Wie gefährlich sind Glücksspiele?

Wie gefährlich sind Glücksspiele?

Ein Team aus Wissenschaftlern, welches durch die Aktion Mensch-Lotterie und die ARD-Fernsehlotterie "Ein Platz an der Sonne" beauftragt wurde, entwickelte ein Messinstrument, welches Aufschluss darüber geben soll, wie hoch die Gefahr, die vom Glücksspiel ausgeht, tatsächlich ist.

Mit dem Messinstrument kann das Gefährdungspotential unterschiedlicher Glücksspielangebote gemessen werden. Dies könnte in Zukunft dem Gesetzgeber die Möglichkeit geben, entsprechende Maßnahmen zum Schutz und zur Kontrolle einzuleiten. Mit dem entwickelten Messinstrument kann ein messbares Profil einzelner Glücksspielprodukte erstellt werden. Seit 2007 arbeiteten Forscher aus den Bereichen ökonomie, Recht, Medizin, Psychologie und Soziologie an diesem Mess- und Bewertungsinstrument, welches die Regulierung des Glücksspielmarktes langfristig für den Gesetzgeber und die Rechtsprechung erleichtern soll.

Grundlagen des Mess- und Bewertungsinstruments

Die Experten nutzten zur Entwicklung des Mess- und Bewertungsinstruments verschiedene Informationen als Grundlagen. Hierzu wurde eine empirische Basis der Gefährdungskriterien und ihrer Gewichtung erstellt. Zudem wurde bei der empirischen Untersuchung zwischen Normalspielern, Problemspielern und Anbietern differenziert. Mit Hilfe der strukturellen und situativen Merkmale des Glücksspiels, welche durch Befragungen herausgefiltert werden konnten, wurde das Gefährdungspotential von Glücksspielen ermittelt.

Als Grundlage dienen insgesamt 12 Kriterien, an denen die Glücksspiele in individuelle Profile eingeteilt und unterschieden werden können. Das Messinstrument könnte in der Zukunft von unabhängigen Prüfstellen eingesetzt werden, um so angebotene Glücksspiele nach Suchtgefährdungsgrad einstufen zu können. Mit der Weiterentwicklung des Messinstruments könnte eine gesellschaftspolitisch und volkswirtschaftlich sinnvolle Investition getätigt werden, die in erster Linie allen Beteiligten und vor allem Betroffenen zu Gute kommen würde.

Entwurf zur Glücksspielwerbung innerhalb der EU

Entwurf zur Glücksspielwerbung innerhalb der EU

ähnlich wie beim Alkohol- und Zigarettenkonsum müssten mit Hilfe der Werbung die Menschen darauf aufmerksam gemacht werden, inwieweit das Glücksspiel für einzelne ein Risiko bzw. eine Gefahr darstellen kann, so die EU-Kommission. Somit soll eine Warnung an jede Glücksspielwerbung angehangen werden, diese Empfehlung wurde bereits für alle EU-Mitgliedsstaaten ausgesprochen. Mit der Warnung sollen die Menschen auf die Problematik rund um die Suchtgefahr beim Glücksspiel aufmerksam gemacht werden.

Der Spielerschutz sowie der Jugendschutz sind wichtige Themen im Zusammenhang mit dem Glücksspiel. Durch Warnungen über die Glücksspielwerbung sollen die Spieler auf Gewinn- und Verlustmöglichkeiten beim Glücksspiel sowie die Risiken von der Spielsucht aufmerksam gemacht werden. Wenn der Entwurf zur Glücksspielwerbung veröffentlicht werden sollte, dann wird mit diesen Empfehlungen auch die Aufforderung einhergehen, den Jugendschutz in Bezug auf das Glücksspiel zu verstärken. Das Verbot der Glücksspielwerbung im Zusammenhand mit Jugendlichen sei eine Option, die derzeit von der Eu-Kommission in Erwägung gezogen werde.

Mit der Empfehlung von Seiten der Eu-Kommission wird eine Harmonisierung der Glücksspielregulierung für alle Mitgliedsstaaten der EU angestrebt. Die Empfehlungen seien rechtlich nicht bindend, jedoch sollte es in dem Interesse aller Länder liegen, das Glücksspiel anzubieten und gleichzeitig die Personen vor den Gefahren zu warnen, um so die Spieler und vor allem auch die jugendlichen Spieler langfristig schützen zu können. Die Thematik ist deshalb gerade jetzt sehr interessant geworden, da die Mitgliedsstaaten der EU an verschiedenen Stellen bereits daran arbeiten, die eigene Gesetze neu zu fassen und die Märkte entsprechend zu regulieren. Bei dieser Regulierung sollen Suchtgefahr und Spielerschutz selbstverständlich nicht außer Acht gelassen werden.