Fortsetzung des Westlotto-Verfahrens

Fortsetzung des Westlotto-Verfahrens

Der nächste Termin wurde nun festgelegt und so geht das Verfahren am 25. Januar 2017 in die nächste Runde. Das Verfahren wurde am Anfang durch die SWS Service GmbH, einer Tochtergesellschaft der mybet Holding SE, gegen die Westdeutsche Lotterie GmbH & Co. Eingeleitet.

Grund für das Verfahren:

– mögliche Schadenersatzansprüche der SWS

– kartellrechtswidriges Verhaltens von Westlotto

Der Fall zieht sich bereits eine Weile. Ursprünglich hatte das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte der SWS im April 2014 Schadenersatz in Höhe von 11,5 Mio. Euro zuzüglich Zinsen zugesprochen. Danach landete die Revision im, Juli 2016 beim Kartellsenat des Bundesgerichtshofs. Der Kartellsenat des Bundesgerichtshofs wies das Verfahren zur Neuverhandlung an das OLG Düsseldorf zurück.

Dieser Verhandlungstermin wurde nun für den 25. Januar 2017 festgesetzt. Es bleibt spannend, welche Wendungen das Verfahren noch mit sich bringt. Zudem ist noch nicht klar, ob der neu festgelegte Verhandlungstermin vor dem OLG Düsseldorf der letzte sein wird. Der Verhandlungstermin steht nun fest und wird mit Beginn des nächsten Jahres ausgetragen, wie viele weitere Termine im Anschluss noch folgen werden, kann jedoch noch nicht vorhergesehen werden.

Hintergrundinformationen zum Kläger

Bei dem Kläger handelt es sich um eine Tochtergesellschaft der mybet Holding SE. Das Unternehmen ist als lizensierter Anbieter von Sportwetten und Online-Casinospielen bekannt. Unternehmenssitz der mybet Gruppe wird in Kiel betrieben. Standorte des Unternehmens werden in Berlin, Hamburg, Köln und auf Malte geführt. Neben den Angeboten im Internet bietet mybet auch Angebote über ein Franchise-System in stationären mybet-Wettshops an. Weiterhin ist der Anbieter als B2B-Dienstleiter bekannt und beliefert regionale Wettanbieter in Europa und Afrika.

Lotto für junge Menschen

Lotto für junge Menschen

Dennoch hat der Glücksspielkonzern nun vor, dass Lottospiel auch für junge Menschen interessanter zu machen. Während das Lottospiel nahezu immer schon zu den beliebtesten Spielen der Deutschen gehörte führt die große Konkurrenz, vor allem aus dem Online Bereich, nun dazu, dass Westlotto überzeugt davon ist, nun etwas tun zu müssen um das beliebte Lottospiel 6 aus 49 entsprechend auf dem Markt zu positionieren.

Fakten zum Lottospiel:

– Durchschnittsalter der Spieler ist 55 bis 56 Jahre

– Abgabe der Lottoscheine vorrangig bei Annahmestellen

– jährliche Investition im Durchschnitt sind 111 Euro pro Spieler

– nur 5 Prozent der Lottospieler tippen online

Auch wenn Westlotto mit 6 aus 49 weiterhin steigende Umsätze verbuchen kann, so sieht das Unternehmen dennoch eine Gefahr von Seiten des illegalen Glücksspielmarkts. Zum einen sind es die illegalen Anbieter, die mit dem Lotto Gewinne erzielen, ohne dabei Steuern zu zahlen und den Verbraucherschutz zu gewährleisten. Zum anderen sind es Spielhallen, die mehr und mehr Konkurrenzdruck auf das staatlich geführte Lottounternehmen ausüben.

Das Ziel von Westlotto ist es demnach nicht mehr nur, die eigenen Umsätze zu steigern, sondern auch die illegalen Anbieter mit einem neuen Konzept vom Markt zu verdrängen, die Spieler von dem staatlichen Angebot zu überzeugen und auf diesem Weg auch den Verbraucherschutz starker zu fördern.

Verbraucherschutzkonzept für Glücksspiele in Deutschland

Verbraucherschutzkonzept für Glücksspiele in Deutschland

Zum "Düsseldorfer Kreis", eine Initiative, die von dem Wissenschaftsberater Knut Walter mitbegründet wurde, gehören folgende Anbieter und Personen:

– WestLotto

– WestSpiel

– Prof. Dr. Bühringer

– Prof. Dr. Ennuschat

– Günther Zeltner

– eva Stuttgart

– private Spielbanken

– LÖWEN ENTERTAINMENT

– LÖWEN PLAY

– SCHMIDT Gruppe

Ziel des &quot Düsseldorfer Kreises&quot ist es, einen gemeinsamen Vorschlag zu einer verbraucherschutz-orientierten Regulierung zu unterbreiten, um die inzwischen völlig blockierte Diskussion rund um das Thema Regulierung von Glücksspielen in Deutschland aufzulösen. Die erste Version des gemeinsamen Verbraucherschutzkonzeptes liegt nun bereits der Öffentlichkeit vor, nachdem in den vergangenen Jahren von den beteiligten Unternehmen und Personen gemeinsam daran gearbeitet haben.

Es wurde erreicht, dass Wissenschaft, Hilfe und fast alle Glücksspielsegmente sich auf gemeinsame Ziele, Prinzipien und Qualitätsanforderungen verpflichten. Der &quot Düsseldorfer Kreis&quot wurde im Januar 2012 von Martin Reeckmann (Rechtsanwalt und BupriS Vorstandsvorsitzender), Andre Schmidt (Psychologischer Psychotherapeut) und Knut Walter (Wirtschaftsberater) in Düsseldorf gegründet.

Folgende Kernaussagen beinhaltet das Verbraucherschutzkonzept des &quot Düsseldorfer Kreises&quot:

– Spielerschutz als Kern des Konzepts

– Glücksspiel wird nicht als Randgruppen-Phänomen angesehen

– Datenschutz, Manipulationssicherheit oder Auszahlungsgarantien als wichtige Kriterien des Verbraucherschutzes

– Entstigmatisierung des Glücksspielens

– frühere und zielgerichtetere professionelle Hilfe

Der Düsseldorfer Kreis teilt zu 100 Prozent gemeinsame Maximalvorstellungen von Qualität, die als formuliertes Angebot zur Diskussion und als Regulierungsalternative angeboten werden. Der &quot Düsseldorfer Kreis&quot soll nicht als Ersatz für Verbände angesehen werden, sondern versteht sich selbst als Vordenker, die gewissermaßen in Vorleistung gehen und eine Basis für folgende Diskussionen bieten.

Weihnachtsgeschenke von WestLotto

Weihnachtsgeschenke von WestLotto

Der WestLotto-Geschäftsführer Detlef Nagel übergab kurz vor Weihnachten einen Scheck in Höhe von 5.000 Euro an Erik Potthoff und Dietmar Rabich vom Heimatverein Dülmen e.V. Die Übergabe erfolgte zwei Tage vor Heiligabend in der Zentrale des größten deutschen Lotterieveranstalters in Münster. In jedem Jahr können die Mitarbeiter von WestLotto ein Projekt wählen, welches zur Weihnachtszeit durch den Lotterieveranstalter unterstützt werden soll. Auch in diesem Jahr entschieden sich die Mitarbeiter des Unternehmens für den Heimatverein Dülmen e.V..

Projektunterstützung statt Geschenke

Die Entscheidung, wer oder was in diesem Jahr unterstützt werden soll, wurde durch die Mitarbeiter von WestLotto getroffen. Nach Angaben des Geschäftsführers sei eine weise Entscheidung getroffen worden, denn die Unterstützung des Heimatvereins sei viel sinnvoller, als die Investition des Geldes in kleine Geschenke. So könne nun darauf gezählt werden, dass der Heimatverein sich auch im kommenden Jahr um Bewahrung der landschaftlichen Besonderheiten und Bräuche und die Erhaltung und Pflege von Boden- und Baudenkmälern gewährleistet werden können.

Aktive Flüchtlingshilfe von WestLotto – ein Mitarbeiter gibt Einblicke

Aktive Flüchtlingshilfe von WestLotto – ein Mitarbeiter gibt Einblicke

Um die Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zu unterstützen stellt das Unternehmen WestLotto seine Mitarbeiter zwei Stunden pro Woche frei. Sie haben sich als Mitarbeiter für die Hilfe entschieden. Wie sieht die Hilfe vor Ort aus? Und welche Aufgaben warten auf Sie?

Ich habe mich für den Bereich "Kinderbetreuung" entschieden. Regelmäßig fahre ich für zwei Stunden zur Flüchtlingsunterkunft in Münster und beschäftige mich mit den Kindern. Einen festen Ablauf gibt es dort nicht, da wir uns sehr individuell auf die Kinder einlassen. Manchmal sind wir durchgehend mit Kreidemalen und Seilspringen beschäftigt, an anderen Tagen spielen wir Fußball oder Basketball.

Unter Team-Westfalen.de kann sich jeder mit seinen individuellen Kompetenzen, Interessen und Ideen zur Bereitschaft melden. Welche Hilfe bieten Sie persönlich an?

Nach der Infoveranstaltung vom "Team Westfalen" war mir klar, dass ich mich gerne mit den Kindern beschäftigen möchte. Ich glaube, dass ich ein sehr umgänglicher Mensch bin, der mit Kindern immer sehr gut klar kommt.

Was hat Sie dazu bewegt sich aktiv an der Flüchtlingshilfe zu beteiligen?

Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, meiner Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft nachzugehen. Nachdem ich in den Nachrichten viele bedrückende Eindrücke bekommen habe, wie es in den Kriegsgebieten zugeht, habe ich mich entschlossen, den Flüchtlingen zu zeigen, dass sie hier herzlich willkommen sind.

Wie würden Sie die Situation vor Ort beschreiben?

Die Situation ist natürlich angespannt. Das Flüchtlingslager war ehemals eine Schule. 10-15 Personen schlafen in einem ehemaligen Klassenraum, was nicht viel Privatsphäre zulässt. Trotz dessen bin ich jedes Mal aufs Neue überrascht, mit was für einer Gastfreundschaft man empfangen wird. Natürlich sind die ersten Minuten ungewohnt, aber wenn die Bewohner der Unterkunft merken, dass wir sie herzlich willkommen heißen und den Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern, sind alle sehr nett zu uns und freuen sich, wenn wir wieder zu Besuch sind.

Ihr Unternehmen stellt Sie frei damit Sie anderen Menschen unentgeltlich helfen können. Was halten Sie persönlich davon? Sollten mehr Unternehmen in Deutschland dem Beispiel von WestLotto folgen?

Ich persönlich finde es großartig, sagen zu können, dass ich bei einem Unternehmen arbeite, welches solch ein Engagement zeigt. Persönlich hoffe ich, dass viele Unternehmen dem WestLotto-Beispiel folgen.

Wie wirkt sich die Hilfe auf die Familie und das eigene soziale Umfeld aus?

Das Engagement für die Flüchtlinge war in meiner Familie und in meinem Freundeskreis oft Thema. Es gab ausnahmslos positives Feedback. Es macht mich natürlich auch stolz, wenn mir Freunde, ohne dass ich sie darum gebeten habe, beispielsweise Sachspenden mitgeben. Mein Engagement wird geschätzt. Im Gegenzug berichte ich dann, wie toll die Spenden angenommen wurden. Ein Freund hat sich sogar entschieden, sich auch bei der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe anzumelden!

Wir groß ist die Bereitschaft generell und vor allem innerhalb der Mitarbeiter von WestLotto?

Wenn ich mir die Nachrichten anschaue und sehe, wie positiv die Flüchtlinge in München oder Dortmund empfangen werden, freue ich mich schon sehr. Genauso ist es, wenn ich mich mit den Kollegen bei WestLotto unterhalte. Im August fand eine Infoveranstaltung zum "Team Westfalen" statt. Ich war sehr erfreut, dass am Ende rund 25 Prozent der Infoteilnehmer von WestLotto kamen, die sich unabhängig voneinander angemeldet hatten.

Wie wirkt sich das soziale Engagement auf das Arbeitsklima bei Westlotto aus?

Ich finde, dass diese Situation und der Impuls vom Unternehmen das Arbeitsklima verbessert hat. Ich glaube, dass das Unternehmen sehr davon profitiert.

Wie sind die Bedingungen vor Ort? Woran mangelt es?

Die Bedingungen vor Ort sind im Vergleich zu Zeltlagern grundsätzlich gut. Natürlich fehlt Privatsphäre, aber diesem kann man nur sehr schwer gegenwirken. Mein Eindruck ist, dass die Hilfsbereitschaft im Münsterland sehr hoch ist. Was mir auffällt ist, dass es an Schuhen mangelt.

Die Flüchtlinge haben in den Unterkünften kaum Lebensqualität. Würden Sie die Flucht nach Deutschland mit einem Glücksspiel vergleichen?

Ich würde eine Flucht nicht als Glücksspiel bezeichnen. Ich zolle den Flüchtlingen Respekt und finde es sehr mutig, einen solchen Schritt zu wagen, um sich selbst und der Familie eine bessere Zukunftsperspektive zu ermöglichen.

Was bedeutet Glück für Sie? Würden Sie Ihre ehrenamtlichen Aufgaben als Glück bezeichnen?

Ich empfinde meine ehrenamtliche Aufgabe nicht als Glück, sondern als selbstverständlich!

Interview geführt von Franziska Steiner

(Bildquelle:westlotto.de)