Trocknet Las Vegas langsam aber sicher aus?

Die spanischen Eroberer gaben dem Ort, an dem sie sich auf ihren Reisen durch die Wüste des Westens mit Wasser eindeckten den Namen Las Vegas, was übersetzt "die Wiesen" heißt. Die Oase in der Mojave-Wüste verfügte im 19. Jahrhundert über üppige Quellen.

Las Vegas erfuhr seinen ersten Aufschwung in den 30er Jahren den 20. Jahrhundert. Drei Autostunden östlich der Stadt wurde der Hoover Damm gebaut, einer der größten Bauwerke in den amerikanischen Ingenieurschroniken. Die Bevölkerung vermehrte sich rasant und die Arbeiter etablierten Glücksspiel und Freudenhäuser in der Stadt.

Der Damm, der dazu gedacht war, das Wasser des Colorado zu stauen, war nicht nur das Fundament für ein wirtschaftliches Erfolgsmodell der Stadt, sondern er sollte auch die Wasserprobleme der Trockenregion für immer beseitigen. Doch seit diesem Zeitpunkt ist der Wasserspiegel des Lake Mead um 37 Meter gesunken. Das Wasser, das sich die sieben benachbarten Staaten des Colorado teilen müssen wird langsam aufgebraucht.

Das Grundwasser in Sin City konnte die Belastung durch die ansteigende Bevölkerung, die riesigen Casino-Hotels und die Golfplätze, die in den 1950ern angelegt wurden nicht mehr tragen. 12 Jahre darauf trockneten die üppigen Quellen für immer aus. Nun erhält man die Quittung im Staat Nevada, in dem sich die Stadt befindet, dass man bei der Aufteilung des Wassers nicht gut verhandelt hatte.

Von den knapp 10 Millionen Kubikmetern Wasser, die man den drei Staaten am Unterlauf des Colorado zugesprochen hatte, erhielt Kalifornien 5,4 Milliarden, Nevada muss sich mit knapp 470 Millionen begnügen. In den 90er Jahren begann die einflussreiche Southern Nevada Water Authority den Kampf um das kostbare Wasser.

Sie nötige Kalifornien, einen Teil seines überschüssigen Wassers abzugeben und arbeitete mit den Bundstaaten Kalifornien und Arizona am Bau eines Reservoirs zusammen. Dies geschah damit Mexiko nicht mehr Wasser anzapfen konnte, als ihm zugedacht wurde. Doch dies wird nicht genügen, um dem Durst im Großraum Las Vegas zu löschen, denn er hat schon die Zwei-Millionen Marke passiert.

Das erste Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts brachte eine dauerhafte Dürre mit sich, die Wasserbehörde gab jedem Bürger Geld, der aus freien Stücken seinen Rasen vor dem Haus eliminierte. Die Stadt sieht ihr Heil darin, das Grundwasser im Great Bassin im Norden Nevadas mithilfe einer Pipeline anzuzapfen. Umweltschützer und Rancher wehren sich seit einiger Zeit dagegen.

Sie haben Angst, dass dies aus dem empfindlichen ökosystem eine staubtrockene Gegend machen wird. Vor drei Jahren wurde der Stadt gestattet, Wasser aus einem Teil des Bassins zu ziehen. Doch erst vor kurzem entschied das Oberste Gericht im Bundesstaat, dass die Einspruchsfrist für die Rechtevergabe infolge von Formfehlern neu festgelegt werden muss. Der Kampf um das kostbare Nass geht also weiter.