Drei Phasen der Spielsucht

Drei Phasen der Spielsucht

Nach Angaben von Experten gibt es drei Phasen und die Spielsucht wird von Phase zu Phase schlimmer. Suchtexperten raten deshalb den Spielern die Anzeichen für eine Spielsucht zu kennen, sich im Vorfeld schon entsprechend zu informieren. Wer sein eigenes Verhalten beobachtet kann vielleicht schon in der ersten Phase feststellen, dass das eigene Spielverhalten eine Suchtgefahr birgt und sich dann entsprechende Hilfe in den Beratungsstellen holen.

Die drei Suchtphasen im Überblick:

Phase Eins:

– Spieler gehen in ihrer Freizeit dem Glücksspiel nach

– Verluste werden ausgeglichen

– Gewinnen von Sicherheit beim Spiel, die Spieler kennen sich immer besser aus

– Anstieg der Risikobereitschaft

Phase Zwei:

– häufigeres Spielen

– es werden höhere Gewinne gebraucht, um Gewöhnungseffekte beim Glücksspiel auszugleichen

– erste familiäre und finanzielle Probleme

Phase Drei:

– kompletter Kontrollverlust

– Glücksspiel als Lebensmittelpunkt

Der Weg aus der Spielsucht ist schwer

Die Entwicklung der Spielsucht in den drei Phasen passiert bei den meisten Spielern sehr schnell. Die Phasen dauern häufig nicht lange an und je weiter die Spielsucht fortgeschritten ist, desto schwieriger ist es für die Spieler dieser wieder zu entkommen. Für die Spieler ist es daher wichtig, sich in erster Linie über die Spielsucht zu informieren und wenn möglich selbst erste Präventionsmaßnahmen vorzunehmen.

Wer sich selbst gut kennt und weiß, dass eine Suchtgefahr vorhanden ist, dem wird geraten sich von dem Glücksspiel fernzuhalten. Hier gibt es für Spieler die Möglichkeit, sich zum Beispiel in den Spielbanken selbst sperren zu lassen.

Borderline durch Poker

Borderline durch Poker

Das Borderline Syndrom kann als Persönlichkeitsstörung bezeichnet werden, bei der Instabilität im eigenen Handeln und in der Beziehung zu anderen Spielern eine große Rolle spielt. Stimmungsschwankungen und ein verzerrtes Selbstbild können außerdem zu diesem Krankheitsbild zählen.

Die Störungen treffen die Spieler direkt im Denkablauf. Hier kann von den Betroffenen kein Realitätsbewusstsein gefordert werden, denn für die Spieler ist die eigene Einstellung ganz klar die Richtige. Selbstüberschätzung und Arroganz können auch Ausdruck des Borderline Syndroms sein und gerade am Pokertisch ist dies ein oft gesehenes Verhalten.

Durch die Selbstüberschätzung kann es am Pokertisch auch schnell mal zu hohen Verlusten kommen, doch der betroffene Spieler sieht hier den Fehler zumeist nicht in seinem eigenen Versagen, sondern vielmehr gibt es genug andere Menschen am Pokertisch, denen man die Schuld für sein eigenes Versagen geben kann, auch wenn es am Ende der Croupier oder die hübsche Bedienung ist.

Weitere Störungen auch abseits des Pokerspiels

Bei der dissoziativen Störung legen viele betroffene Spieler ein auffälliges Verhalten am Spieltisch an den Tag, aber auch außerhalb des Pokerspiels zeichnen sich diese Personen durch klare Selbstüberschätzung aus. Hier geht es zum Beispiel um die eigene Wahrnehmung. Borderliner denken, dass ihr Aussehen dem von George Clooney gleicht, während Außenstehende in dieser Hinsicht eine ganz andere Empfindung haben.

Nicht jeder Spieler mit einem komischen Verhalten am Spieltisch ist tatsächlich ein Borderliner, aber langfristig soll dies eine Auswirkung des regelmäßigen Spiels sein, so die aktuelle Langzeitstudie. Inhalte der Studie sind sehr medizinisch und auch ein wenig angsteinflößend, weil wenn man zu viel darüber weiß, die Gegenspieler am Tisch am Ende vielleicht noch mit anderen Augen sieht.

Online-Trainingsprogramm gegen Spielsucht

Online-Trainingsprogramm gegen Spielsucht

Mit einem Online-Trainingsprogramm von UKE-Wissenschaftlern und der Verhaltenstherapie Falkenried sollen nun auch Spieler Hilfe erhalten, die bisher nicht in Behandlung sind. Angesprochen werden sollen mit dem Online-Trainingsprogramm alle Menschen mit Glücksspielproblemen. Das Spielerprojekt soll so viel Flexibilität bieten, dass es anhand von neuen Erkenntnissen verändert und angepasst werden kann. Die Vorstellung dieser neuen Innovation erfolgt in naher Zukunft auf einer internationalen Konferenz in Helsinki.

Der Zeitpunkt ab wann das Spielverhalten eines Spielers problematisch wird ist schwer zu bestimmen. Grundsätzlich legen schon viele Spieler ein problematisches oder gar krankhaftes Spielverhalten an den Tag, die in regelmäßigen Abständen dem Glücksspiel nachgehen und gleichzeitig jedoch noch weiterhin ihre tägliche Arbeit verrichten. In diesem Stadium befinden sich die Spieler meist noch innerhalb ihres eigenen, finanziellen Spielraums.

Dennoch ist schon hier in vielen Fällen ein krankhaftes Spielverhalten zu bemerken, als erstes bemerken dies meist Familie und Freunde, die der Meinung sind, der Spieler würde bereits andere wichtige Dinge vernachlässigen. Der Spieler selbst merkt in diesem Stadium noch nichts und schätzt das eigene Spielverhalten als ganz normal ein. Die meisten Spieler, die allgemein als Spielsüchtig eingestuft werden, befinden sich noch in dem Vorstadium, welches man als problematisches oder krankhaftes Spielverhalten bezeichnen kann. Der Spielsucht sind die Betroffenen zu diesem Zeitpunkt nicht verfallen und meist gibt es auch schon vorher Hilfe, so dass das problematische Spielverhalten nicht zur Spielsucht ausurfern kann.

Als pathologisches oder krankhaftes Spielverhalten wird das Verhalten eines Spielers dann bezeichnet, wenn dieser sich mit dem eigenen Spielverhalten selber schadet. Bei der Spielsucht hingegen legen die Betroffenen ein viel stärkeres Verhalten an den Tag. Nicht nur finanziell leiden die betroffenen Personen unter der Sucht, auch setzen die Spielsüchtigen ihre sozialen Kontakte bis hin zur gesamten Existenz aufs Spiel. Oftmals mündet die Spielsucht außerdem in kriminellen Handlungen, um sich zum Beispiel auf diesem Weg Geld zu beschaffen.

Online Hilfsangebote für Betroffene

Im Laufe der Jahre haben sich die Betroffenen enorm verändert. Während früher hauptsächlich männliche Arbeitslose der Spielsucht verfielen, betrifft es heute vermehrt Jugendliche und junge Erwachsene. Oftmals beginnt es mit einer Flucht vor dem Alltag mit Ablenkung beim Glücksspie, die sich bei wenig Kontrolle schnell zum kranhaften Spielverhalten oder gar zur Spielsucht entwickeln kann. Im Zuge der Studie werden zwei verschiedene Trainingsprogramme angeboten.

Bei der einen ist der Hauptaspekt die Bekämpfung der Ursache, bei der anderen steht die Beeinflussung des Spielverhaltens im Mittelpunkt. Bei einem der Programme wird eine anonyme Hilfemöglichkeit angeboten, die online nutzbar ist und insbesondere für diejenigen entwickelt wurde, die sich bisher noch nicht in Behandlung begeben haben und sich von kostenloser, anonymer Hilfe besser angesprochen fühlen. Die Wirksamkeit des Online-Trainingsprogramms soll im Zuge der Studie genau untersucht werden.

Echtgeldspiele bei Jugendlichen

Echtgeldspiele bei Jugendlichen

Auch bei Jugendlichen sind es eher die männlichen Teilnehmer der Studie, die bereits Erfahrungen im Bereich des Glücksspiels aufweisen. Für die weiblichen Studienteilnehmer sei das Glücksspiel weit weniger interessant. Grundsätzlich sind es vor allem männliche Spieler im Alter über 18 Jahren, die Erfahrungen in Bezug auf das Glücksspiel aufweisen können.

Während im ersten Moment davon ausgegangen werden kann, dass gerade das Online-Glücksspiel für die jungen Spieler eine große Verlockung darstellt, vor allem wegen den geringen Zugangskontrollen, ist es umso überraschender, dass gerade die Jugendlichen eher Interesse an den Offline-Glücksspielen aufzeigen. Hierbei handelt es sich um Spiele in Wettcaf?s in Spielhallen, die für Experten das gefährlichste Glücksspielangebot ? gerade für Jugendliche ? darstellen. Das Gesetz in österreich schreibt vor, dass das Glücksspiel erst für Personen über 18 Jahren erlaubt ist.

Die Studie zeigt deutlich auf, dass es scheinbar keine Schwierigkeit für Minderjährige Personen darzustellen scheint, in österreich Zugang zum Glücksspiel zu erhalten. Hier wird die Lücke ganz deutlich, die in Bezug auf die Zugangskontrollen in Wettlokalen vorherrscht. Bei den Jugendlichen sind es vor allem junge Männer mit mittlerem Bildungsstand und Migrationshintergrund, die dem Glücksspiel verfallen. Oft haben die betroffenen Personen keinen Ausbildungsplatz und keinen Job und erhoffen sich daher, den eigenen Kontostand durch das Spielen aufbessern zu können. Dieses Verhalten birgt jedoch, gerade für die Jugendlichen, eine große Gefahr in die Fänge der Spielsucht zu geraten.

Auch das Online Glücksspiel stellt gerade für die jungen Spieler eine große Verlockung dar. Auch hier lässt sich die Altersbeschränkung leicht umgehen und das Angebot im Internet ist umfassend sodass sich gerade für Jugendliche hier auch viele unkontrollierte Möglichkeiten bieten. Eine Beschränkung für die im Internet zur Verfügung gestellten echtgeldfreien Spiele gibt es hier für Jugendliche nicht, Forschungen zeigen jedoch auf, dass gerade diese Spiele für die Jugendlichen besonders problematisch werden können. Das Glücksspielverhalten der Jugendlich werde durch diese kostenfreien Spielen angeregt und sehr oft führen eben diese Anfänge dazu, dass die betroffenen Spieler immer mehr Interesse an dem Echtgeld-Glücksspiel an den Tag legen.

Überraschend ist es, dass den meisten Jugendlichen die Gefahr, die vom Glücksspiel ausgeht, durchaus bewusst ist. Die meisten Befragten jedoch machten deutlich, dass sie sich wohl über die Thematik informiert hätten, jedoch sich selbst überschätzen und der Meinung sind, dass sie nicht zur Spielsucht tendieren würden. Obwohl die Problematik also bekannt ist, können die Gefahren und Risiken oftmals nicht auf die Jugendlichen selbst angewendet werden, da diese davon ausgehen, der Spielsucht nicht verfallen zu können.

Spielsucht – ein teurer Spaß

Spielsucht – ein teurer Spaß

Was anfangs jedoch Spaß ist, kann sich ganz schnell zur rasant anwachsenden Spielsucht entwickeln. Mit der Spielsucht einhergehend führt das Verhalten der Betroffenen oft zu sozialer Abschottung, die Spieler machen mehr und mehr Schulden und das fehlende Geld kann nicht selten sogar zu kriminellen Handlungen führen. Dies zeigt der aktuelle Fall einer Frau, die die Firma, in der sie angestellt war, um eine Summe in Höhe von 300.000 Euro betrog.

Die Spielsucht wurde der 29-jährigen Frau zum Verhängnis. Die Spielsüchtige war Angestellte in einer Firma aus Holzmaden (Kreis Esslingen). Hier war die junge Frau als Buchhalterin tätig. Laut Angaben der Behörden habe die Frau die eigene Firma um 300.000 Euro betrogen, um mit diesem Geld die eigene Spielsucht finanzieren zu können. Dieser Fall war in der Laufbahn der Spielsüchtigen jedoch nicht das erste Vergehen, denn die Polizei kannte die Dame bereits. Erst einige Monate zuvor, wurde die Spielsüchtige vor Gericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Hier lag ein ähnlicher Tatbestand vor.

Im aktuellen Fall wird gegen die 29-jährige ermittelt. Die Ermittlungen gehen in Richtung Untreue. Die junge Frau sitzt derweil in Untersuchungshaft. Als Buchhalterin soll die Vorgehensweise der Angestellten ganz einfach gewesen sein. Die Vorwürfe sind eindeutig, die junge Frau habe die Firma um eine Summe in Höhe von 300.000 Euro betrogen. Hierzu soll die Spielerin Rechnungsbeträge an eine fiktive Firma überwiesen haben. Durch diese falschen Transfers konnte sich die Frau über 10 Monate lang die eigene Spielsucht finanzieren. Die Gelder wurden in regelmäßigen Abständen auf das eigene Konto und das einer Angehörigen überwiesen, so zeigen es die bisherigen Ermittlungen der Polizei auf.

Aufgedeckt wurde die Tat durch Bankangestellt, die große Geldtransfers auf das Konto der Spielerin bemerkten. Hier wurde der Verdacht auf Geldwäsche gestellt, was dazu führte, dass der Fall näher untersucht wurde. Die Betrügerin zeigte sich kooperativ und gestand, die Gelder aus dem eigenen Unternehmen veruntreut zu haben, um so die eigene Spielsucht finanzieren zu können. Der Fall wird in naher Zukunft vor Gericht gehen und es ist zu erwarten, dass es dieses Mal nicht bei einer Bewährungsstrafe bleibt.