Eindämmung der Spielsucht durch Verbote

Eindämmung der Spielsucht durch Verbote

Im Zusammenhang mit dem Glücksspiel ist die Spielsucht immer ein wichtiges Thema. In der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen arbeiten die Mitarbeiter daran, Konzepte zu entwickeln, um die Spielsucht beim Glücksspiel einzudämmen, für Aufklärung zu sorgen und betroffenen Spielern Hilfe anzubieten.

Aktuell ist das Thema Spielsucht viel diskutiert, denn eine große Gefahr gehe nach Angaben verschiedener Beratungsstellen von Spielautomaten aus. Dies ist einer der Gründe, warum die Eindämmung des Automatenspiels in Deutschland in diesen Tagen ein wichtiges Thema ist. Neue Gesetzesentwürfe und Regelungen sollen dafür sorgen, dass die Anzahl der Spielhallen sich in ganz Deutschland verringert. Dies wirft natürlich die Frage auf, ob die Verbote dabei helfen werden, die Spielsucht tatsächlich einzudämmen?

Nach Angaben von Daniela Senger-Hoffmann, die als Landeskoordinatorin in der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen tätig ist, sorgt eine Reduzierung des Angebots langfristig dafür, dass die Nachfrage absinkt. Aus diesem Grund ist es ihr ein großes Anliegen, dass die Gesetzesänderungen zügig umgesetzt werden.

Je weniger Angebot in unmittelbarere Nähe vorhanden ist, desto weniger gehen die Spieler diesem nach, so die Aussage der Landeskoordinatorin. Als nächste Schritte müssen die Übergangsfristen eingehalten werden und dann wird erwartet, dass die Kommunen und Ordnungsämter in Bezug auf die Umsetzung der neuen Glücksspielregeln Hand in Hand zusammenarbeiten.

Fakten zur Spielsucht in Hessen:

  • rund 18.000 Menschen mit problematischem Spielverhalten
  • etwa 16.000 Menschen mit einem pathologischen Spielverhalten
  • Betroffene sind hauptsächlich junge Männer zwischen 18 und 25 Jahren
  • bundesweit nur rund zehn Prozent Frauen unter den Glücksspielsüchtigen

Spielersperren als Mittel gegen die Sucht

Den betroffenen Spielern ist es möglich, sich selbst für das Glücksspiel zu sperren. Hierzu ist es notwendig, einen schriftlichen Antrag zu stellen, sowohl wenn ein Spieler sich selbst sperren will als auch wenn ein Spieler gesperrt werden soll, aufgrund von auffälligem Spielverhalten. Die Spielersperren gelten für ein Jahr, erst danach gibt es die Möglichkeit, diese wieder aufheben zu lassen. Die Möglichkeit der Selbstsperrung wird nach Angaben der der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen mehr genutzt als anfänglich erwartet.

Weniger erfreulich ist dies natürlich für die Automatenbranche, denn seit es die Möglichkeit der Selbstsperrung gibt und diese auch häufig in Anspruch genommen wird, verzeichnete die Branche bereits Rückgänge der Einnahmen. Für die Suchtberatung ist dies dennoch ein Erfolg. Allerdings gibt es die Möglichkeit der Sperren bisher nur für Spielbanken und Spielhallen. Glücksspiel wird allerdings heutzutage vermehrt auch in Gaststätten angeboten. Hier gibt es für die Spieler bisher noch keine Möglichkeit der Selbstsperrung. Nach Angaben der Suchtberatungsstelle soll hierfür jedoch schon bald eine Lösung gefunden werden.

Online Glücksspiel Markt floriert trotz Verboten

Online Glücksspiel Markt floriert trotz Verboten

Statistiken zu Folge gibt es in Deutschland mehr als 10.000 Anbieter, die ihr Online Glücksspiel in Form von Online Casinos im Internet anbieten. Pro Jahr kommen rund 20 Prozent an neuen Anbietern hinzu. Umso widersprüchlicher ist es, dass nach der aktuellen deutschen Gesetzeslage fast überall das Online Glücksspiel verboten ist. Es gibt bisher nur ein Bundesland, in dem Online Gaming offiziell erlaubt ist.

Bisher hat nur das Bundesland Schleswig-Holstein einen liberalen Weg in Bezug auf das Online Glücksspiel eingeschlagen. Die Regulierung des Online Gamings fand vor Ort in den Jahren 2012/2013 statt. Auch wenn es bereits schon zu dieser Zeit Politiker gab, die die Meinung vertraten, dass der schleswig-holsteinische Weg auf Bundesebene eingeführt werden sollte, so war dies bisher nicht geschehen.

Aktuell wird jedoch von Seiten des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe geprüft, ob der schleswig-holsteinische Weg nicht den deutschen Glücksspielstaatsvertrag infrage stellt. Demnach könnte es sein, dass sich die Rechtslage in Deutschland in Bezug auf das Online Glücksspiel schon in naher Zukunft ändern könnte. Bereits im Mai soll eine Entscheidung von Seiten des Bundesgerichtshofs gefällt werden.

Reguliertes Online Glücksspiel für Deutschland

Viele Meinungen in Beug auf die Regulierung des Online Glücksspiels in Deutschland gehen in die gleiche Richtung: Online Glücksspiel ist in Deutschland vielfach vorhanden, dies sollte daher auch reguliert und in einen liberalen Weg gelenkt werden. Klare Regeln und Transparenz seien die Punkte, die nun umgesetzt werden sollten, um das Online Glücksspiel aus der Grauzone herauszuholen und ein legales Angebot für die Spieler zu präsentieren.

Dies wiederum könnte auch einen besseren Spielerschutz gewährleisten. Es gibt bereits Portale im Internet, bei denen die Spieler sich über die verschiedenen Casinos und ihre Angebote informieren können. Somit wird den Spielern hierüber bereits Sicherheit und Transparenz geboten, denn so können sich die Spieler in Bezug auf die Seriosität der Online Casinos sicher sein.

Norwegen im Kampf gegen illegales Online Glücksspiel

Norwegen im Kampf gegen illegales Online Glücksspiel

Auch in Norwegen ist das Online Gaming bereits bekannt, wenn auch vor Ort eigentlich verboten. Das Verbot gilt für Anbieter von Online Glücksspiel sowie für Anbieter von Online Poker. Nun soll stärker gegen die illegalen Angebote vorgegangen werden.

Der erste Schritt ist bereits getan. In Norwegen wurde nun festgelegt, dass Youtube vor Ort keine Werbung mehr zeigen darf, bei der Online Gambling angepriesen wird. Die Gambling Werbung soll von nun an direkt von Youtube geblockt werden. Grund hierfür ist das vorherrschende Onlineglücksspiel- und Onlinepoker-Verbot vor Ort. Werbung, die verbotene Angebote präsentiert, darf nicht ausgestrahlt werden, weil dadurch die Versuchung für die Kunden größer ist, den illegalen Angeboten nachzugehen.

In erster Linie handelt es sich bei den illegalen Angeboten um Online Glücksspiele, die von Anbietern aus übersee präsentiert werden. Gegen diese Anbieter und deren Spielraum innerhalb Norwegens soll nun effektiv vorgegangen werden. In Norwegen wird das Monopol im Bereich Glücksspiel durch die Glücksspielanbieter Norsk Tipping und Norsk Rikstoto dargestellt.

Gerade die Monopolisten unterstützen die Vorgehensweise und wollen dabei helfen, die Anbieter aus übersee vom Markt zu verdrängen, den illegalen Glücksspielmarkt so zu verringern und den legalen, regulierten Angeboten mehr Raum zu schaffen.

Eindämmung der Casinoflut

Eindämmung der Casinoflut

Hier wird nun vermehrt gegen diese nicht enden wollende Flut vorgegangen. Die Spielhallen sollen eingegrenzt werden und durch strengere Auflagen sollen weitere Eröffnungen verhindert werden.

Dieser Schritt ist für die Stadt besonders, denn während das Stadtbild unter den Spielhallen leidet und die Spielsüchtigen einer besonders großen Gefahr ausgesetzt sind, so bieten die Spielhallen für die Stadt gleichzeitig eine hohe Einnahmequelle. Durch verschiedene Gebühren, wie der Vergnügungssteuer, der Verwaltungsgebühr und der Bearbeitungsgebühr fließen Gelder in die Stadtkassen und bieten für den Staat ein besonders erträgliches Geschäft. Dennoch wolle man auch auf Kosten der Einnahmen weiterhin versuchen, die Spielhallenflut einzudämmen und die Anzahl der Spielhallen zu reduzieren.

Der Kampf gegen die Casinoflut hat in Worms bereits vor einigen Monaten begonnen. Hier erließ der Stadtrat ein Verbot, dass in der Region rund um den Dom keine weiteren Casinos eröffnet werden dürfen. Mit diesen Verboten sollen weitere Ansiedlungen verhindert werden. Während in der Innenstadt demnach keine weiteren Neueröffnungen von Spielhallen erfolgen, so boomt das Geschäft der Neueröffnungen am Stadtrand. Die Dichte der Geldspielgeräte ist in Worms besonders hoch. Neben dem Eröffnungsverbot wurden auch die Anzahl der Geldspielgeräte in den einzelnen Etablissements angepasst und dennoch sind in Worms viele Geräte für wenige Personen vorzufinden.

Die Vergnügungssteuer wurde in Worms erst eingeführt, um den Spielcasinos den Kampf anzusagen. Die Steuer zählt zu dem Eindämmungsversuch des Staates, der etwas gegen die Spielhallenflut zu unternehmen versucht. Weitere Ideen wurden bereits vorgeschlagen, die dabei helfen sollen die Spielhallenflut einzudämmen.

Beispielsweise existiert der Vorschlag, die Geldspielgeräte in Gaststätten gänzlich zu verbieten. Ob diese Idee umgesetzt werden kann, bleibt vorerst noch abzuwarten. Das Hauptziel im Kampf gegen die Spielhallen ist der Schutz der Menschen. Diese sollen vor den Fängen der Spielsucht und deren Folgen bewahrt werden.

Verbote sind nicht immer sinnvoll

Was das Pokern in der Schweiz angeht, so hat es immer mehr ähnlichkeit mit dem Chicago in den 20er und 30er Jahren. Das Untersagen der Produzierung und des Verkaufs von Alkohol kurbelte in den Vereinigten Staaten die Geschäfte in Gangsterkreisen richtig an.

Bekannte Größen wie Al Capone kamen durch diese Geschäfte zu Reichtum. Doch das Land gab nach und erlaubte den Alkohol wieder. Seit dieser Zeit weiß man, dass Verbote mehr kaputt machen als richten, besonders wenn das Verbotene in der Illegalität praktiziert wird.

Doch nun wurde bekannt, dass in der Schweiz stolze Beträge beim unrechtmäßigem Cash-Game verzockt werden, dabei soll es sich um maximal 155.000 Euro handeln. Die Illegalität in dieser Umgebung begünstige das Risiko, suchtkrank zu werden, so ein Fachmann von der Universität Luzern.

Hier sollen auch Kredit unter der Hand und Drogenhandel stattfinden. So lässt sich der Schluss ziehen, das Poker im Untergrund bestens läuft. Diese These hätte auch schon im Mai letzten Jahres Gültigkeit gehabt, als das Bundesgericht in der Schweiz befand, dass die Poker-Version Texas Holdem als Glücksspiel anzusehen ist und für entsprechende Poker-Turniere das Spielbankengesetz gilt.

Seit diesem Zeitpunkt ist es privaten Turnierveranstaltern nicht mehr gestattet, solche Turniere zu organisieren, bei denen um Geld gespielt wird. Nur Spielbanken mit staatlicher Zulassung ist dies erlaubt. Solche Turniere im privaten Kreis sind aber rechtens.

Weil die Grenze zur Illegalität aber nicht klar definiert werden kann, werden die übergänge immer unschärfer. Der Ständerat fand es aber nicht für nötig, eine gesetzliche Anpassung, sprich eine gesonderte Legalisierung des Pokers von Privatanbietern durchzuführen.

Von der schweizerischen Partei SVP mit nationalkonservativen Ansichten kam die Idee, dass Pokerturniere ohne kommerziellen Hintergrund mit einem maximalen Einsatz von 200 Franken nicht unter das Gesetz fallen sollen. Sie möchten auch eine Zulassung für Lokale, in denen nur Kartenspiele gespielt werden, durchsetzen, doch dies hat keine Mehrheit im National- und Ständerat.

Bei dieser Ausgangslage kann man davon ausgehen, dass unrechtmäßige Pokerrunden weiterhin Zulauf haben werden. Ein sinnvoller Kampf gegen diesen Markt scheint nicht möglich zu sein, da keine geeigneten Vorbeugungsvorschläge und Ermittlungskonzepte vorliegen.

Die Untersuchungschefin der Spielbankenkommission gibt an, dass man bei den Ermittlungen die Unterstützung der Bürger benötige.