Fusion verspricht viel Gutes

Die Message des Bwin-IR-Chefs ist deutlich. Zusammen mit PartyGaming sei man nun der größte Anbieter im Netz überhaupt. Der Zusammenschluss mit der Konkurrenz aus Großbritannien soll im ersten Vierteljahr des folgenden Jahres beendet sein.

Ob das österreichische Unternehmen an endgültig von der Börse in Wien dann ganz verschwinden wird oder nicht oder lediglich noch ein Listing in der britischen Hauptstadt hat ist noch nicht klar.

Die Gespräche über ein zweites Listing seien noch nicht abgeschlossen. Es kam deshalb zur Fusion, weil die Größe in der Online Wettindustrie kostenbedingte Vorteile mit sich bringt, wie bei EDV oder Marketing. Der Merger sei dazu gedacht, schneller zum Ziel zu kommen, so der Chef des IR. Hier sagte er, dass die Rentabilität Vorrang habe.

Die Synergien, die aus der Fusion hervorgegangen sind, benennt er mit 55 Millionen Euro und diese Planung sei mit Sicherheit nicht übertrieben. Mit PartyGaming ist Bwin nun die Nummer Eins auf dem Markt, was Poker, Sportwetten, Casinos und Casinos, besonders Bingo, angeht.

Gemeinsam sieht man sich an groß genug an, um auf allen kontrollierten Märkten den Kampf um den ersten Platz zu beginnen, dabei will man als "House of Games" bekannt werden. Bei der Kontrolle oder Nichtkontrolle von bislang staatlichen Monopolen, denkt er, dass einiges nun ins Rollen gekommen ist und er konstatiert, dass man bereit sei zu beginnen, wenn der Eintritt auf dem Markt in den Vereinigten Staaten wieder offen sei.

Hier war man schon vor vier Jahren im Geschäft, bis der damalige Präsident Bush den von der Regierung initiierten "Unlawful Internet Gambling Enforcement Act" unterzeichnete. Dieser verbot es Kreditinstituten und Banken finanzielle Transaktionen mit den Wettanbietern im Netz und Casinos im Internet zu tätigen. Bwin entschied sich daraufhin, die USA zu verlassen, zumindest vorerst.

Der wiederholte Eintritt in die Vereinigten Staaten hat aber noch keine deutliche Zukunft, diese ist in der Alten Welt momentan besser. Im Hinblick auf das kontrollierte Umfeld und auf den aktuellen Richterspruch des EuGH könnte in der Bundesrepublik die Sportwetten als allererstes Segment kontrolliert werden.

Die sei mindestens der Kompromiss für viele Teilnehmer auf dem Markt, so der IR-Chef von Bwin. Für das skandinavische Land Dänemark geht man von einer Regulierung mit Beginn des nächsten Jahres aus. Auch von Spanien gibt es Anzeichen, dass das Land schon im Folgejahr eine Öffnung des Marktes erreichen könnte.

In den Vereinigten Staaten muss man zunächst die Wahlen kommen lassen, erst kann könne man besser sehen, ob es schon im nächsten Jahr eine Chance für den Markteintritt besteht. Die Argumente der Bejaher einer öffnung des Marktes scheinen bei den Politikern im Hinblick auf leere Staatskassen immer plausibler zu werden, dies würde zusätzliche Steuereinnahmen bedeuten.

Operativ war der bisherige Verlauf dieses Jahres besonders von der Zulassungserteilung in Frankreich und der Fußball-WM in Südafrika beeinflusst. Die Fußballweltmeisterschaft war aus Perspektive eines Anbieters von Wetten positiv, da die Resultate oft überraschend waren. In Frankreich war das Geschäft von Anfang an gut.

Die ersten Monate seien recht gut gelaufen. Der Chef hat die Hoffnung die Position auf dem Markt im Wettgeschäft Frankreichs mittels der gestarteten Liberalisierung weiter ausdehnen zu können. Für das gesamte Jahr 2010 rechnet bwin mit einer bereinigten EBITDA-Marge von 25 Prozent in Bezug auf die Nettoerträge aus dem Gaming.

Die Wirtschaftskrise kann der Lotterieindustrie nichts anhaben, im Gegenteil: sie boomt

Die Lotterien schlugen sich während der Wirtschaftskrise äußerst wacker. Man hatte die begründete Angst, dass die Finanzkrise die Gewinnsumme beeinträchtigen könnte. Die Gewinne nehmen im Gegensatz zur übrigen Wettindustrie, die von der Wirtschaftskrise stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, zu.

Ein Bericht der GBGC (Global Betting and Gaming Consultants) zeigt auf, dass die staatliche Lotterie des Vereinigten Königreiches ein enorm starkes Wachstum während der Wirtschaftskrise von 3,9 Prozent verzeichnen konnte. Die Lotterien auf der ganzen Welt verbuchten einen Bruttoanstieg von 2,3 Prozent auf mehr als 75 Millionen Britische Pfund oder 110 Milliarden US-Dollar. Der erhebliche Aufschwung der Lotterien hing zum Teil mit neuen Entwicklungen in der Branche zusammen.

Der Verkauf von Lotterielosen per Handy oder Internet trug wesentlich zu den Gewinneinahmen in Lotterien auf der ganzen Welt bei. Die staatliche Lotterie des Vereinigten Königreiches, Camelot, konnte einen Anstieg von 32 Prozent bei den Internet- und Handyverkäufen, sprich von 488 Millionen Britischen Pfund verzeichnen. Dieser Anteil deckt etwa 10 Prozent der gesamten Lotterieverkäufe in Großbritannien.

Trotz der guten Neuigkeiten für die Lotterieumsätze auf der ganzen Welt stellte GBGC fest, dass die Einnahmen der Casinos um 4,9 Prozent und die der Wetten um 5,4 Prozent abnahmen. So sank der komplette Wettspielmarkt um fast 3 Prozent auf 370 Milliarden US-Dollar.

Der Vorstand von GBGC sagte, dass die Konsumenten der Krise die Stirn geboten hätten, indem sie sich den staatlichen Lotterien zuwandten, in der Hoffnung auf den Gewinn, der ihr Leben für immer verändern würde.

Aktienkurs von Bwin steigt

Einen beeindruckenden Kursgewinn von 4 Prozent konnte der in Österreich ansässige Anbieter von Onlinewetten, Bwin, verbuchen. Inzwischen liegt der Aktienkurs des Marktführers, der seine dominierende Marktposition sogar noch ausbauen konnte, bei 34,23 Euro.

Barclays stuft die Aktie als "overweigth" ein und gibt ein Kursziel von 45 Euro aus. Als viel versprechend bezeichnet der Bericht von Barclays auch die Tatsache, dass für den gesamten europäischen Markt für Online­Glücksspiele und Wetten weiterhin ein starkes Umsatzwachstum in den kommenden Jahren prognostiziert wird, vor allem da die Märkte in Italien und Frankreich immer weiter geöffnet werden sollen.

"Bwin ist unser Toptitel im Bereich der Online­Wettindustrie aufgrund seiner starken Positionierung in den wichtigsten europäischen Märkten." "In Italien prognostizieren wir den Ankauf von Gioco Digitale um den Umsatz im Pokergeschäft im Jahr 2010 um 100 Prozent zu steigern. In Frankreich und Spanien, ist bwin ebenfalls stark positioniert, um von der erwarteten Deregulierung zu profitieren", heißt es unter anderem in dem BarCap Bericht.