Die Justiz in den USA

Wenn Recht und Gesetz im Mittelpunkt stehen, dann wirkt die USA wie eine uneinnehmbare Bastion. Die unterschiedlichen Bundesstaaten haben meist eine ebenso verschiedene Justiz, was auch für das heftig umstrittene Glücksspiel generell und besonders für Poker gilt.

Dieses Spiel ist für Richter, Senatoren und Juristen ein Grund zu einer heftigen Debatte. In zahlreichen Bundesstaaten denkt man über Gesetzesentwürfe nach, welche eine Gesetzlichmachung von Poker in Erwägung ziehen.

Doch sie wollen auch deutliche Regelungen aufstellen, die für die Bürger klar zu verstehen sind, was alles andere als leicht ist. Konservative Volksvertreter aus der Christlich-Rechten Ecke haben Angst, dass Sitte und Moral zum Teufel gejagt werden, wenn lockerere Gesetze durchgesetzt werden.

Politiker, die sich zu sehr für die Interessen von Poker- und Glücksspielen einsetzen, haben es nicht leicht, Im Staat South Carolina sorgte die vorgeschlagene änderung des über 200 Jahre alten Gesetzes gegen das Glücksspiel für Aufregung. Dieses untersagt jedes Spiel, das Karten oder Würfel einsetzt.

Wer sich nicht daran hält, macht sich strafbar, doch wenn die Polizei jeden Gesetzesbruch verfolgen würde, müssten die Bewohner der Ostküste eine Durchsuchung bei ihren Spieleabenden befürchten, was nicht das erste Mal wäre. Das Spiel des Lebens und UNO kommen noch davon, doch Poker wird nicht gestattet, was nun geändert werden soll.

Die Senatoren des Bundesstaates gaben bei einer Abstimmung einer Gesetzesvorlage grünes Licht, die private Spiele zu Hause gestattet. Der Senatspräsident war mit dem Ergebnis sehr zufrieden und bezeichnete dies als einen Sieg für die Freiheit. Doch auch wenn eine Schlacht gewonnen ist, der Krieg ist es noch lange nicht.

Die Gegner werden nichts unversucht lassen um es nicht in Kraft treten zu lassen. Sie haben Angst, dass unrechtmäßige Casinos überall auftauchen, wenn man weniger streng ist. Der Repräsentant der Isle of Palms sagt, dass dies keine Vermutungen, sondern Tatsachen seien und dass man bei jedem Punkt des Gesetzes Vorsicht walten lassen müsse.

Der Senator Cleary setzt sich für sie Freiheit von Meinung und Handlung ein und bemängelt, dass die Gegner wütend sind, dass die Krankenversicherung geregelt wird, aber sie der Bevölkerung Vorschriften machen wollen, wie und wo sie ihre Freizeit verbringen.

Dem Senator zufolge befänden sich auf den Schreibtischen der Republikaner, die in der Senatskammer sitzen kleine Flaggen mit der Aufschrift "Bevormunde mich nicht". Diese würden immer wieder betonen, dass die Gründer der USA keine Regierung gutheißen würden, die im Privatleben ihrer Bürger mitmischt. Doch diese machten sich nun bereit, um genau dies zu tun.

South Carolina ist hier nicht allein, auch Texas und Wyoming denken über eine Legalisierung des Live-Pokers nach. Im Staat Virginia hingegen kam ein Entwurf für die Legalisierung von Poker im privaten Bereich gar nicht erst durch den Ausschuss für Justiz- und Gerichtsangelegenheiten.

Altes Gesetz, große Wirkung

Wenn man in den amerikanischen Bundesstaat South Carolina fährt, dann sollte man nicht an einer Pokerpartie privater Natur teilnehmen, weil diese nämlich untersagt sind.

Auch wenn man am Küchentisch Monopoly oder Bridge im Wohnzimmer spielt, kann man für unrechtmäßiges Glücksspiel bestraft werden. Dies geht auf ein Gesetz von 1802 zurück, das Würfel- und Kartenspiele zuhause sanktioniert und die Polizei wendet dies immer noch an.

Einige Hausdurchsuchungen von privaten Haushalten leitete eine Debatte über den Sinn und Zweck des 209 Jahre alten Gesetzes ein. Man will es modernisieren und Pokerspiele im privaten Umfeld ermöglichen, doch dies ist leichter gesagt als getan.

Im Justizausschuss des Senats findet momentan eine heftige Debatte statt, doch eine Legalisierung ist nicht unmöglich. Auch Texas und Wyoming denken über die Gestattung des Live-Pokers nach.

In Virginia hatte ein Entwurf zur Legalisierung im Ausschuss für Angelegenheiten in Justiz und Gericht wenig Erfolg. Der Senator Petersen wollte durchsetzen, dass Poker als Geschicklichkeitsspiel anerkannt wird, so würde Poker nicht mehr von den Glücksspielgesetzen betroffen sein.

Der Entwurf mit der Nummer 849 fand wenig Resonanz und wurde mit 14 zu einer Stimme abschlägig beschieden. Dies heißt, dass der Gesetzesentwurf des Senators mindestens 12 Monate ruhen wird.