Spielverhalten in Deutschland

Glücksspiel in Deutschland erfreut sich Umfragen zu Folge noch heute hoher Beliebtheit. Insgesamt zwei Drittel der Bevölkerung haben einer Umfrage zu Folge im letzten Jahr an Glücksspiel jeglicher Art teilgenommen.

Die Umfrage wurde von TNS Emnid durchgeführt und befragt wurde die Erwachsene Bevölkerung zu dem Zeitraum der letzten 12 Monate. Dabei kam als Ergebnis heraus, dass insgesamt zwei Drittel der befragten Personen an Glücksspiel teilgenommen haben, davon die meisten, knapp 40 Prozent, an Lotto.

Etwa 27 Prozent der Befragten nahmen an Preisausschreiben teil oder kauften Lose und gute 19 Prozent fieberten bei Fernsehlotterien mit, so ergab es die Umfrage. Dass der Trend in Richtung Online Glücksspiel geht beweist die besagte Studie außerdem. Etwa jeder vierte Glücksspieler verfolgt sein bevorzugtes Spiel im Online Bereich, brachte das Ergebnis der Studie hervor. Der Geschäftsführer von TNS gab an, dass gerade im Online Bereich, die Kontrolle mit besonderen Schwierigkeiten verbunden sei.

Bei den Befragungen war jedoch nicht nur die Anzahl der Spieler von besonderer Wichtigkeit, sondern vor allen Dingen auch die Beweggründe der Spieler, warum sie ein bestimmtes Glücksspiel verfolgen. Die meisten Befragten gaben an, dass bei ihnen die Geselligkeit im Vordergrund stünde. Auch Themen wie das kennenlernen von neuen Leuten, die Unterhaltung und Abwechslung und sogar das gewinnen von Geld für besondere Zwecke gehörten zu den Interessen der Befragten.

Die Befragungen ergaben außerdem, dass die Lottospieler im Durchschnitt älter sind als die Pokerspieler. So kommt es, dass das Durchschnittsalter beim Lotto etwa 54 Jahre ist, bei den Fernsehlotterien sogar 58. Insgesamt wurden für die Studie rund 15.000 Befragungen gemacht. Neben den Gründen und der Anzahl an Spielern insgesamt, war auch die Frage nach der Glücksspielart von besonderem Interesse.

Hierbei kam jedoch heraus, dass besonders spielsüchtige Personen sich nicht unbedingt auf eine Art des Glücksspiels festlegen. Den krankhaften Spielern sei es wichtig, einfach an die Glücksspiele zu gelangen, um so ihrer Sucht nachgehen zu können.

Dass sich hierbei auf ein bestimmtes Spiel festgelegt wird, kommt laut Studie nur selten vor. Laut Umfrage gibt es außerdem nur wenige Spieler, die im erwachsenen Alter der krankhaften Spielsucht unterliegen.

Spielsuchtgefahr vor allem in armen Kreisen

Die Spielsuchtgefahr im Allgemeinen ist ein Thema, seit es das Glücksspiel gibt. Glücksspiel übt auf viele Menschen einen besonderen Reiz aus, die Gewinne sind verlockend und das allein reicht manchmal aus, um ganze Familien in die Armut und darüber hinaus in den Verlust der gesamten Existenz führt. Besonders anfällig sind laut Umfragen und Studien ärmere Personen, die zudem einen Migrationshintergrund haben. Eine Selbsthilfegruppe beschäftigt sich genau mit diesem Thema.

In der Gruppe gibt es zum Beispiel türkische Männer, die nach Deutschland kamen, um zu arbeiten und durch das wenige Sprachverständnis und wenig Integration Ausflucht in die Spielhallen suchten. Für viele war dies der Anfang einer Sucht und oft auch der Anfang vom großen Ende. Die Scham für die eigene Sucht riss zum Teil ganze Familien in tiefe Armut und viele haben mit den Folgen davon noch heute zu kämpfen.

Die Selbsthilfegruppe, die sich insbesondre um diese ausländischen Familien kümmert, fordert vom Staat eine Neuregulierung; strengere Kontrollen oder am besten gleich die komplette Abschaffung von Glücksspiel. Die Spielsucht im Allgemeinen ist in Deutschlands Hauptstadt Berlin sehr weit verbreitet. Laut Vorsitzenden der Selbsthilfegruppe müsse der Staat mehr Kontrolle über den Glücksspiel-Zweig gewinnen und die Suchprävention weiter ausbauen und das Hauptaugenmerk darauf legen.

Besonders in den Berliner Kiezen soll ein ausgearbeitetes Präventionsprogramm vor der Sucht schützen. Die neuen Gesetzesentwürfe beinhalten bisher den Mindestabstand zwischen den Automatenhallen und die maximale Anzahl von Automaten in einer Halle. Außerdem soll künftig die Gewinnausschüttung reduziert werden.

Suchtgefährdet sind vor allem männliche Migranten, die noch sehr jung sind. Durch die Armut und die fehlende Integration werden die jungen Männer in die Hallen gelockt und kriegen durch die Atmosphäre dort Geborgenheit und eine gewisse Sicherheit geboten. Es ist eine Flucht vor der Realität, die bei den meisten leider in eine Spielsucht ausartet. Die Spielsucht soll künftig besser bekämpft werden bzw. die Suchtgefahr eingedämmt. So lange es Spiele gibt, wird es auch immer Spielsüchtige geben und trotzdem ist es an der Zeit, sich mehr für das Wohlergehen der Gefährdeten und Süchtigen einzusetzen.