Gefahr Glücksspielsucht

Gefahr Glücksspielsucht

Bei Mario P. endete die jahrelange Spielsucht mit einem großen Knall. Der Spieler, der regelmäßig bis zur vollkommenen übermüdung gezockt hatte, erlitt auf dem Heimweg vom Casino einen schweren Autounfall. Doch bei diesem Unfall waren es nicht die Knochenbrüche und auch nicht der lange Krankenhausaufenthalt, die für den Spieler am schlimmsten waren, sondern es war das Verlangen danach wieder spielen zu können.

Während die Folgen des Unfalls für den krankhaften Spieler langwierig wurden, musste dieser unfreiwillig eine Art kalten Entzug machen. Dies sieht der Spieler heute als die schlimmste Zeit an, die er in Bezug auf das Glücksspiel durchmachen musste. Doch zumindest konnte der Unfall den Spieler wachrütteln, der aufgrund seines eigenen Verhaltens zu dieser Zeit eine Verhaltenstherapie machte, um von der Sucht loszukommen. Die Therapie hat dem ehemaligen Spieler sehr geholfen, denn heute weigert er sich Etablissements mit Glücksspielangeboten zu betreten.

Wie bei vielen anderen Menschen auch waren es im Fall von Mario P. die blinkenden und piependen Spielautomaten, die ihn in seinen Bann ziehen konnten. Bei vielen Menschen beginnt die Spielsucht tatsächlich an den Spielautomaten, so machen es Studien wie die aktuelle Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) über "Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland 2013" deutlich. Während insgesamt deutlich ein Rückgang des Glücksspiels in den meisten Bereichen zu erkennen ist, so scheint das Spielen an Glücksspielautomaten bei den Kunden immer beliebter zu werden.

Die Studie zeigt auf, dass etwa eine halbe Million Menschen in Deutschland ein kritisches Spielverhalten an den Tag legen. Rund fünf Prozent der Spieler haben bereits ein auffälliges Spielverhalten, welches langfristig mit großer Wahrscheinlichkeit in der Spielsucht münden kann. Von der Spielsucht betroffen sind in erster Linie junge Männer in einem Alter zwischen 18 und 20 Jahren. Grundsätzlich wird schnell deutlich, das eher Männer der Spielsucht verfallen und Frauen insgesamt viel weniger Spielen.

Neben den finanziellen Ausgaben, die die Betroffenen während ihrer Spielsucht tätigen, kann die Sucht weitreichende Folgen mit sich bringen. Hierzu gehören eingeschränkte soziale Kontakte, Realitätsverlust, hohe Schulden, kriminelle Handlungen, bis hin zur völligen Einsamkeit und dem Existenzverlust. Auch diese Folgen der Spielsucht bringen einen hohen Kostenfaktor mit sich. In vielen Fällen wissen die Betroffenen keinen Ausweg mehr und daher ist die Rate der Suizidversuche bei Spielsüchtigen besonders hoch.