Illegales Glücksspiel – Die Politik sieht tatenlos zu

Illegales Glücksspiel – Die Politik sieht tatenlos zu

Der geschäftsführende Leiter Prof. Dr. Tilman Becker von der Forschungsstelle Glücksspiel an der Universität Hohenheim macht deutlich, dass die Situation in Deutschland in Bezug auf das illegale Glücksspiel nicht mehr tragbar sei. Während legalen Anbietern immer mehr Hürden und Regelungen aufgezwängt werden, floriere gleichzeitig das illegale Glücksspiel und die Politiker scheinen nicht in der Lage zu sein, etwas dagegen zu unternehmen, dabei gäbe es durchaus Möglichkeiten, so der Experte.

Neben dem Geld, was in dem rieseigen, illegalen Glücksspielmarkt in Deutschland liegt, birgt dieser auch Gefahren, vor allem für Jugendliche. Illegales Glücksspiel bietet für den Staat so gut wie keine Kontrollmöglichkeit. Das Angebot ist illegal und die Spieler begeben sich auch auf illegales Terrain. In Deutschland wird dies so gut wie gar nicht verfolgt. Den illegalen Anbietern stehen alle Türen offen, das Angebot kann ungeniert präsentiert werden und die Spieler werden einer großen Gefahr ausgesetzt. Experten der Forschungsstelle Glücksspiel an der Universität Hohenheim fordern Maßnahmen, die den illegalen Glücksspielmarkt eindämmen, dafür sorgen, dass das Angebot legal wird und damit den Spielern ein höherer Schutz geboten werden kann.

Wirksame Gegenmaßnahmen:

– Werbeverbot für illegale Glücksspielanbieter

– Zugriffsbeschränkungen auf Internetseiten illegaler Anbieter oder Internetsperren

– schwarze und weiße Glücksspiellisten

– Unterbindung der Finanzströme zu und von illegalen Glücksspielanbietern

Dies sind nur einige Methoden, die in anderen Ländern bereits Anwendung finden. In Deutschland bleiben die Politiker weiterhin passiv, obwohl es ein Einfaches wäre, Kontrollmechanismen einzuführen. Bisher werden Zuwiderhandlungen gegen das Glücksspielgesetz, dem Glücksspielstaatsvertrag, von Seiten der Behörden nicht geahndet. Die illegalen Anbieter behalten also weiterhin freie Hand und können ihr illegales Glücksspielangebot präsentieren und damit sehr viel Geld verdienen.

Forschungsstelle Glücksspiel an der Uni Hohenheim

Forschungsstelle Glücksspiel an der Uni Hohenheim

Die wissenschaftliche Untersuchung eines weiten Bereichs der Spiele und Wetten unter verschiedenen Gesichtspunkten ist eines der wichtigsten Ziele. Hierbei sollen vor allem rechtliche, ökonomische, mathematische, soziale, medizinische und psychologische Fragestellungen mit einfließen.

Die Forschungsstelle Glücksspiel der Universität Hohenheim besteht seit dem Jahr 2004. Bei der Forschungsstelle handelt es sich um eine unabhängige universitäre Einrichtung. Die Mitglieder der Forschungsstelle sind Wissenschaftler, die aus verschiedenen Schwerpunktbereichen kommen. Die Schwerpunkte liegen hier in erster Linie bei folgenden Themen:

– öffentliches und Bürgerliches Recht

– Ordnungs- und Verbraucherpolitik

– Mathematik und Statistik

– Finanzwissenschaft und Steuerlehre

– Wirtschaftstheorie

– Kommunikations- und Informationswissenschaften

– Haushalts- und Genderökonomik

– Marketing

– Spieltheorie

– Statistik und ökonometrie

– Psychologie

– Medizin

Alle Schwerpunktthemen der Wissenschaftler werden bei der Forschungsstelle Glücksspiel mit dem Bereich Glücksspiel in Verbindung gebracht. Die Expertise aus den Schwerpunktbereichen fließt somit in die vielfältigen Bereiche der Glücksspielforschung mit ein.