Wissenschaftliche Glücksspielforschung in Deutschland

Wissenschaftliche Glücksspielforschung in Deutschland

Geleitet wird diese Plattform durch Tilman Becker. Weitere Mitarbeiter der Forschungsstelle sind Wissenschaftler unterschiedlicher Fachbereiche, die das Glücksspiel als Schwerpunktthema haben. Die Forschungsstelle Glücksspiel ist eine unabhängige universitäre Einrichtung, die keine privatwirtschaftlichen Ziele verfolgt.

Ziel der Forschungsstelle Glücksspiel ist es, die Bereiche Spiele und Wetten, Glück und Leidenschaft unter rechtlichen, ökonomischen, mathematischen, sozialen, medizinischen und psychologischen Fragestellungen systematisch wissenschaftlich zu untersuchen. Vor allem gehört es zu den Aufgaben der Wissenschaftler, sich mit unterschiedlichen Ergebnissen zu verschiedenen Themen zu befassen. In Bezug auf das Glücksspiel kommen unterschiedliche Institutionen bei den gleichen Themengebieten zu verschiedenen Schlüssen.

Beispielsweise wenn es darum geht die Gefahr der verschiedenen Glücksspiele für die Spieler einzuschätzen. Während zum Beispiel die Rechtssetzung von einer großen Gefahr vom Lottospiel ausgeht und den Spielautomaten weniger Gefahr zusprechen, vertreten die therapeutischen Beratungsstellen bei diesem Thema genau die entgegengesetzte Meinung. Eben solch unterschiedliche Ergebnisse in Bezug auf eine Thematik werden von Seiten der Forschungsstelle Glücksspiel eingehend untersucht.

Die wissenschaftliche Leitung der Forschungsstelle wird durch einen Beirat beraten. Dieser Beirat setzt sich aus Mitgliedern von Institutionen und Unternehmen zusammen, die die Forschungsstelle darüber hinaus finanziell unterstützen. Einmal im Jahr wird ein Symposium von Seiten der Forschungsstelle Glücksspiel veranstaltet. Hierbei kommen Vertreter aus allen Bereichen zusammen, die an der zweitägigen Veranstaltung an der Universität Hohenheim teilnehmen. Gemeinsam wird hierbei die rechtliche Seite sowie die Suchtprävention und die wirtschaftlichen Auswirkungen des Glücksspiels diskutiert und näher beleuchtet.

Zu den Themen, die bei der Forschungsstelle Glücksspiel als besonders wichtig angesehen werden zählen Analysen der Märkte für Poker und Sportwetten, Analyse des Glücksspielkonsums, Hintergründe für die Teilnahme an Glücksspielen bei allen Spielern, Kategorisierung pathologischer Spieler, Glücksspiel im Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen, kriminelle Handlungen und Straftaten in Verbindung mit Glücksspiel, Gefahren des Glücksspiels, Beratung für Spielsüchtige, Spielsucht und andere Süchte, Kosten-Nutzen-Analyse des Glücksspiels, Kanalisierung des Spieltriebes und Evaluierung von Regulierungsmaßnahmen.

Jährlich erscheinen zu diesen Forschungsthemen zahlreiche Publikationen, die durch die Forschungsstelle Glücksspiel veröffentlicht werden. In diesem Jahr sind bereits mehrere Publikationen von Prof. Dr. Tilman Becker und Andrea Wöhr erschienen, die sich vorrangig mit den Themen aktuelle Lage auf dem Glücksspielmarkt, Spielsucht, Online Glücksspiel, Spielerschutz und Regelung in Bezug auf Spielhallen beschäftigen. Ein immer wiederkehrendes Thema ist auch der Glücksspielstaatsvertrag, der das Glücksspiel in Deutschland regelt und reguliert.

Die Publikationen werden den Interessenten auf der Webseite der Universität Hohenheim aufgezeigt. Eine wichtige Thematik sind außerdem die sozialen Kosten des Glücksspiels im Vergleich. Auch hierzu gibt es eine Publikationen, die sich vorrangig mit den neuesten Entwicklungen zum Glücksspielstaatsvertrag und der Schriftenreihe zur Glücksspielforschung (Hrsg. Tilman Becker) beschäftigt.

Wie das Glück funktioniert

Wie das Glück funktioniert

Der Neurowissenschaftler Prof. Michael Deppe brachte den Kindern an der Uni im Hörsaal näher, wie das Glück im Gehirn eigentlich funktioniert. Um die Thematik möglichst anschaulich zu präsentieren, durften die Kinder im Hörsaal sogar einige Glücksspiele ausprobieren.

Glücksgefühle in Bildern

Durch das eigene Ausprobieren konnten die Kinder im Hörsaal an der Kinderuni selbst verspüren, wie sich das freudige Kribbeln beim Glücksspiel anfühlt. Der Professor erklärt dieses Kribbeln mit dem Belohnungssystem, welches im Gehirn passiert.

Durch die Erforschung des Glücksspiels bei den Menschen, konnte der Professor den Kindern an der Kinderuni das Prinzip anschaulich näherbringen. Bei seiner Arbeit erforscht Prof. Michael Deppe Glücksgefühle von Menschen und versucht dieses Glücksgefühl, welches sich im Gehirn befindet, in Bildern darzustellen.

Die Darstellung von Bildern konnte Prof. Deppe erreichen, indem er ein Glücksspiel entwickelt, bei dem gleichzeitig ein MRT anzeigen kann, wie sich das Glück auf das menschliche Gehirn auswirkt, das heißt wie stark die Nervenzellen arbeiten. Die Kinder spielten während der Veranstaltung freiwillig als Versuchspersonen ein Spiel um Geld. Auf diese Art und Weise wurde den Kindern das Thema spielerisch näher gebracht.

Glücksspiel im Plagiatsfall von Annette Schavan

Glücksspiel im Plagiatsfall von Annette Schavan

Laut des Gutachters der Uni soll die Politikerin in der eigenen pädagogischen Dissertation getäuscht haben. Der aktuelle Plagiatsfall ist besonders aufwühlend für die Wissenschaft. Die Politikerin selber gibt an, dass sie sich zu Unrecht verdächtigt fühle. Ihr Amt hat sie durch den aktuellen Fall bereits verloren, doch nun geht es ihr offensichtlich um die eigene Ehre.

Plagiatsfälle dieser Art waren in der Vergangenheit immer ziemlich eindeutig. So haben die Gerichte meist den Unis das Recht zugesprochen. In diesem Fall gibt es jedoch einige Ungenauigkeiten, die die Frage aufkommen lassen, ob es sich um eine korrekte Begutachtung der Dissertation handle und das Verfahren hierzu korrekt abgelaufen sei. Der Fall nahm im April des Jahres 2012 seinen Anfang, denn hier wurde durch einen anonymen Plagiatsjäger angegeben, dass Schavan Textpassagen von anderen Autoren abgeschrieben hätte, ohne diese zu kennzeichnen.

Kurz nach dieser Anschuldigung schaltete sich der Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät der Uni Düsseldorf ein, um die Vorwürfe zu überprüfen und die Aberkennung des Doktorgrades in Erwägung zu ziehen. Die überprüfung wurde durch den Judaistik-Professor Stefan Rohrbacher vorgenommen, der als gründlich arbeitender Buchwissenschaftler bekannt ist, jedoch kein Fachmann im Bereich der Erziehungswissenschaften sei. Dies sei laut Uni jedoch nicht wichtig, da es um formale Vergleiche von Textpassagen gehe, nicht jedoch um inhaltliche Angaben. Während der Prüfung wurde von Seiten Rohrbachers auf 60 von 351 Seiten Plagiate gefunden, wodurch der Politikerin aufgrund dessen eine leitende Täuschungsabsicht unterstellt wurde.

Aufgrund enorm gravierender Plagiatsvorwürfe wurde dann der Fakultätsrat eingeschaltet. Eine Anhörung von Schavan selber oder ihres Doktorvaters wurde nicht vorgenommen und auch gab es an dieser Stelle kein zweites Gutachten von einem Fachwissenschaftler. Als es zur Entscheidung kam entschied Rohrbacher über sein eigenes Gutachten mit, doch das Verfahren wurde durch einen Rechtsprofessor im Auftrag der Uni bewertet und für korrekt befunden. Letztendlich wird die Entscheidung am Ende vor Gericht fallen.

Von Seiten der Wissenschaft bekam Schavan derzeit viel Zuspruch und teilweise wird das Gutachten kritisiert, da hier nicht die Zeit berücksichtig worden sei, in der die Arbeit geschrieben wurde und in welcher ganz andere Zitiervorgaben herrschten. Zitierfehler seien keine Plagiate, hier müsse eindeutig ein Unterschied gemacht werden, so einige Fachkollegen.

Grundsätzlich wurden während des Falls mehr und mehr Stimmen laut, die sich über die bestehenden Regelungen in solchen Fällen beschwerten. Die Unis hätten in solchen Fällen einen beliebigen Ermessungsspielraum und so würden sich die Vorgehensweisen der Universitäten auch enorm voneinander unterscheiden.

Gefordert wird eine einheitliche Regelung in solchen Fällen, um so die gleiche Basis zu haben und eine entsprechende Entscheidung einfacher treffen zu können. Wissenschaftler fordern ganz klar eine bundesweit einheitliche, verbindliche und transparente Regelung, wie Unis mit Plagiatsvorwürfen umgehen sollen.

Glücksspiel-Tagung in Luxemburg

Glücksspiel-Tagung in Luxemburg

Hierzu kamen Bernhard Stracke (ver.di), Christoph Dreher und Carsten Meerpohl als Teilnehmer zusammen. Insgesamt gehören 900 Gewerkschaften in 140 Ländern zu der UNI und bei der Sitzung wurden diese durch insgesamt 20 Delegierte aus acht Ländern Europas vertreten.

Neben wichtigen Gesprächen stand bei der Tagung in Luxemburg dieses Mal auch eine Besichtigung des einzigen Casinos vor Ort an. Hierzu besuchten die Teilnehmer der Tagung das Casino 2000 in Bad Mondorf. Es wurde am darauffolgenden Tag direkt ein Vortrag über die derzeitige Situation in Bezug auf das Glücksspiel in Luxemburg gehalten und der Geschäftsführer des Casino 2000, Guido Berghmans, stellte sein Unternehmen vor. Berghmans ist außerdem als Vizepräsident der Europäischen Spielbankenvereinigung bekannt.

In einer Diskussionsrunde mit den Teilnehmern der Tagung wurde ausführlich besprochen, wie sich die Folgen des Glücksspiels auf die Umsätze der Casinos auswirken. Auch wurden die Auswirkungen der jetzigen Spielbankensituation auf die Arbeitnehmer diskutiert und erörtert. Natürlich wurden Problematiken aufgeworfen, gleichzeitig saß man auch zusammen, um Lösungsansätze zu finden. Die Teilnehmer wurden sich schnell einig, dass die traditionellen Casinos Stärkung von außen brauchen. Die Interessen der Teilnehmer und deren Gewerkschaften schienen, wie sich herausstellte, sehr ähnlich zu sein.

Auf einer Tagung, bei der es um Glücksspiel geht, darf das Thema Spielsucht nicht fehlen. Frau Eleonora Iacobelli von EURODAP präsentierte einen Vortrag zum Thema "Spielen als soziales Phänomen". Das Spielen sei ihrer Rede nach ein Teil der Natur des Menschen und dennoch bestehe für jeden Menschen die Gefahr, hiervon abhängig zu werden. Grundsätzlich sprach die Expertin sich für eine staatliche Regulierung des Glücksspiels aus, da dieses so besser kontrolliert werden könnte und entsprechende Regelungen und Gesetze auch die Spieler in erster Linie vor den Gefahren der Sucht schützen könnten.

In der Folgenden Zeit sollen die Politiker der verschiedenen Länder davon überzeugt werden, wie sinnvoll es ist Regelungen und Regulierungen einzuführen. So werden in Bezug auf das Glücksspiel nach Meinung der Experten nicht nur die Spieler selbst geschützt, sondern vielmehr auch die Arbeitsplätze, die unzählige Menschen innerhalb der Glücksspielindustrie beschäftigen.

Die Gewerkschaft ver.di für Deutschland habe sich gegen eine Regulierung des Glücksspiels in Deutschland ausgesprochen und unterstützt weiterhin das Vorhaben, dass die durch den Glücksspielstaatsvertrag verbotenen Glücksspiele in Deutschland auch weiterhin verboten bleiben sollen.

Glücksspiel an der Uni

Glücksspiel an der Uni

Die beiden Frauen sind Angestellte der SCHMIDT Gruppe und können heute mit Stolz vorzeigen, dass sie den Lehrgang erfolgreich abgeschlossen haben. Mit dem Zertifikat "Excellence in Responsible Gaming" wurden die beiden Mitarbeiterinnen des Glücksspielunternehmens ausgezeichnet und zudem 21 weitere Teilnehmer/innen aus Deutschland und Österreich, die den ersten Lehrgang dieser Art an der Wiener Privatuniversität absolvierten.

Gudrun Klerner ist Vertriebsleiterin bei der SCHMIDT Gruppe, während Petra Schulze Ising als Assistentin des Geschäftsführers Medien und Politik agiert. Beide Frauen können auf einen umfassenden Erfahrungsschatz zurückgreifen, da sie sich innerhalb des Unternehmens bereits vorab umfassend mit den Themen Spielerschutz, Spielerschutzkonzept und Prävention auseinander setzten. Der Lehrgang an der Privatuni dauerte zwei Semester und erweiterte den Erfahrungsschatz beider Frauen. Im Anschluss an die zwei Semester geben die Frauen an, dass sie durch den Lehrgang eine andere Perspektive erhalten konnten und zudem neue Ideen und Einblicke erworben haben, die den Angestellten innerhalb des Unternehmens in Zukunft helfen sollen, neue Bereiche abzudecken.

Die Thematik des Lehrgangs war klar abgesteckt. In erster Linie wurde den Teilnehmern und Teilnehmerinnen ein Einblick in die unterschiedlichen Aspekte des Glücksspiels gewährt und im Zusammenhang damit konnten die meist glücksspielerfahrenen Personen innerhalb es Lehrgange Neues zum Thema Responsible Gaming dazu lernen. Bei dem Lehrgang wurden sowohl rechtliche als auch finanztechnische sowie spieltechnische und produktspezifische Aspekte durchgenommen.

Der Spielerschutz stand unter anderem bei dem Lehrgang im Vordergrund und nahm bei den Teilnehmern, die aus unterschiedlichen Bereichen kamen, einen hohen Stellenwert ein. Praxiserfahrene Dozenten führten den Lehrgang durch und erfüllten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit Stolz, als diese ihren Abschluss vor Ort erlangten. Nach zwei Semestern konnten die Teilnehmer/innen mit einer schriftlichen Prüfung beweisen, dass sie das Gelernte der zwei Semester verinnerlicht haben.