Tipico Neueröffnung in Dessau

Tipico Neueröffnung in Dessau

Sportwetten sind nun seit Jahren ein durchaus beliebtes Thema in Deutschland. Beliebt deshalb, weil deutsche Spieler gerne auf Sportveranstaltungen wetten. Interessant aber auch deshalb, weil die rechtliche Situation rund um Sportwetten bis heute noch ziemlich ungeklärt ist. Unabhängig von der noch unsicheren Rechtssituationen bezüglich Sportwetten in Deutschland feierte Tipico am 1. April 2017 in Dessau eine Neueröffnung. Mit leuchtend roter Reklame wirbt der neue Laden in der Dessauer Rennstraße für sich. Die Wettannahmestelle wurde als zweite in Sachsen-Anhalt eröffnet. Der Clou bei der Sache: Sportwetten sind in Deutschland noch immer eine rechtliche Grauzone.

Situation rund um Sportwetten in Deutschland:

  • mit dem ersten Glücksspieländerungsstaatsvertrag sollten 20 Lizenzen für private Sportwettenanbieter ausgegeben werden
  • aufgrund von Klagen benachteiligter Anbieter geriet das Vergabeverfahren ins Stocken
  • EU-Recht stand im Widerspruch zum deutschen Recht
  • Sportwettenanbieter eröffneten Shops, obwohl eine rechtliche Grauzone vorlag
  • aufgrund des Wiederspruchs zum EU-Recht wurde nicht dagegen vorgegangen

Sachsen-Anhalt als besonders restriktives Bundesland

Wie kommt es nun, dass trotz des eigentlichen Verbots in Sachsen-Anhalt bereits zahlreiche Sportwettenbüros eröffnet wurden, in Dessau alleine elf? Eigentlich ist vor Ort nur der staatliche Anbieter Oddset erlaubt. Bereits in 2007 sorgte die Werbung von Bwin auf Fußballtrikots der Spieler bei einem Freundschaftsspiel für Aufsehen. Man versuchte gegen die verbotene Werbung vorzugehen, ohne Erfolg. Seitdem ist man in Sachsen-Anhalt zurückhaltender, wenn es um den Kampf gegen das eigentlich illegale Glücksspiel geht.

Erlaubnis für Tipico in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt gilt heute: wer eine glücksspielrechtliche Erlaubnis besitzt, darf vor Ort Sportwetten anbieten. Da das Konzessionsverfahren in Deutschland immer noch nicht abgeschlossen ist, ist die Erlaubnis die einzige Voraussetzung nach der man sich vor Ort richten kann, so der Sprecher des Innenministeriums in Sachsen-Anhalt. Man richtet sich vor Ort nach Vollzugsleitlinien, zumindest so lange, bis das Konzessionsverfahren endlich abgeschlossen ist. Zu beachten sind damit für Tipico nur die Vorgaben, die auch im Glücksspielstaatsvertrag festgelegt wurden:

  • Mindestabstand zu Schulen und Spielhallen
  • Werbeverbot
  • Erfüllung der Voraussetzungen rund um die Themen Jugend- und Spielerschutz
Abschluss des Mega-Deals: Übernahme von Tipico gesichert

Abschluss des Mega-Deals: Übernahme von Tipico gesichert

Das Unternehmen übernimmt mit dem Deal 60 Prozent von Tipico. Der Sportwettenanbieter ist auf Malta angesiedelt und hat im Laufe der Jahre einen großen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad in Europa erreicht. Der Preis für diesen Deal liegt Angaben zu Folge bei einer Summe in Höhe von 1,5 Milliarden Euro.

Heißes Bietergefecht um Tipico

Natürlich löste die Ankündigung, dass Tipico zum Verkauf stehen soll, bei den Glücksspielunternehmen ein Bietergefecht aus. Dementsprechend war es für CVC keine einfache und schnelle Sache, sondern das Unternehmen musste sich gegen die angelsächsischen Private-Equity-Investoren von Centerbridge und Advent, Xiu aus China, zwei Glücksspielformen aus England sowie zwei Glücksspielfirmen aus China durchsetzen. Das Interesse an der Übernahme von Tipico war innerhalb der Branche durchaus groß, daher ist es kein Wunder, dass der Abschluss des Verfahrens für CVC nun als Mega-Deal bezeichnet wird.

Antrieb des Wachstumstempos

Der Einstieg für CVC bei Tipico bedeutet gleichermaßen einen Einstieg in die boomende Welt von Sport- und Unterhaltungswetten. Der Markt wächst immer weiter, daher war es für das Unternehmen genau die richtige Entscheidung, in ein solch erfolgreiches Unternehmen mit einzusteigen. Tipico existiert seit 12 Jahren und ist heute als Marktführer bekannt.

Die Struktur des Unternehmens, also die bisherigen Eigentümer bestehend aus Privatinvestoren um den deutschen Tipico-Vorstandschef Jan Bolz, bleibt mit 40 Prozent gleich. Alle Beteiligten hoffen mit den durch den Verkauf entstandenen Geldern das Wachstumstempo weiterhin anzutreiben und den Marktführer an der Spitze halten und vorantreiben zu können.

Verkauf des Sportwettenanbieters Tipico

Verkauf des Sportwettenanbieters Tipico

Aktuell ist die Rede davon, dass der Sportwettenanbieter zum Verkauf steht. Das Geschäft mit den Sportwetten ist milliardenschwer und so rechnen Experten damit, dass der Verkauf für einen Milliardenbetrag über die Bühne gehen wird. Die amerikanischen Agentur J.P. Morgan and Rothschild soll den Auftrag bekommen haben, potentielle Käufer zu suchen und zu finden. Erwartet wird ein Verlaufspreis in Höhe von 1,12 bis hin zu 1,69 Milliarden Dollar.

Fakten zum Sportwettenanbieter Tipico:

– in Malta lizensiert und ansässig

– besteht seit dem Jahr 2004

– deutschlandweit einer der größten privaten Wettanbieter

– Umsatz von rund 500 Millionen Euro

– offizieller Wett-Partner vom FC Bayern München

– besitzt rund 800 regionale stationäre Wettläden

– ca. 10.000 Fußballwetten pro Tag

Erschwerte Rechtslage in Deutschland

Auch wenn der Verkauf von Tipico anhand der Fakten sehr sicher erscheint, so macht die deutsche Rechtslage dem Anbieter vorerst vielleicht einen Strich durch die Rechnung. Das Angebot von Sportwetten durch private Anbieter ist in Deutschland aktuell noch weitestgehend illegal. Eigentlich sollen bereits seit Jahren Lizenzen für Sportwettenanbieter vergeben werden, doch bisher ist dies nicht geschehen.

Aktuell ist die Rede davon, dass ein neuer Glücksspielstaatsvertrag aufgesetzt werden soll. Dies könnte bedeuten, dass die Sportwettenangebote nicht mehr zahlenmäßig sondern qualitativ begrenzt werden könnten. Wenn Tipico hier eine Chance auf eine offizielle, bundesweite Lizenz erhält, dann wird der Verkauf des Wettanbieters noch einfacher und profitabler für die Betreiber. Aktuell besitzt Tipico eine Lizenz in Schleswig-Holstein, das Bundesland, welches am Anfang einen Sonderweg einschlug und private Wettanbieter lizensierte.

Keine Investoren für Tipico?

Keine Investoren für Tipico?

Die Befürchtung, dass es Probleme geben könnte Investoren zu finden liegt darin begründet, dass der deutsche Markt nicht wirklich reguliert ist und die Gesetzeslage unklar. Es bleibt demnach abzuwarten, ob sich die Hoffnung des Sportwettenanbieters erfüllen wird, dass einige große und bekannte Investoren mit an Bord kommen.

Die Marktsondierung wurde bereits den Banken J.P.Morgan und Rothschild in Auftrag gegeben. Die Hoffnung besteht darin, Käufer wie William Hill oder Amaya für die Investition in Tipico zu begeistern. Dies könnte sich nach der aktuellen Lage in Deutschland jedoch als schwierig herausstellen, denn die Regulierung hier steht weiterhin still. Das Sportwettenangebot in Deutschland ist illegal bzw. befindet sich in einer Art Grauzone. Klar, dass dies gerade renommierte Investoren vom Kauf abschrecken könnte.

Die Geschäfte laufen gut

Generell können die Unternehmer von Tipico sich jedoch nicht beschweren, denn die Geschäfte laufen gut. Der Wert des Unternehmens wird auf eine Summe in Höhe von über einer Milliarde Euro geschätzt. Das Sportwettenunternehmen betreibt etwa 1.000 Wettshops in Deutschland. Auch das Online Angebot von Tipico kann sich sehen lassen und hier ist vor allem auch die Nachfrage von Seiten der Kunden groß. Nichtsdestotrotz könnte die unregulierte Gesetzessituation in Deutschland dem Unternehmen einen Strich durch die Rechnung machen.

Online Casinos mit Lizenz in Deutschland

Online Casinos mit Lizenz in Deutschland

Zu den aktuell lizensierten Anbietern zählen:

OnlineCasino Deutschland GmbH

Cashpoint Malta Limited

Hillside Limited

888 Germany Ltd.

PokerStars REEL Germany Ltd.

Ladbrokes International PLC

Electraworks Kiel Ltd.

Personal Exchange International Limited

Tipico Company Lim, Polco Ltd.

Skill on Net Limited

bet-at-home Internet Limited

Zusätzlich zu diesen Anbietern sollen noch 15 weitere Anbieter eine Zulassung erhalten.

Für die Gamer und die Online Glücksspielanbieter sind diese wenigen Lizensierungen natürlich ein besonderer Erfolg. In Deutschland gibt es allerdings zahlreiche Regulierungsgegner. Die liberale Regulierungsvariante konnte sich bisher in Deutschland nicht durchsetzen, da die Gegner immer wieder auf das Geldwäscherisiko und die Gefahr für die Spieler hinweisen.

Schleswig-Holstein schlug im Zuge des Glücksspieländerungsstaatsvertrages unter der damaligen Regierung einen Sonderweg ein, dieser erlaubte es einige Glücksspiellizenzen zu vergeben. Nach dem Regierungswechsel wurde der Sonderweg wieder abgeschafft, die bereits vergebenen Lizenzen konnten durch die neue Regierung jedoch nicht zurückgezogen werden. Es ist davon auszugehen, dass sich in Deutschland in diese Richtung in Zukunft noch einiges tun wird, denn die aktuelle Regelung wurde bereits von Seiten des Bundesgerichtshofs als europarechtswidrig eingestuft.

Vorteile einer Regulierung des Online Glücksspiels

Auch wenn es noch einige Gegner des Online Glücksspiels in Deutschland gibt, so sind auch die Vorteile einer Regulierung nicht von der Hand zu weisen. Durch die Regulierung kann den Spielern eine enorme Sicherheit geboten werden. Die Anbieter müssen entsprechende Sicherheitsstandards erfüllen und dafür auch entsprechende Nachweise aufzeigen. Der Schutz vor Betrug, Manipulation und Geldwäsche steht hier ebenso im Vordergrund wie der Spieler- und Jugendschutz.

Auch die Sicherheit der Zahlungsabwicklung ist ein sicheres Thema und auch hier mussten die Lizenznehmer im Vorfeld entsprechende Nachweise erbringen. Die Regulierung in Deutschland ist aktuell noch ungewiss, doch es wird davon ausgegangen, dass sich in Bezug auf Lizenzvergabe, Spielerschutz und bundesweiter Regulierung in Zukunft noch einiges tun wird.