Politischer Wirbel um Pop-Art-Gemälde

Politischer Wirbel um Pop-Art-Gemälde

Nun sind weitere Gemälde des Pop-Art Künstlers im Gespräch, welche nach aktueller Aussage der Spielbank Aachen zwar nicht versteigert werden sollen, jedoch dennoch für politisches Aufsehen sorgen. Hierbei ist die Rede von den "Marylin"-Siebdrucken, welche auf Bildern von der damaligen Disco Club Zero im Spielcasino als Dekoration an der Wand hingen. Die FDP fordert diesbezüglich nun in einer Kleinen Anfrage von der Landesregierung Auskunft über den Verbleib der zehn "Marylin"-Siebdrucke.

Grund für die Anfrage wird wohl die in 2014 erfolgreiche Versteigerung der zwei Siebdrucke von Andy Warhol – "Triple Elvis" und "Four Marlons" – sein, die WestSpiel umgerechnet eine Summe in Höhe von 120 Millionen Euro einbrachten. Nach Angabe des Westspiel-Sprechers Marco Lippert würden sich die zehn "Marylins" in einem Depot in Frechen befinden und aktuell würden keine Verkaufsabsichten bestehen. Ob dieser Aussage Glauben zu schenken ist, ist fraglich. Zuletzt wurde ein Spiegel von Bonato angefragt, der auch auf eben diesen Fotos zu sehen ist. Die Spielbank Aachen gab jedoch damals an, diesen Spiegel nie besessen zu haben. Ein Mitarbeiter sagte aus, dass das Bonato-Werk auf dem Müll gelandet sei.

Erhaltung von Kunst für das Bundesland

Bei einem Runden Tisch mit Politikern, Kulturschaffenden und Unternehmen soll nun besprochen werden, wie für die Erhaltung von Kunst in Besitz von Landesunternehmen für das Bundesland gesorgt werden kann. Nach Angaben der FDP würde noch immer Gefahr bestehen, dass weitere Kunstschätze auf Versteigerungen feilgeboten werden, um so Gelder zu erhalten, mit denen das defizitäre-Spielbankunternehmen die eigenen Etablissements sanieren kann. Ein Vorschlag ist es die Kunstgegenstände von privaten Mäzenen sichern zu lassen, um diese so der Öffentlichkeit zugänglich machen zu können.

Versteigerung bei Westspiel

Versteigerung bei Westspiel

Der geschätzte Wert liegt bei 130 Millionen Dollar, auf einen Erlös von 100 Millionen Dollar hofft das Unternehmen. Bisher sollen lediglich die zwei Warhol Bilder versteigert werden, weitere Kunstwerke sollen nicht zum Verkauf freigegeben werden. Insgesamt verfügt das Unternehmen über 235 Kunstwerke, die zusammen einen geschätzten Wert von sechs Millionen Euro haben sollen. Die zwei Bilder, "Triple Elvis" und "Four Marlons", sind darin nicht enthalten und sollen am 12. November in New York auf den Auktionstisch kommen.

Nicht überall löst das Vorhaben die Warhol-Bilder zu verkaufen Verständnis und Freude aus. Empörung wurde durch die Verkaufspläne bei Kulturschaffenden und in der Bundesrepublik ausgelöst. Das Unternehmen erhofft sich durch den Verkauf einen entsprechenden Erlös in Höhe von 100 Millionen Euro zu generieren und damit das neue Casino in Köln bauen zu können.

Dem Unternehmen Westspiel wird Vandalismus im Umgang mit den Kunstwerken vorgeworfen, doch dieser Vorwurf wurde von Seiten des Unternehmens bereits zurückgewiesen. Das Unternehmen gibt an, dass die Kunstwerke, die in der Aachener Spielbank hingen, in den vergangenen Jahren regelmäßig durch Restauratoren begutachtet und zudem mit großer Sorgfalt betreut wurden.

Debatte über die Warhol Bilder

Die Vorwürfe lassen das Unternehmen nicht in dem besten Licht dastehen, vor allem weil es bereits Kunstwerke gab, die in den Räumlichkeiten der Westspielgruppe beschädigt wurden. Zum einen war es ein Warhol-Kunstwerk mit Marylin Monroe Druck, welches durch Handwerker zerstört wurde. Hier wurde von Seiten des Unternehmens jedoch ein neuer Druck gekauft.

Einen weiteren Schaden hatte der 13 Meter hoher Lichtregen von Zero-Künstler Heinz Mack mit 7000 elektrischen Lichtquellen hinnehmen müssen, der im Jahr 2003 abmontiert werden musste, weil die Technik nicht mehr reparabel gewesen sei. Der Kulturausschuss des Landtags plant nun aufgrund der von vielen Seiten hagelnden Kritik eine Debatte einzuberufen, wo die Gäste über den Verkauf der Warhol-Bilder diskutieren können.

Westspiel bleibt bei Versteigerungsplänen

Westspiel bleibt bei Versteigerungsplänen

Die zwei Bilder des Künstlers Andy Warhol haben einen Wert in Millionenhöhe und sollen dem Casinobetreiber bei der Finanzierung der eigenen Casinos helfen. Westspiel gehört indirekt dem Land NRW, doch die Erlöse aus der Versteigerung werden nicht dem Landeshaushalt zu Gute kommen. Auch dieser Faktor sorgte für Spannungen.

Trotz der Diskussionen und negativen Schlagzeilen rund um die Verkaufspläne bleibt der Casinobetreiber bei seinen Plänen. Die Versteigerung soll weiterhin stattfinden, so der Sprecher Christof Schram. Die Versteigerung ist für den 12. November geplant und die beiden Werke "Triple Elvis" und "Four Marlons" von Andy Warhol sollen bei Christies in New York während der Versteigerung gewinnbringend veräußert werden. Die Hoffnung des Casinobetreibers liegt bei einem Gewinn durch die Versteigerung in Höhe von 100 Millionen Euro. Geplant ist mit dem Geld das eigene Unternehmen zu sanieren.

Rechtlich ohne Probleme

Die Kritik ging in unterschiedliche Richtungen. Zum einen wurde vor allem der Verkauf der Kunstwerke kritisiert, da Kunst gepflegt werden sollte und nicht dazu dienen sollte Glücksspieltempel zu sanieren. Neben dem Kunstwert geriet aber auch die rechtliche Situation in die Kritik. Hierzu äußerte sich der Sprecher des Unternehmens auch und machte dabei deutlich, dass die Verträge mit Christies juristisch geprüft worden seien und alles in Ordnung sei.

Die Auktion habe im Sinne des Vergaberechts nicht öffentlich ausgeschrieben werden müssen. Somit werden die Kunstwerke in Kürze verkauft und mit großer Wahrscheinlichkeit werden im Anschluss daran auch tatsächlich die Sanierungspläne des Unternehmens Westspiel, einer Tochtergesellschaft der NRW Bank, in die Tat umgesetzt.