die ersten sechs Monate als die schwersten eingeschätzt. Psychologische Betreuung ist für suchtkranke Menschen sehr wichtig, denn nur so kann den Spielern ein Weg aus der Sucht ermöglicht werden.


Wege aus der Spielsucht

Wege aus der Spielsucht

Oft werden die Spieler sich fragen, ob sie sich alleine aus den Fängen der Spielsucht befreien können. Grundsätzlich ist es natürlich nicht unmöglich und doch ist es schwer und es wird davon abgeraten, denn auf sich selbst gestellt bedarf es einer großen Willensstärke, um der Spielsucht zu entgehen.

Grundsätzlich werden Suchtberatungsstellen empfohlen, an die sich ein Spielsüchtiger wenden kann und wo er mit psychologischer Betreuung eine reelle Chance hat, der Spielsucht zu entkommen.

Grundsätzlich ist es vorab einmal wichtig, dass der Spieler selbst sein Problem erkennt, sich diesem bewusst ist und den Willen hat an der eigenen Situation etwas zu ändern. Wenn diese Voraussetzungen nicht erfüllt werden, dann bringt auch die Suchttherapie meist nicht den gewünschten Effekt, weil den Spielern der Willen fehlt, der Sucht zu entgehen. Wenn der Wunsch und die Erkenntnis da sind, dann kann die entsprechende Hilfe gesucht werden.

Hierfür gibt es unterschiedliche Angebote.

Zum einen werden Selbsthilfegruppen empfohlen. Bei diesen geht es um ein ähnliches Konzept, wie bei den Anonymen Alkoholikern. In einer Selbsthilfegruppe sollen die Gespräche den Betroffenen dabei helfen, zu verstehen warum die Sucht so gefährlich ist und vor allem etwas dagegen unternehmen.

Der Grundgedanke sieht vor, dass die Betroffenen für immer mit etwas aufhören, rigoros und komplett, da suchtgefährdete Menschen meist nicht als Gelegenheits-Spieler oder Gelegenheits-Trinker in Frage kommen. Hier lautet die Devise also: entweder ganz oder gar nicht.

Oft sind gerade mit der Spielsucht weit reichende Probleme verbunden. Viele der pathologischen Spieler haben sich bereits hoch verschuldet und haben die sozialen Kontakte weitestgehend eingegrenzt. Hier geht es also darum, dem Süchtigen nicht nur zu helfen von der Sucht loszukommen, sondern auch diesen ins reale Leben zurückzubringen. Empfohlen werden hier die sogenannten Suchtberatungsstellen.

Diese arbeiten oft in Verbindung mit der Schuldnerberatung zusammen. In persönlichen Gesprächen werden die Probleme aufgelistet und gemeinsam angegangen, sodass Schritt für Schritt daran gearbeitet wird, dass der Spieler wieder zurück in ein normales Leben findet. Bei Problemen mit dem sozialen Umfeld, also Familie und Freunde, besteht außerdem die Möglichkeit, diese in die Therapie mit einzubinden und sich dadurch zusätzliche Unterstützung zuzusichern.