Geld regiert die Welt

Eine Wette bietet so manche Spannung bei einem Fußballspiel, wenn man hier wettet, kommt auch noch ein wenig Geld dabei heraus, doch dann kommt man in die roten Zahlen. Dann ist man spielsuchgefährdet, so sagt es ein Fachmann für Spielsucht von der Universität in Bremen.

Er ist der Meinung, dass die Chance mithilfe der Wette seine finanziellen Einbußen wieder wettzumachen, ein nicht geringes Suchtrisiko berge. Sollte er damit recht haben, dass wird der Spaß beim Fußballspiel schnell zum bitteren Ernst.

Erst vor Kurzem haben sich die Chefs der Bundesländer in der deutschen Hauptstadt zusammengefunden, um über einen neuen Glücksspielvertrag zu sprechen. Dies basiert auf einem Richterspruch des EuGH, der den Alleinspruch des Staates auf Wetten nur dann billigt, wenn das Risiko der Spielsucht besser angegangen würde. Hier kann Deutschland nicht einlenken, denn man macht Werbung für die staatliche Lotterie Oddset, da kann man keine Warnung für die Spielsucht herausgeben.

Als Lösung für dieses Problem will man nun sieben Zulassungen an Privatanbieter geben, die vom Staat überwacht werden und die Zulassungsabgaben zu leisten haben. Hier stellt sich die Frage, ob so die Spielsucht effektiv reduziert werden kann. Den Schätzungen der BzgA zufolge sind in der Bundesrepublik etwa 100.000 Menschen Opfer ihrer Leidenschaft geworden.

Hier ist besonders beunruhigend, dass die Anzahl der Teenager, die dieser Sucht anheimgefallen sind und die Internetwetten tätigen, hochgeschnellt ist. Die Regierung bekommt aus dem Markt für Glücksspiel jedes Jahr 3,3 Milliarden Euro, auf die man ungern verzichten möchte. Die Erträge aus den Sportwetten gehen zu 95 Prozent aus der Bundesrepublik.

Hier ist von einem Schwarzmarkt die Rede und man sähe den Markt des Landes lieber liberalisiert. Die Politik befände sich aufgrund der These, dass der Schwarzmarkt, dem man wegen des Netzes nicht den Garaus machen kann, unter großen Druck, so der Fachmann für Suchtfragen.

Die Branche wolle so die gesetzlichen Vorgaben nach ihren Interessen ordnen, unter die auch die Steuern fallen. Mit dem Glücksspiel zu tun zu haben, ist ein schmaler Steg über einem Abgrund. Auf der einen Seite befindet sich die Sicherheit der Verbraucher auf der anderen Seite ist ein lockendes Angebot, dass dafür sorgen soll, dass die Spieler nicht auf die schiefe Bahn geraten.

Die Bundesländer haben vor, Konzessionen für eine Phase von fünf Jahren zu gestatten, dies trifft auf Sportwetten und auf Online Casinos zu. Live-Wetten sind nicht erlaubt und der Zugriff zum Online Glücksspiel will man nur dann zulassen, wenn ein Konto mit Bargeld vorliegt.

Den Privatbetreibern wird wieder gestattet, Reklame auf Trikots und Bändern im Sport durchzuführen, während die TV-Spots im Rahmen einer Sportveranstaltung untersagt bleiben. Der Spitzensport hatte die Reklame stark unterstützt, diese soll aber bescheiden werden. Diese Übereinkunft beachtet auch die Sicherheit in Bezug auf die Spielsucht.

Der Chef von Bwin in der Bundesrepublik erläuterte neulich zu diesem Thema den Standpunkt der Betreiber. Er gab an, dass sein Unternehmen aus der Not der Menschen keinen Profit schlagen wolle, doch man soll auch nicht übertreiben. Besonders bei den Sportwetten sei die Anzahl der Suchtkranken gegenüber denen bei den Automaten recht klein.

Im Großen und Ganzen sei eine krankhafte Spielweise Gott sei Dank nicht so häufig. Der Fachmann für Suchtfragen steht diesen Bekenntnissen skeptisch gegenüber. Bei Privatanbietern spiele die Sicherheit der Spieler zwangsläufig eine untergeordnete Rolle. Diese Institutionen seien an der Börse zu finden und müssten sich nur ihren Anlegern gegenüber rechtfertigen.

Hier nennt er die Macht der Automatenbranche, die immer wieder neue Wege entwickelt, um die juristischen Vorgaben geschickt zu umschiffen. Er befürwortet eher das Prinzip des staatlichen Alleinanspruchs. Dieser sei aber nur mit der Werbeabschaffung für Oddset zu bewerkstelligen.

Doch die Politik will dies nicht tun, denn sie haushaltet mit den Gewinnen aus diesem Bereich.