"Ruhm, Ehre vor allem aber Geld!" Ein Interview mit Udo Gartenbach

"Ruhm, Ehre vor allem aber Geld!" Ein Interview mit Udo Gartenbach

Wie lange spielst Du schon Poker und wie kam es eigentlich dazu?

Ich habe vor 20 Jahren mal dieses 5-Karten-Wild-West-Spiel gespielt. Dann ehrlich gesagt Poker komplett vergessen. Ich bin dann wahrscheinlich wie nahezu alle erst wieder damit und davon berührt worden, als es durch Moneymaker und durch Fernsehübertragungen populär wurde.

Poker wird immer wieder mit Glücksspiel assoziiert. Was ist Poker für Dich?

Glücksspiel. Strategiespiel. Mathematisches Spiel. Mentales Spiel. Tiefenpsychologisches Spiel. Zweitschönstes Spiel. Spiel mit dem Feuer.

Du bist in der Pokerszene vor allem in Deutschland sehr bekannt, hast Dir einen Namen gemacht, nimmst Dich aber selbst nie zu ernst und betrachtest das Ganze aus eigener Sicht mit einer gewissen Ironie. Was macht für Dich einen professionellen Pokerspieler aus?

Menschen, die sich und das Spiel sehr ernst nehmen. Menschen, die das Spiel und das ganze Drumherum komplett ironiefrei betrachten. Menschen, die richtige Pokerbücher lesen, sich weiterbilden, ihr Spiel verbessern, Nachhilfe nehmen. Menschen, die es nicht nur als Hobby und Leidenschaft sehen, sondern tatsächlich im Sinne des Wortes als Profession. Als Beruf.

Nun bist Du auch als Poker-Kolumnist bekannt und beliebt. Leser verfolgen Deine Kolumnen und mögen den Stil des echten Gartenbach's. Was möchtest Du Deinen Lesern vermitteln?

Spass. Freude. Leidenschaft. Rotwein. Vor allem aber, sich und das Spiel nicht allzu ernst zu nehmen. Natürlich ist es das geilste Spiel der Welt, es darf aber nicht zum einzigen werden. Und es darf nicht mein Leben bestimmen. Es gibt mindestens dreiundzwanzig Dinge, die noch schöner sind als Poker.

Wir als Casino Test Seite wollen natürlich wissen; wagst Du für ein gutes Pokerspiel den Schritt auch mal in ein Online Casino oder ist Dir die traditionelle Art des Spiels lieber?

Ich bin aufgrund des Spassfaktors, aufgrund der Kommunikation aufgrund der generellen Gemütlichkeit und letztendlich auch aus Gründen des tatsächlichen Sinn des Spieles ein eindeutige Befürworter des Live-Spiels.

Du betonst immer wieder, dass Poker zwar total einfach ist, Du es aber bis heute nicht verstehst. Alles Taktik für die nächste Runde?

Das sind zwei Betrachtungsweisen, die Du nun als Antwort bekommst. Ja, zum einen ist Poker tatsächlich total einfach. Die Spielregeln versteht jeder Sonderschüler innerhalb von 35 Sekunden. Das Spiel als Spiel allerdings; und das macht sicherlich einen großen Teil des Faszinosums Poker aus; ist extrem schwer, extrem kompliziert und extrem komplex. Anders als bei anderen Spielen ist hier jede Situation eine komplett andere. Zum anderen ist das natürlich eine Gartenbach-Standard-Aussage. Ich verstehe es ins seiner wie oben schon gesagt Komplexität immer noch nicht, und werde es wohl auch nie verstehen. Ich bezeichne mich nicht ganz zu Unrecht und in vollem Bewußtsein gerne als Fisch.

Drei Bücher hast Du bereits veröffentlicht unter anderem "111 Gründe Poker zu lieben" Ein sehr leidenschaftliches Buch über das Kartenspiel. Wie lange hast Du gebraucht dieses Buch zu schreiben?

Das braucht schon seine Zeit. Auch wenn ich ein relativer Schnelldenker und Schnellschreiber bin, aber 300 Seiten muss man erstmal voll bekommen. Und auch die Gastbeiträge der ganzen Promis in dem Buch erfordern einen entsprechenden Zeitaufwand.

Was hat Dich dazu bewegt dieses Buch zu schreiben?

Ruhm und Ehre. Vor allem aber Geld.

Als Vertragsspieler von Betsson findet man Dich auch bei Turnieren immer wieder an Pokertischen. An welches Turnier erinnerst Du Dich gerne zurück? Irgendein bahnbrechendes Erlebnis?

Ich war bei der GSOP in Prag im Geld. Dafür habe ich mich auf einer Pressekonferenz entschuldigt. Sicherlich einer der schwärzesten Momente meiner unglaublichen Karriere.

Auch Deine Leidenschaft zu einem guten Glas Rotwein ist nicht an uns vorbei gegangen. Welcher edle Tropfen macht das Spiel für Dich perfekt?

Rot, lecker, trocken. Und ehrlich gesagt, ab einem Level von 1,2 Promille spiele ich deutlich besser. Kinder, bitte nicht nachmachen.

Dein Tipp für Pokerneulinge?

Enjoy the game. Habt Spass mit den Mitspielern. Und gewöhnt Euch bitte, bitte nicht an, mir irgendwelche Bad Beat Geschichten erzählen zu wollen.

Deine Ziele für die Zukunft?

Ruhm und Ehre. Vor allem aber Geld.

Interview geführt von Franziska Steiner

(Bildquelle: abendblatt.de)

Borderline durch Poker

Borderline durch Poker

Das Borderline Syndrom kann als Persönlichkeitsstörung bezeichnet werden, bei der Instabilität im eigenen Handeln und in der Beziehung zu anderen Spielern eine große Rolle spielt. Stimmungsschwankungen und ein verzerrtes Selbstbild können außerdem zu diesem Krankheitsbild zählen.

Die Störungen treffen die Spieler direkt im Denkablauf. Hier kann von den Betroffenen kein Realitätsbewusstsein gefordert werden, denn für die Spieler ist die eigene Einstellung ganz klar die Richtige. Selbstüberschätzung und Arroganz können auch Ausdruck des Borderline Syndroms sein und gerade am Pokertisch ist dies ein oft gesehenes Verhalten.

Durch die Selbstüberschätzung kann es am Pokertisch auch schnell mal zu hohen Verlusten kommen, doch der betroffene Spieler sieht hier den Fehler zumeist nicht in seinem eigenen Versagen, sondern vielmehr gibt es genug andere Menschen am Pokertisch, denen man die Schuld für sein eigenes Versagen geben kann, auch wenn es am Ende der Croupier oder die hübsche Bedienung ist.

Weitere Störungen auch abseits des Pokerspiels

Bei der dissoziativen Störung legen viele betroffene Spieler ein auffälliges Verhalten am Spieltisch an den Tag, aber auch außerhalb des Pokerspiels zeichnen sich diese Personen durch klare Selbstüberschätzung aus. Hier geht es zum Beispiel um die eigene Wahrnehmung. Borderliner denken, dass ihr Aussehen dem von George Clooney gleicht, während Außenstehende in dieser Hinsicht eine ganz andere Empfindung haben.

Nicht jeder Spieler mit einem komischen Verhalten am Spieltisch ist tatsächlich ein Borderliner, aber langfristig soll dies eine Auswirkung des regelmäßigen Spiels sein, so die aktuelle Langzeitstudie. Inhalte der Studie sind sehr medizinisch und auch ein wenig angsteinflößend, weil wenn man zu viel darüber weiß, die Gegenspieler am Tisch am Ende vielleicht noch mit anderen Augen sieht.

Pokern als Sport – Talkrunde mit Stephan Kalhamer und Udo Gartenbach

Pokern als Sport – Talkrunde mit Stephan Kalhamer und Udo Gartenbach

Diese Meinung vertraten in der Talkrunde auch Stephan Kalhamer und Udo Gartenbach, die am Sonntag, den 7. September zu Gast waren. Geleitet wurde die interessante Diskussionsrunde von Jens Hauschke, der die Beteiligten gekonnt durch das Thema führte.

Die beiden Talkrunden-Teilnehmer Stephan Kalhamer und Udo Gartenbach sind im Bereich des Pokerns bekannte Gesichter. Zum einen wegen der analytischen Denkweise von Kalhamer, aber auch durch die illustre Position, die Gartenbach in den unterschiedlichen Interviews vertritt. Trotz unterschiedlicher Denkweisen waren beide Pokerprofis sich bei der Frage, ob es sich beim Pokern um ein Glücksspiel oder um einen Sport handelt, sehr schnell einig.

Welche Position dem Pokerspiel in der Gesellschaft zugesprochen wird ist immer wieder ein interessantes Thema. Diskussionen darüber, ob das beliebte Kartenspiel als Glücks- oder Geschicklichkeitsspiel einzuordnen ist, erhitzen immer wieder die Gemüter. Als besonders interessant stellte sich die Frage danach, wie das Pokerspiel auf Außenstehende wirkt und wie diese es wahrnehmen, heraus.

Poker als zusätzliches Sportangebot bei tus Berne

Die Talkrunde bot sich gerade zu dieser Zeit besonders an, denn der Hamburger Sportclub tus Berne kündigte erst kürzlich an, Poker als Sport in das eigene Angebot mit aufzunehmen. Damit würde sich das Angebot des Clubs, welches sich bisher aus Fußball und Gymnastik zusammensetzte um eine zusätzliche Sportart, nämlich das Pokerspiel, erweitern.

Trotzdem oftmals davon gesprochen wird, dass Pokern als Geschicklichkeitsspiel anzusehen ist, haftet dem Kartenspiel noch heute ein schlechtes Image an. Experten weisen jedoch darauf hin, dass für das Pokerspiel mehr als nur Glück notwendig sei. Um beim Pokern Erfolg haben zu können bedarf es Strategie, Ausdauer, Menschenkenntnis, Kondition und die richtige Taktik. Eben diese Vorussetzungen werden auch bei vielen Sportarten benötigt.