Glücksspieländerungsstaatsvertrag und starke Kritik nach Inkrafttreten

Glücksspieländerungsstaatsvertrag und starke Kritik nach Inkrafttreten

Doch bereits vor der wirklichen Wirkung des neuen Gesetzes, gibt es bereits Kritik an dem verabschiedeten Glücksspieländerungsstaatsvertrag. Trotzdem fast alle Bundesländer den änderungsvertrag unterzeichnet haben, wird von Seiten der Politik bereits eingeplant, dass massive Werbeeinschränkungen umgesetzt werden sollen.

Diese Pläne stoßen vor allem bei den privaten Glücksspielanbietern auf ärger und Kritik. Die Planung umfasst die Bestimmung, dass die Werbemaßnahmen in Zukunft erst einmal der Glücksspielbehörde vorgelegt werden müssen, die dann darüber entscheidet, ob die Werbung gezeigt werden kann oder nicht.

Auch von Seiten des Vorsitzenden des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien VPRT, Jürgen Doetz, wurde scharfe Kritik geäußert. Der Vorsitzende gibt an, dass diese Regelungen einer Zensur entsprächen, die nicht gewährleistet werden dürfe. Die Einzellfallprüfung, wie sie vorgesehen ist, wird jedoch nicht nur von Doetz abgelehnt, sondern auch der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Dietmar Wolff, äußerte sich negativ zu den anstehenden Plänen.

Das Zensurverbot ist gesetzlich geregelt und die Einzelfallprüfung durch eine Aufsichtsbehörde käme auch seiner Meinung nach einer Zensur gleich. Dieser Ablauf soll ausschließlich bei den Sportwetten eingeführt werden.

Die Absicht hinter dem Glücksspieländerungsstaatsvertrag, dass eine kontrollierte öffnung des Glücksspielmarkts in Deutschland umgesetzt werden soll, wird jedoch durch diese neue Zensurregelung gemindert. Durch das staatliche Monopol in Bezug auf Lotto und Sportwetten, welches im Jahr 2008 eingeführt wurde, ist ein großer Schwarzmarkt entstanden, über den der Staat keine Kontrolle haben kann und konnte. Doch nicht nur die geringe Kontrollmöglichkeit, sondern auch darüber hinaus verlorene Steuereinnahmen, gaben ausreichend Gründe, um eine erneute änderung mit dem Glücksspieländerungsstaatsvertrag einzuführen.

Während die Ministerpräsidenten der Bundesländer noch über die Inhalte des neuen Vertrages diskutierten, setzte das nordische Bundesland Schleswig-Holstein die eigenen Pläne um und startete den Alleingang. Mit einer vollkommenen Marktöffnung und damit einhergehenden Liberalisierung wagte das Bundesland einen großen Schritt, der besonders von Seiten der EU-Kommission auf positives Feedback stieß.

Das neue Gesetz, der Glücksspieländerungsstaatsvertrag, sieht zwar nur eine Teilliberalisierung vor, aber immerhin wurde damit ein Schritt in die richtige Richtung unternommen. Während für Sportwetten auch private Anbieter zugelassen sind, bleibt das Lottospiel im staatlichen Besitz. Ein grundsätzliches Verbot gilt weiterhin für Poker und Online Casinos.

Es bleibt abzuwarten, wie viele Bewerber sich für eine Sportwettenlizenz bewerben werden und mit Sicherheit sind hier auch die Rahmenbedingungen nicht unwichtig. Die neusten Pläne in Bezug auf die Werbezensur dürften die Anbieter in dieser Hinsicht nicht besonders aufmuntern, um sich für eine Lizenzbewerbung zu entscheiden. Vor allem gäbe es eine große Ungerechtigkeit, wenn diese Maßnahmen in Zukunft tatsächlich umgesetzt würden.

Das staatliche Lottomonopol kann das eigene Angebot bewerben, ohne hierfür die Zustimmung der Aufsichtsbehörde zu benötigen. Dies ist ungerecht, besonders in Bezug darauf, dass die Werbung für Sportwetten einer Zustimmung der Behörde bedarf. Begründung hierfür ist die geringe Suchtgefahr beim Lottospiel, doch die Kritiker wollen diesen Grund nicht anerkennen, da Statistiken aufzeigen, dass die Suchtgefahr beim Lotto nicht geringer ist als bei Sportwetten.

Die Werberestriktionen sind grundsätzlich sehr undeutlich formuliert, dass die Anbieter sich nicht sicher sein können, was genehmigt ist und was einer besonderen Genehmigung bedarf. Die undeutliche Formulierung auf insgesamt 18 Seiten macht den Eindruck, dass durch die Restriktionen die Eindämmung des Schwarzmarkt deutlich schwieriger werden wird als geplant. Doch nicht nur private Anbieter und andere Experten der Glücksspielbranche haben bisher Bedenken geäußert, sondern darüber hinaus hat auch die EU-Kommission den Gesetzesentwurf schon am Anfang kritisiert.

Die Beschränkung der Lizenzen und das Verbot von Poker und Online Casino ist der Kommission nicht einleuchtend und in der Kritik forderte diese eine Beweisgrundlage, auf die diese Entscheidungen gestützt werden können. Ob aus Brüssel aufgrund der Entscheidung für den Glücksspieländerungsstaatsvertrag noch Einwände kommen werden, bleibt nun vorerst abzuwarten.

Skurrile Werbemaßnahmen der Online Casinos

In letzter Zeit haben die Glücksspielfans sich wahrscheinlich zunehmend über die skurrilen Werbeaktionen der Online Casinos gewundert.

Casinos wie das GoldenPalace Casino ist schon lange Zeit dafür berühmt, dass dieses sich besonders kreative und zumeist auch skurrile Werbeideen einfallen lässt.

Nachdem kürzlich von einem anderen Casino veröffentlicht wurde, dass eine Roulette-Kugel aus den Haaren des King of Pops, Michael Jackson, in Umlauf gebracht werden soll, macht das GoldenPalace Online Casino nun Schlagzeilen mit Nacktfotos des verstorbenen Models Anna Nicole Smith.

Die neuste Werbeaktion des GoldenPalace Casinos nennt sich "Lost Photos" und zeigt Bilder von Anna Nicole Smith, die zu dieser Zeit schwanger war und so wie Gott sie schuf mit goldener Farbe bemalt abgebildet ist. Die Bilder des ehemaligen Playboy-Pin-Up ziehen die Aufmerksamkeit der Kunden, der Glücksspielinteressierten und sogar der deutschen Medien auf sich. Trotzdem die Bilder nur auf englischen Websites veröffentlicht wurden, hat es das GoldenPalace Casino geschafft, damit auch die Aufmerksamkeit anderer Länder auf sich zu ziehen.

Laut Angaben des Casinos wurden die Werbeaufnahmen bereits im Jahr 2006 gemacht. Die Werbung sollte auch zu diesem Zeitpunkt ursprünglich präsentiert werden. Jedoch zog das Casino die Kampagne zurück, als der überraschende Tod des Models bekannt wurde. Das Online Casino gibt an, dass die Fotos erst einmal aus Respekt des Models und deren Familie gegenüber nicht veröffentlich werden sollten. Aus diesem Grund erscheinen die Bilder nun erst Jahre später und sorgen dennoch für viel Aufmerksamkeit.

Die skurrile Idee kam jedoch scheinbar nicht nur von dem dafür bekannten Casino, sondern laut deren Angaben war Anna Nicole Smith zu den größten Teilen selbst für Aufnahmen dieser Art verantwortlich. Sie habe selber kreative Ideen mit eingebracht und war dadurch treibende Kraft bei der Entstehung der Kampagne.

Laut Angaben der Verantwortlichen mochte die Blondine die davor gezeigten Werbekampagnen des Casinos und wollte daran teilhaben, etwas Aufregendes und Einprägsames für die Welt zu gestalten. Diese Intention wurde in der Tat durch Casino und Model gut umgesetzt und, wenn auch erst Jahre später, zieht es zumindest die Aufmerksamkeit vieler Personen auf sich.

Passend zur Veröffentlichung der Aufsehen erregenden Bilder kündigte das Online Casino nun auch, in Kürze einen Slot zu Ehren von Anna Nicole Smith auf den Markt zu bringen. Dieser soll die Dinge, die das Model liebte, wie zum Beispiel Glitzer und Glamour beinhalten.

Darüber hinaus möchte das GoldenPalace Casino damit an den Star gedenken. Weitere Bilder, die zu der Werbekampagne gehören, sollen in Bälde folgen und den Slot ankündigen, der zu Ehren von Anna Nicole Smith auf den Markt gebracht wird.